Daunenjacken

Von c.w.
Ternua | Neokdun | Alberto Chamlang

Daunenjacken gehören zur Basisausrüstung eines jeden Wintersportlers. Weniger beim Sport, aber danach, also am Gipfel oder beim Après-Ski kist sie unschlagbar: die warme Daunenjacke. Doch wie findet man die perfekte Daunenjacke? Was muss sie können und wie funktioniert sie überhaupt? Unser Ratgeber Daunenjacken gibt Aufschluss über den Mythos "Daunenjacke".

Unser Ratgeber erklärt dir alles, auf was es beim Kauf einer Daunenjacke online ankommt. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um die perfekte Daunenjacke. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Der "Kern" der Daunenjacke: Die Daunen und Federn

Am Anfang aller guten Daunenjacken steht die Gans.  Gänse sind – neben Enten und der speziellen Eiderente (Island, Grönland, Kanada) – der natürliche Lieferant guter Daunen. Auf Grund ihres hohen Isolationswerts ist die Gänsedaune der Favorit unter den Daunenarten. Bei gleicher Qualität und Bauschkraft (s.u.) erreicht die Entendaune „nur“ einen Isolationswert von rund 87 Prozent der Gänsedaune – somit „nur“ zweite Wahl. Das Spitzenprodukt ist jedoch unerreicht die Daune der Eiderente. Keine andere Daunenart erreicht solch eine hohe Isolationskraft. Jedoch ist dieser ganz spezielle Rohstoffe auf wenige hundert Kilogramm pro Jahr beschränkt und daher quasi unerschwinglich für Massenprodukte.

Wärmespeicher der Daunenjacke: Luft und Loft

Um zu verstehen, warum eine Daunenjacke so angenehm warm, kuschelig und vor allem leicht ist, betrachten wir zunächst einmal das Rohmaterial: die Daune. Daunen sind der natürliche Schutz gegen Kälte für Vögel. Als quasi unterste Gefiederschicht speichern sie viel Luft und isolieren so die körpereigene Wärme. Die Daunen sind der winzig klein verästelte Teil des Gefieders. Sie sind superleicht und kommen im Schnitt pro einzelne Daune auf gerade einmal 0,001 – 0,002 Gramm. An den Daunenenden haben sie nur noch einen Durchmesser von rund 2,5 Mikron (1 Mikron = 1/1000 Millimeter). Durch diese hauchfeine Struktur kann die Daune sehr viel Luft speichern. Gleichzeitig ist die Daune hochflexibel. 

Drückt man sie zusammen wird die Luft zwischen den dünnen Daunenästchen herausgedrückt. Lässt man die Daune wieder los, so richtet sie sich von selbst wieder auf und speichert sofort wieder Luft ein. Man spricht hier von der sogenannten Rückstell- oder Bauschkraft, englisch: Loft. Gemessen wird der Loft in Cubic Inch, kurz: cuin. Damit ist der Loft ein sehr gut vergleichbarer Messer für die Isolationskraft und die Qualität der Daune. Je höher der Loft, desto besser die Isolierfähigkeit und damit auch die Qualität! 

Die richtige Mischung der Daunen und Federn macht‘s

Um die Jacke und die darin enthaltenen Daunen zu stabilisieren, wird den Daunen ein gewisser Prozentsatz kleiner Federn beigemischt. Dadurch ergeben sich Mischungsverhältnisse  von 50:50 bis hin zu 95:5 Prozent (Daune : Federn). Je größer der Daunenanteil, umso besser die Isolierung und natürlich die Daunenqualität.    

Eingesperrt in Kammern

Damit bei Daunenjacken die Isolation immer am rechten Fleck bleibt, werden die Daunen in einzelne Kammern eingenäht. Somit verrutscht sie nicht und bleibt an immer der gleichen Stelle. Dadurch werden Kältebrücken umgangen. Und auch nach dem Waschen bleiben die feinen Daunen an Ort und Stelle und verklumpen nicht zu einem großen Haufen.

Vorteile vs. Nachteile einer Daunenjacke

Ganz klar: in Punkto Gewicht-Wärme-Relation kommt kein anderes Isolationsmaterial an der Daune vorbei. Ultraleichte, voll funktionsfähige Daunenjacken mit einem ordentlichen Isolationswert bekommt man bereits unter 100 Gramm. Sie sind ideal als Isolationsschicht bei Touren in kalten Temperaturen geeignet oder dienen als perfekte Ergänzung am Gipfel. Gleichzeitig lassen sich die quasi nur aus Luft bestehenden Jacken enorm klein verpacken (meist in die eigene Jackentasche), so dass sie auch im Rucksack kaum Platz wegnehmen.

Allerdings hat Daune einen entscheidenden Nachteil: ist die Daune feucht oder gar nass, verliert sie schlagartig ihre hohe Isolationskraft! Die feinen Daunenästchen verkleben, Luft kann nicht mehr gespeichert werden, der Loft sinkt und damit auch die Isolationskraft! Feuchte/nasse Daune erzielt nur noch einen Bruchteil der Wärmeleistung wie trockene. Zudem trocknet Daune nur relativ langsam. Gibt man beim Trocknen nicht Acht, kann sie auch schnell verklumpen und es braucht viel Zeit, die einzelnen Daunen wieder ordentlich auseinander zu bekommen.

Hybrid-Daune – What?

Um die Vorteile von Daune und der konkurrierenden Kunstdaune aus Kunstfasern zu vereinen gibt es mittlerweile sehr praktische Hybrid-Daunenjacken. Sie sind zumeist mit einem Mischungsverhältnis von 50:50 gemischt. Je nach Fokus – Gewicht vs. Feuchtigkeitsregulierung – kann die Mischung variieren. Je mehr Kunstdaunenanteil, desto besser die Feuchtigkeitsregulierung und die Wärmeleistung im feuchten/nassen Zustand. Je mehr natürliche Daune verwendet wird desto leichter wird die Daunenjacke. Allerdings stehen die modernen Kunstdaunen der natürlichen Daune im Punkt Gewicht beinahe in nichts mehr nach – eher im Gegenteil! Kunstdaune erzielt mittlerweile bei fast identischem Gewicht und Loft dieselbe Isolierkraft.

Der natürliche Feind der Daunenjacke: Wasser

Was passiert, wenn es während der Tour plötzlich zu regnen oder auch zu schneien beginnt? - Die Daunenjacke wird nass und wie oben schon beschrieben, nimmt damit rapide die Isolationskraft stetig ab. Um die Daune robuster gegen Wasser und Feuchtigkeit zu machen verwenden einige Hersteller bereits imprägnierte Daune. Wie bei Hardshelljacken ist es auch möglich Daune in einem speziellen Verfahren zu imprägnieren. So nehmen sie wesentlich weniger Wasser auf und der Loft bleibt bis zu einem gewissen Grad gut erhalten. Die Jacke per se ist somit allerdings nicht wasserdicht!

Ein anderer Ansatzpunkt: membranbeschichtete Daunenkammern. So wird das Wasser direkt aus der Jacke gehalten und die Daune hat keinen Berührungspunkt damit; kann ergo nicht feucht/nass werden und bleibt somit mollig warm. Gleichzeitiger Vorteil: die komplette Daunenjacke ist wasserdicht!

Daune = nicht vegan = nicht verantwortbar?

Daune ist ein tierisches Produkt. Das lässt sich nicht verleugnen und dessen muss man sich auch bereits vor dem Kauf bewusst sein. Allerdings darf man die Daune nicht grundsätzlich verurteilen. In der Regel wird die Daune von Tieren verwendet, die aus der Nahrungsmittelindustrie stammen. D.h. den toten Tieren werden zuerst die Federn und anschließend die Daunen entfernt. Somit wird das Tier auch ganzheitlich verwertet. Dennoch gibt es schwarze Schafe unter den Daunenproduzenten bzw. den Geflügelbetrieben. Daher verwenden viele Outdoormarken mittlerweile ausschließlich zertifizierte Daune aus kontrollierten Betrieben. So wird die artgerechte und verantwortungsbewusste Tierzucht ohne Stopfen und in ausreichend großen Stall- und Gehegeflächen garantiert. Unabhängige Zertifizierungs- und Kontrollagenturen führen weltweit die entsprechenden Kontrollen durch. Das Zertifikat mit der höchsten Beachtung und den gängigsten wie auch transparentesten und umfassendsten Kontrollen ist das RDS Zertifikat (RDS = Responsible Down Standard). Dieses Zertifikat ist auf jedem zertifizierten Produkt gut sichtbar angebracht!

Du brauchst eine neue Daunenjacke und noch ein paar weitere Meinungen darüber, dann informier dich auf unserer Bewertungsplattform direkt über die Praxiserfahrungen unserer Community und der Produktscouts: outside-stories.de.

Die beste Auswahl für Daunenjacken bekommst du natürlich auch gleich von uns geliefert:

 

 

Titelbild: Ternua | Neokdun | Alberto Chamlang

Bilder:  Dynafit 

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