Bergfotografie #5

Von c.w.

Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Technik

Durch Handy- und Digitalfotografie ist es heute ein Kinderspiel schnell gute Bilder zu zaubern. Betrachtet man dann jedoch zu Hause die eigenen Aufnahmen, stellt man leider oft fest, dass die bewusst erinnerte Wirklichkeit oft nicht mit den Bildern der Kamera übereinstimmt. Warum ist das so? Wie kann man sichergehen auch selbst bald wie ein Profi Bergbilder zu schießen? – Dr. Günter Zöhrer, Doktor der Philosophie und seit über 30 Jahren Fotograf, gibt eine umfangreiche Einführung in die Welt der Fotografie. Und wie sich schon gleich im ersten Teil zeigen wird, nicht immer macht die teuerste Ausrüstung auch gleich die besten Bilder!

In insgesamt fünf Teilen stellt euch Dr. Günter Zöhrer seine Welt und seine Philosophie der (Berg-)Fotografie vor. Wer selbst einmal in den Genuss eines Fotoseminars kommen möchte kann sich direkt mit „Foto Doc Günter“ in Verbindung setzen. Alle Infos hierzu erhaltet ihr am Ende dieses Blogposts. 

TEIL 5: Bergfotografie - Zubehör für Fotografen und Kamera

Generell geht es immer darum nicht zu viel mit auf den Berg zu nehmen, denn schon die Fotoausrüstung verlangt einem einiges an Tragkraft ab. Fangen wir mit der Fototechnik an. Im Grunde meistern heute ja fast alle Kameras alle technischen Hürden, wenn man ein bisschen darüber Bescheid weiß wie man die Fototechnik einsetzt. Grundsätzlich ist die Manuelle Einstellung von Zeit, Blende, Focus und Brennweite wichtig. Es gibt aber oft Situationen wo zum Beispiel der Sensor überfordert ist, und wenn man hier auf technische Hilfsmittel zurückgreifen möchte, dann kann gewisses Zubehör von Vorteil sein. 

Nachts

Will man zum Beispiel in der Nacht oder nach der Dämmerung fotografieren, greift man auf ein Stativ zurück. Je nach Kameraequipment reicht manchmal ein einfaches Zimmerstativ bis hin zu einem ausfahrbaren Dreibeinstativ. Aus meiner Erfahrung sind Carbonstative ein Vorteil beim Gewicht, jedoch ein Nachteil beim Preis. Es gibt auch schon Wanderstöcke, an denen der Griff abgeschraubt werden kann und die sich so zu einem Einbeinstativ umwandeln lassen. Damit kann man locker bis zu 1/8 Sekunde Belichten. Auch HDR Aufnahmen im Serienbildmodus sind hier machbar. 

Langzeit

Bei Langzeitbelichtungen am Stativ ist ein Fernauslöser von Vorteil. Zwar kann man auch auf den Selbstauslöser drücken, jedoch ist ein leichter Fernauslöser, bei dem auch der Auslöser verriegelt werden kann, immer ein Vorteil. Er lässt Belichtungszeiten im Modus BULB über 30 Sekunden zu und kann vor allem bei Einsatz von Graufiltern verwendet werden. Bei großen Kontrastunterschieden zwischen Himmel und Boden ist der Einsatz von Verlaufsfiltern, zum Beispiel ND Filter 0,3 bis 0,9 soft und hard, von Vorteil. Sie dunkeln den Himmel ohne farbliche Einbußen ab und sorgen so für eine ausgewogene Belichtung. Will man zum Beispiel den Zug der Wolken oder die Bewegung des Wassers eines Wasserfalls einfangen sind zusätzliche ND Filter von Vorteil. Bei Belichtungszeiten zwischen 0,5 bis 10 Sekunden am Tag muss das einfallende Licht rapide abgedunkelt werden. Dazu werden oft sogenannte Stopper verwendet, also Filter die das Licht um den Faktor 1000 abdunkeln. Es besteht auch die Möglichkeit, solche Filter zu kombinieren. Fotografiert man zum Beispiel am Fluss im Schattenbereich eines Waldes, dann reicht oft auch schon ein Vario ND Filter aus, also ein Filter, deren Lichtdurchlässigkeit durch drehen verringert werden kann. So entstehen wunderbare und zeitlose Fotografien. Es muss aber bedacht werden, dass eine hohe Anzahl an Filter auch das Gewicht nach oben dreht. 

Wetter

Bei der Fotografie in den Bergen kann es immer wieder mal zu Extremsituationen mit dem Wetter kommen, und da heißt es oft, schnell abhauen und die Ausrüstung schützen. Grundsätzlich sind viele Bergrucksäcke und Fotorucksäcke gut gegen Wind und Regen geschützt, wer aber wirklich sichergehen will, der kauft sich einfache Packsäcke und verstaut seine Objektive und Kameras darin. So sind sie vor allem gegen Nässe geschützt. 

Bekleidung

Zu guter Letzt noch ein paar Tips zur Bekleidung. Grundsätzlich gilt bei der Bergfotografie Bekleidung zu nutzen, die in jedem Bergsteigershop erworben werden kann. Feste Schuhe, warme Kleidung, Haube, Handschuhe, Trinken, Essen, Windschutz, Regenschutz, Biwaksack, Erste Hilfe Päckchen usw. 

Es gibt allerdings immer wieder Situationen, bei denen es schwierig wird, die Kamera zu bedienen. Vor allem bei Fotografie im Winter spielt die Kälte eine wesentliche Rolle. Ich verwende hier zwei Handschuhe übereinander. Einen eng anliegenden Handschuh aus windfestem Material mit gutem Griff für Tasten und Tablet. Darüber ein Fingerhandschuh mit abnehmbarer Kuppe. So können die Finger immer wieder warm eingepackt werden. 

Im Frühjahr, bei Tauwetter kann es oft sein, dass es in der Nacht doch immer wieder friert und so eine Fotosession am Berg bei Sonnenaufgang sehr schnell zu einer eisigen Rutschpartie wird. Dagegen hilft der Einsatz von Spikes für die Bergschuhe, sogenannte Schuh-Schneeketten.

 

Wind

Beim Fotografieren in den Bergen wird man immer wieder mit Wind konfrontiert. Meist ist er nur soweit lästig, dass er das Stativ zum Wackeln bringt, aber manchmal kann er auch unangenehm kalt werden und so rasch zum Rückzug in die Hütte zwingen. Einfache Sturmhauben helfen hier wunderbar. Wer gerne bis in die Nacht hinein fotografiert sollte eine Stirnlampe nicht vergessen. Um andere Fotografen nicht allzu sehr zu stören sind dimmbares Licht beziehungsweise eine Rotlicht-Funktion von Vorteil. Wer gerne die Sterne fotografiert, kann auch eine starke Taschenlampe mitnehmen (900 Lumen) um sich selbst und den Lichtstrahl ins Universum zu fotografieren.
 

Fotografie als Entschleunigung! In den Fotoseminaren von „Die Kraft des Sehens“ steht der Mensch im Mittelpunkt. Fotografie wird in meditativer Form dazu benutzt, die Schönheit der Natur und sich selbst darin wahrzunehmen. Anhand der von Dr. Günter Zöhrer entwickelten 4 Fotozeiten – Gehzeit | Ruhezeit | Kreativzeit | Emotionszeit – soll die Natur gewürdigt und eine spürbare Gegenwärtigkeit erzeugt werden. Die 4 Fotozeiten beruhen auf den menschlichen Grundfunktionen Bewegen – Ruhen – Erschaffen und Fühlen. Bewusste Wahrnehmung im Außen und respektvolle Achtsamkeit im Inneren führen uns zum einzigen Punkt in dem wir alle Leben. Dem Jetzt. Und nur das Jetzt kann auch Fotografiert werden. Es gibt keinen Druck ein besonderes Foto machen zu müssen, was zählt ist das Erlebnis in der wunderbaren Natur der Berge. Ob schönes oder schlechtes Wetter, das Foto darf entstehen und kommt erst am Ende des kreativen Prozesses. 


 

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Titelbild & Bilder im Text: Dr. Günter Zöhrer

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