Alpinski: Darauf musst du beim Ski-Kauf achten

Von c.w.
Titelbild: Schöffel

In seiner Hymne zum Alpinski-Fahren singt Wolfgang Ambros: "... weil Schifoan is des leiwandste, wos ma sich nur vurstelln kann....". Doch die große Auswahl an Skiern macht es selbst passionierten Skifahrern nicht einfach, das passende Modell zu finden. Dieser Ratgeber gibt dir wichtige Infos und Tipps, sodass die nächste Kaufentscheidung etwas leichter fällt. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: In unserer Community findest du eine Menge authentischer Erfahrungen zu verschiedenen Modellen von allen größeren Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Da tut sich was: Die Entwicklung der Alpinski

Bevor die Carving-Ski erfunden wurden, galt generell, dass ein Alpinski mindestens so lang sein muss, wie sein Fahrer. Besonders Ambitionierte legten hier sogar noch bis zu einem halben Meter drauf – und waren mit bis zu 2,15 Meter langen Latten unterwegs. Heute sind Skier mit einer Länge von mehr als 1,85 Metern fast ausschließlich im Rennsport zu finden. Durch eine größere Breite und Taillierung können bei modernen Skiern kürzere Längen gefahren werden. Prinzipiell gilt als Richtmaß nach wie vor die eigene Körpergröße. Allerdings zieht man beim Freizeit-Skifahrer davon eher ein paar Zentimeter ab. Für Anfänger gbt es natürlich deutlich kürzere Skier.

Sobald ein taillierter Ski aufgekantet wird, fährt er eine Kurve | Foto: ROCK'nd SNOW Berg- und Skischule, Stefan Langkau

Die Taillierung der Alpinski (Ski-Mitte ist schmaler als Schaufel und Ski-Ende) emöglicht geschnittenes Kurvenfahren - der Ski fährt eine Kurve, sobald er aufgekantet wird. Gleichzeitig sorgt die breite Schaufel und das ähnlich breite Ski-Ende im Zusammenspiel mit Breite und Länge für besseren Auftrieb – wichtig in weichem und lockerem Schnee. Mit jedem Millimeter mehr Länge und Breite wächst aber auch der Kraftaufwand, der zum Drehen und Kanten benötigt wird. Mit der Länge steigt aber die Laufruhe, was insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten und im buckligem Gelände spürbar ist.

Die Rocker-Technologie: Tip-Rocker, Tail-Rocker oder Rock’n’Roll?

Zugegeben, Rock’n’Roll gibt es höchstens beim Après-Ski. Bei der Rocker-Technologie ist ist der Ski so aufgebaut, dass die Schaufel (engl. Tip) bereits einige Zentimeter vor der eigentlichen Aufbiegung vom Untergrund aufsteht. Das gleiche gilt für das Ski-Ende. Somit ergibt sich eine kleinere direkte Kontaktfläche zwischen Ski und Untergrund, wodurch die Vorteile eines kürzeren Ski mit den Vorteilen eines längeren Ski vereint werden. Das ist natürlich besonders im tiefen, weichen Schnee vorteilhaft. Ebenso ist die Auflagefläche der Kanten im nicht aufgekanteten Zustand geringer. Das erhöht die Drehfreudigkeit. Sobald der Ski aufgekantet wird, greift jedoch die ganze Kante - dadurch ist der volle Kantengriff während der Kurvensteuerungsphase gewährleistet.  Allerdings sollten reine Pistenskier tendenziell kürzere Rocker-Shapes aufweisen, damit die Laufruhe nicht beeinträchtigt wird.

Der Rocker verleiht dir im Powder den nötigen Auftrieb | Foto: ROCK'nd SNOW Berg-und Skischule, Christopher Spiegel

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Die Härte des Skis ist abhängig von Können, Gewicht und Einsatzbereich

Die Frage nach dem Flex des Skis ist wichtig beim Skikauf. Dabei geht es um die Elastizität des Skis, die vor allem durch den Kern und Verstärkungen (z.B. Titanium) determiniert wird. Dabei spielen sowohl Können, wie auch Gewicht des Fahrers eine große Rolle: Weiche Ski besitzen in der Regel einen Schaumkern und eignen sich vor allem für Anfänger. Der geringere Flex verzeiht kleinere Fehler, da er Kräfte eher absorbiert. Allerdings sind günstige Schaumkern-Skier in ihrer Haltbarkeit begrenzt. Versiertere Skifahrer benötigen daher auch ein härteres Sportgerät. Vor allem Holzkerne – die traditionelle Art Ski herzustellen – sind hier ein weit verbreitets Material. Je nach Art des Holzkerns variieren der Flex und Gewicht. Je härter der Ski ist, umso sportlicher sind seine Abfahrtseigenschaften, da die Kräfte sehr direkt auf die Kanten und somit auch auf den Untergrund weitergegeben werden. Daurch lässt sich der Ski besser bei höheren Geschwindigkeiten kontrollieren.

Je leichter der Fahrer, desto weicher der Flex | Foto: Schöffel, Michael Müller

Der Zweck (h)eiligt den Alpinski 

Die Anforderungen an einen Alpinski sind ganz unterschiedlich. Die einen bevorzugen das genüssliche Skifahren auf der Piste, die anderen eher das sportliche Fahren im Stangenwald. Und die Freerider bzw. Skitourengeher stehen auf die unberührten Tiefschneehänge abseits der gepflegten Pisten. Natürlich ist es möglich, alle Disziplinen mit dem gleichen Ski zu fahren, aber keineswegs empfehlenswert. Slalom-Racer sind sehr kurz (ca. 165cm) und extrem tailliert, um möglichst kleine Radien ziehen zu können. Der Übergang zu den "Riesensalom-Skiern" ist fließend, und du kannst entscheiden, ob dir Drehfreudigkeit oder Laufruhe wichtiger sind. Hier sind Längen bis zu 185 Zentimetern und 21 Metern Radius üblich. FIS-konforme Riesenslalom Skier haben bereits für Damen eine Länge von 188 Zentimetern und für Herren 193 Zentimeter bei 30 Metern Radius - daher sind sie für den Breitensport nicht mehr geeignet. 

Aksel Lund Svindals Race-Latten sind für den Freizeitsportler nicht geeignet | Foto: Sweet Protection

Wenn der Ski sowohl auf der Piste, als auch abseits der Piste und im etwas weichern Schnee eine vernünftige Figur machen soll, fällt die Wahl auf Allmountainskier, die ähnlich aufgebaut sind wie die Pistenski. Sie sind aber schon deutlich breiter (80-90 Millimeter unter der Bindung) und haben längere Rocker.

Freeride-Skier sind für das Off-Piste fahren gebaut. Allerdings musst du dir im Klaren sein, wofür du den Ski nehmen willst. Soll er auch noch im etwas härteren Gelände funktionieren und für längere Skitouren geeignet sein, empfehlen wir dir 95 bis 105 Millimeter unter der Bindung. Im tiefen Powder gilt natürlich, je breiter desto besser...hier sind der Breite keine klaren Grenzen gesetzt, aber du musst jedenfalls Abstriche bei der Performance im härteren Gelände machen. Die Radius liegt bei modernen Freerideskiern normalerweise im Bereich von 18 bis 30 Metern. Auf harten und eisigen Pisten können sie bei höheren Geschwindigkeiten zu flattern beginnen und es ist ein höherer Kraftaufwand zum Stabilisiern und Kanten nötig. Derzeit wird mit verschiedenen Materialien experimentiert, um die Ski leichter zu machen. Der Kern besteht meist immernoch aus Holz, aber die Schaufel wird aus leichterem Kunstsoff gefertigt.

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Freeride-Pro Seth Morrisons Ski hat Front- & Back-Rocker bei 105 mm unter der Bindung | Foto HESTRA

Weight does matter: Das Gewicht des Skis macht die Abfahrtsperformance

Schwere Skier erfordern beim Aufkanten mehr Kraft, haben aber einen wesentlich stabileren Zug während der Kurvenfahrt. Außerdem ist der Kantengriff auf eisigen Pisten besser. Auf weichen Pisten und im Tiefschnee ist dies hingegen nicht so relevant. Bei längeren Tragestrecken (vom/zum Auto etc.) liegt der Ski nätürlich auch nicht so leicht auf der Schulter. Der größte Nachteil leichter Ski ist, dass diese bei einer sportlichen, schnellen Fahrweise nicht so gut liegen, vor allem im harten, welligen Gelände. Bei Anfängern und Fortgeschrittenen fällt dies allerdings nicht ins Gewicht. Sie benötigen weniger Kraft und können leichte Skier einfacher transportieren. EIn weiterer Nachteil ist bei günstigeren Modellen, dass diese nicht so direkt reagieren - bei sehr teuren Modellen, die meist mit Karbon verstärkt sind wurde dies jedoch schon weitgehend optimiert. 

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