5 Wandertouren-Tipps im Kleinwalsertal

Von sabine
Foto: Kleinwalsertal Tourismus eGen/Steffen Berschin

Deshalb sind wir so begeistert vom Kleinwalsertal: es ist eine Sackgasse. Kein Durchgangsverkehr, weil am Ende des Tals Schluss ist. Also Entspannung garantiert. Das Tal gehört zu Vorarlberg in Österreich, ist aber mit dem PKW nur über Oberstdorf erreichbar. Am Söllereck vorbei und die Erholung beginnt. Im Tal bieten sich unzählige Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten, z.B. Wandern, Bergsteigen, Klettern, Skifahren, Langlaufen, Skitourengehen – alles was unser Outdoor-Herz begehrt. Im folgenden "Unterwegs"-Ratgeber haben wir für Wanderfreunde die 5 schönsten und eindrucksvollsten Wander- bzw. Bergtouren ausgesucht.

Und übrigens: Das zweite OUTSIDEstories Testival mit den ProduktScouts - unseren Produkt-Testern - und vielen tollen Testprodukten hat im Kleinwalsertal stattgefunden. Die Tourismusregion KWT hat uns bei der Organisation des Wochenendes und allen spannenden Aktionen im Tal tatkräftig unterstützt. Das Team von OUTSIDEstories und die ProduktScouts bedanken sich dafür. Besonderen Dank sagen wir: Elmar Müller von der Kleinwalsertal Tourismus eGen, Herbert Edlinger - www.einfachgut.at  (Herbert, deine Kässspätzle sind unvergleichlich), den Betreibern des "Schlössle" und der netten Dame an der Kasse der Walmendinger Horn-Bahn.

Damit die Wanderungen im Kleinwalsertal so richtig Spaß machen, solltest du auf gute Ausrüstung setzen. Je nach Schwierigkeitsgrad der Tour und Wetterlage ist anderes Equipment gefragt. Fehlt dir noch etwas? Dann schau dich um auf OUTSIDEstories. Hier findest du unzählige Ausrüstungsbewertungen - verfasst von anderen Wander- und Bergtouren-Fans, online, mit Preisvergleich und Shop-Link.  Unsere ausführlichen Ausrüstungs-Ratgeber erklären dir außerdem, worauf es bei bestimmter Ausrüstung ankommt (siehe auch am Ende dieses Posts).

Ruhe und Entspannung findet man im Kleinwalsertal. Foto: KWT/Dominik Berchtold

 


OUTSIDEstories Kleinwalsertal Tour 1:

Rundwanderung Gemsteltal

Unsere erste Tour ist eine gemütliche Wanderung in das Gemsteltal, ein Seitental des Kleinwalsertals mit zahlreichen Rast- und Einkehrmöglichkeiten. Begleitet wird der Wanderer von der imposanten Bergkulisse der Gipfel von Elfer, Zwölfer und Kleinem Widderstein. Besonders an heißen Tagen ist diese Wanderung zu empfehlen, da sie nicht zu anstregend ist und sich unter schattenspendenen Bäume sowie entlang erfrischender Bachläufe hinzieht.

Ohne große Anstrengung folgt man zunächst der rauschenden Breitach und begleitet dann den Gemstelbachs bis das lauter werdende Geläut der Kuhglocken die GenussHütte Schönesbodenalpe ankündigt. Dort sollte man nicht versäumen einen Blick in den Räucherofen zu werfen und die daraus stammenden Produkte auch zu kosten.
Von der großzügigen Sonnenterrasse kann man den Kleinen Widderstein, den Bärenkopf und das Walmendingerhorn bestaunen.

Weitere 10 Minuten Wanderung bringen den Wanderer zur Gemstelhütte, von wo man das Tal von der anderen Seite aus überblicken kann. Hier beeindruckt die Bergkulisse von Zwölfer, Elfer und Geißhorn. Zurück geht es dann links am Gemstelbach entlang bis nach Mittelberg.

Wandern im Kleinwalsertal. Hier ist für jeden etwas dabei. Foto: KWT/Stephan Repke

Infos:

Schwierigkeit: leicht
Strecke: 5,6 km 
Dauer: 2:00 Std 
Aufstieg. 152 m 
Abstieg. 152 m 


OUTSIDEstories Kleinwalsertal Tour 2:

Rundwanderung Bärgunttal

Diese leichte Rundwanderung ist etwas für Genussmenschen, denn sie hält zwei ganz besondere Einkehrmöglichkeiten parat: zwei vom Kleinwalsertal ausgezeichnete GenussHütten. (Mehr zu den GenussHütten im Kleinwalsertal hier)

Es lohnt sich mindestens bei einer der beiden Hütten entlang des Wegs einzukehren und von den Hüttenwirten etwas über ihrer Philosophie der Alpwirtschaft zu erfahren. Zum Beispiel wo die frischen Produkte aus Fleisch und Milch herkommen oder warum ihnen ein enges Verhältnis zu ihren Tieren wichtig ist. Und parallel dazu genießt man natürlich das sensationelle Bergpanorama des hinteren Kleinwalsertals.
Die Wanderung selbst ist nicht sehr lang, aber landschaftlich eindrucksvoll. Sie führt zu der am Fuße des Großen Widdersteins im Kleinwalsertal liegenden Bärgunthütte, auf 1.408 m. Während der Wanderung hat man meist den Blick auf den Kleinen Widderstein.

Die Tour startet ist Baad und verläuft über die Äußere und Innere Widdersteinalpe. In Baad folgt man zunächst dem Wegweiser „Bärgunthütte“ über die Breitachbrücke. Zuerst geht es entlang des Bärguntbachs über einen bewaldeten, sanft steigenden Güterweg bis man an einer Verzweigung links der Möglichkeit des Talrundwegs folgt. Kurz darauf passiert man die Äußere Widdersteinalpe. Der Blick auf das Widderstein-Massiv, das Wahrzeichen des Kleinwalsertals, gerichtet durchquert man nun saftige Alpweiden. Kurz darauf erreicht man die beiden kleinen Hütten der Inneren Widdersteinalpe. Von hier hat man einen ausgezeichneten Blick auf den Kleinen Widderstein in der einen Richtung; in die andere Richtung erblickt man die Ochsenhofer Köpfe und das Walmendinger Horn. 

Nach zwei weiteren Kehren erreicht man den hinteren Talgrund. Am Talende erblickt man die selten besuchte Gipfelregion zwischen Hochalppass und Üntschenpass. Hinter einer Kuppe durchquert man ein von Lawinen gelichtetes Waldstück bergab zur Brücke über den noch jungen Bärguntbach und erreicht kurz darauf die Bärgunthütte (1.408 m). Dort empfiehlt sich eine schmackhafte Brotzeit. Die Bärgunthütte ist die älteste und größte Alpe im Kleinwalsertal. Sie liegt an einem sonnigen Platz und ist ein idealer Ort zum Erholen.
Der Hüttenwirt legt großen Wert auf selbsthergestellte und bodenständige Speisen. Es werden leckere Apfel- und Käsekuchen selbstgebacken. Die angebotene Erbsensuppe ist vegan gekocht und der Milchreis – was sonst – aus Milch der eigenen Kühe. Wenn man Glück hat gibt’s auch Joghurt oder Quark.

Für den Rückweg nimmt man an der Gabelung den Alpweg. Er führt unterhalb der Hütte direkt am bewaldeten südlichen Bachufer entlang. Unten im Tal kommt man zurück auf den Rundkurs, der zurück nach Baad führt.

Die Bergunthütte gehört zu den als Genusshütte ausgezeichneten Einkehrmöglichkeiten im Kleinwalsertal. Foto: KWT/Oliver Farys

Infos:

Schwierigkeit: leicht
Strecke: 4,6 km 
Dauer: 1:45 Std 
Aufstieg. 154 m 
Abstieg. 154 m 


OUTSIDEstories Kleinwalsertal Tour 3:

Hochmoorwanderung am Hoernlepass

Das Hochmoor am Hörnlepass ist eine über 27 Hektar große Ebene. Es zählt zu den seltenen Gebirgshochmooren und ist ein schützenswertes Biotop mit einer einzigartigen Hochmoorflora. Die Wanderung zu und durch diese besondere Naturlandschaft, einem Relikt der letzten Eiszeit, lohnt sich, denn man entdeckt eine ungeahnte Vielfalt teilweise vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Gestartet wird in Riezlern, von wo man über die Außerschwende hinauf zum Gasthof Hörnlepass geht. Zuerst überquert man das Bächteletobel. Auf diesem Weg durchquert man verschiedene kleine Hochmoore, die sich immer wieder mit Magerwiesen abwechseln. Pflanzenliebhabern geht hier vor allem im Frühjahr das Herz auf, denn diese ganz eigenen Flora weiß durchaus zu beeindrucken. An der Hinterenge wartet dann schließlich der Höhepunkt: Von hier aus hat man einen fantastischen Blick ins Kleinwalsertal. Der gesamte Bergkranz beginnend am Fellhorn bis hinüber zum Hohen Ifen breitet sich vor dem Wanderer aus. Außerdem ein tolles Fotomotiv: alle drei Kirchtürme des Kleinwalsertals liegen vor einem. Anschließend geht es bergab über das Fuchsloch zurück an die Breitach, von wo man nach links zur Breitachklamm abbiegen kann. Folgt man aber der rechten Alternative, kommt man nach kurzer Wanderung am Waldhaus und dem kleinen Zwing vorbei und ist nach kurzem Anstieg wieder am Ausgangspunkt der Wanderung.

Das Hochmoor am Hörnlepass: Über 27 Hektar groß. Zu bestaunen gibt es die einzigartige Hochmoorflora. Foto:KWT/Dominik Berchtold

Infos:

Schwierigkeit: mittel
Strecke: 12,4 km 
Dauer: 3:45 Std 
Aufstieg. 420 m 
Abstieg. 420 m 

 

OUTSIDEstories Kleinwalsertal Tour 4:

Schwarzwasserhütte

Die Schwarzwasserhütte (1.620 m) liegt im hinteren Kleinwalsertal – genauer gesagt im hintersten Winkel des reizvoll gelegenen Schwarzwassertals - umgeben von Steinmandl, Grünhorn und Hohem Ifen. Zwar diesmal das Ziel der Wanderung ist die Hütte gleichzeitig auch Ausgangspunkt für viele tolle Rundtouren und Überschreitungen oder auch Skitouren im Winter. 

Der einfache und schöne Zustieg führt über einen Naturlehrpfad durch das locker bewaldete Schwarzwassertal. Man quert üppig blühende Bergwiesen und durchwandert eine artenreiche Hochmoorlandschaft bis zur Hütte. Alles in allem ein herrlicher Weg, der auch für weniger geübte Bergwanderer und für Familien mit Kindern ein großes Vergnügen ist.

Gestartet wird am Parkplatz an der Auenhütte (1.306 m) direkt an der Talstation der Ifenbergbahn. Von dort aus wandert man auf einem Steig bis zu einer Anhöhe, von wo es hinunter in das Schwarzwassertal geht. Hier nimmt man den breiten Weg, der in angenehmer Steigung taleinwärts bis zur Melköde führt. Nun geht es über einen schmalen Steig, auch deutlich steiler, hinauf zur Schwarzwasserhütte (1.620 m).

Die Hütte wurde 1914 auf der Schwarzwasseralpe erbaut und 1991 saniert und renoviert. Sehenswert ist das rustikale Jägerstüberl. Es ist das gemütliche Kleinod in der alten Hütte. Zimmer und Lager haben zum Glück ihren klassischen Hüttencharakter bewahrt. Familie Zwischenbrugger ist nun seit 20 Jahren Hüttenpächter, inzwischen in der zweiten Generation. Zu empfehlen sind die regionalen Spezialitäten und Hausmannskost.

Die Hütte ist auch im Winter geöffnet. Die Hausberge rund um die Hütte sind ideale Ziele für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer.

Wanderung zur traditionsreichen Schwarzwasserhütte, erbaut 1914. Foto: KWT/Oliver Fary

Info:

Schwierigkeit: mittel
Strecke: 5,7 km 
Dauer: 2:15 Std 
Aufstieg: 171 m 
Abstieg: 494 m 

 

OUTSIDEstories Kleinwalsertal Tour 5:

Bergtour Gottesackerplateau und Hoher Ifen

Die Tour setzt Trittsicherheit voraus und ist nur bei gutem und sicherem Wetter begehbar. Sie bietet einen herrlichen Rundblick auf das Panorama rund um das Kleinwalsertal. Ausreichend Wasser und Verpflegung sind unbedingt mitzunehmen, denn nach dem Bergadler gibt es keine Einkehrmöglichkeit mehr. 

Die Besonderheit dieser Bergtour ist der Gottesacker: Das einstmals grüne und saftige Plateau wandelte sich der Sage nach in eine „entsetzliche Steinwüste ohne Gräslein und Strauch“, weil der reiche Senner einem alten Bettler statt Schmalz Mist in dessen „Spatel“ gefüllt hatte. Daraufhin versank die üppige Alpe und es entstand das „wüste, wilde Felsenkar“. Tatsächlich verantwortlich für die Spalten und Klüfte in den Schratten ist das leicht saure Niederschlagswasser, das sich über Jahrmillionen in den Stein gefressen hat und so eine einzigartige Felslandschaft geschaffen hat. Sie steht heute unter Naturschutz. 

Überrascht wird der Wanderer von der außergewöhnlich sehenswerten, doch meist kleinwüchsigen Alpenflora: Alpenrose, Silberwurz, schwarze und rote, nach Vanille duftende Kohlröschen und viele mehr haben in diesem Felsengarten unter dem Ifen ihre Heimat gefunden.

Von der Auenhütte, an der Talstation der Ifenbergbahn, folgt man einem teilweise asphaltierten Fahrweg in den Innerkürenwald hinauf. Nach 45 Minuten erreicht man die Talstation des Skilifts und das Wirtshaus Ifenhütte. Hinter der Wirtschaft geht es Richtung Gottesackerplateau. Auf der Höhe von etwa 1.900 m geht es nach links zum Hohen Ifen weg. Man durchquert die breite Talsenke und das Geröllfeld direkt unter dem Ifen, wo man oft bis in den Hochsommer hinein noch vereinzelte Schneefelder finden kann. Ist das geschafft, geht es auf einem Steig durch Kalkblockwerk in Kehren gegen Süden hinauf. Auf einer leichten Steiganlage kommt man in ein Felsenlabyrinth, das man auf der gut gesicherten Route durchschreitet bis man den breiten Südostrücken des Hohen Ifens erreicht und das Ziel der Wanderung bereits vor Augen hat: das Gipfelkreuz. Hier bietet sich eine Rast an.

Für den Abstieg gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man folgt der Aufstiegsroute bis ins Tal oder - und das ist das Schöne an der Tour - man bleibt nur knapp 10 Minuten auf der Aufstiegsroute, folgt dann aber dem Eugen-Köhler-Weg zur Schwarzwasserhütte. Dieser Weg führt auf eine felsige Klettersteiganlage, weshalb entsprechende Ausrüstung (Helm, Gurt und Klettersteigset) unbedingt mitzuführen sind. Ein Kalkgeröllfeld und eine weitere Steiganlage später findet man sich beim Durchqueren sattgrüner Alphänge. Der Weg durch ein letztes Karstgelände mit - bei Schneelage gefährlichen - Dolinen bzw. Karsttrichtern führt nun endlich zur Jausenstation Ifersguntenalpe.

An der Wegegabelung, rund 200 m südlich der Ifersguntenalpe, nimmt man die linke Variante, die über mehrere Bäche hinab führt. Bei der folgenden Wegverzweigung geht man eher geradeaus über die Weidehänge zur Schwarzwasserhütte. Nach einem weiterem Abstieg kommt man zur Jausenstation Melköde. Hier beginnt der breite Fahrweg durch das Schwarzwassertal. Vor dem Geißbühel geht ein breiter Fußweg nach links und schlussendlich zurück zur Auenhütte.

Eine „entsetzliche Steinwüste ohne Gräslein und Strauch“ - das ist der Gottesacker. Foto: KWT/Frank Drechsel

Info

Schwierigkeit: schwer
Strecke: 8,7 km 
Dauer: 5:30 Std 
Aufstieg: 499 m 
Abstieg: 883 m 

 

Noch mehr Tipps und Infos rund um das Kleinwalsertal

Nähere Informationen zu den oben beschriebenen Wanderungen und noch viele weitere tolle Touren findest du zum Beispiel im Wanderführer "Kleinwalsertal" vom Bergverlag Rother.

Für weitere Fragen zum Kleinwalsertal, der Urlaubs- oder Tourenplanung steht dir das Team um Elmar Müller von der Kleinwalsertal Tourismus eGen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten von Familien bis zu größeren Größen im gesamten Kleinwalsertal findest du beim Alpintreff.

Steht dir der Sinn eher nach Kulinarischem, empfehlen wir dir "einfachgut.at" von Herbert Edlinger. Der Koch aus Rietzlern beeidruckt nicht nur mit einer breiten Palette an lokalen Köstlichkeiten aus dem Kleinwalsertal, sondern bietet Interessierten auch verschiedene Themen- und Kräuterwanderungen an.


Alle Fotos: Kleinwalsertal Tourismus eGen (KWT)

 

 

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