Petzl Quark - Eisgerät

4.50 4 Bewertung(en)

Absoluter Allrounder zwischen Stützpickeln und Steileisgerät
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2. Februar 2019
Absoluter Allrounder zwischen Stützpickeln und Steileisgerät

Vorteile

  • Absoluter Alleskönner
  • Griff und Spitze T-rated / Typ 2
  • gut ausbalanciert / mit Bums
  • höhenverstellbare Fingerauflage
  • modularer Kopf (Hauen, Hammer/Schaufel)
  • CE und UIAA sagen ja

Nachteile

  • nichts

Die Bewertung

Ich benutze den Quark jetzt seit 3 Jahren und er ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Würde ich nur Gletscherwanderungen und Wintertouren machen, so würde ich mir einen Stützpickel mit geradem anständig langem Schaft mitnehmen. Beim reinen Eis- und Mixedklettern würde ich sicher ein Steileisgerät mit stark gebogenem Schaft und angenehmen Griff wählen. Da ich auf meinen 4000er-Hochtouren aber alles - von Zustiegen über Gletscher bis hin zum hochalpinen Mixedklettern - mache, viel meine Wahl auf den Quark. Zudem schätze ich ein so vielseitiges System, dass zudem noch einiges an Modifikationen zulässt.

auf dem Bishorn

Zertifizierungen

UIAA und CE: Die International Climbing and Mountaineering Federation schreibt für Technikgeräte (T) mit Flachhaue wie das Petzl Quark folgende Belastungstests vor. Die Schaftfestigkeit wird in unterschiedlichen Prüfaufbauten jeweils durch eine Einmalbelastung geprüft, nach der die bleibende Verformung einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf. Die Hauenfestigkeit wird hingegen geprüft, indem die ersten 2.5 cm der Hauenspitze in einen Schraubstock mit gerundeten Backen eingespannt und der Schaft 25 cm unterhalb der Hauenspitze 50000 Mal pro Seite mit einer Kraft von je 80 N abwechselnd nach rechts und links belastet wird. Bei keiner Prüfung darf eine Lockerung der Bauteile oder ein Bruch auftreten.

Pit Schubert, Normprüfung von Eispickeln und Eisgeräten, Bergundsteigen, 2003, 4/03, 76-80.

Die Norm hat sich vor einigen Jahren nochmal verändert. Jetzt spricht man von Typ 1 wenn B und von Typ 2 wenn T gemeint ist. Das Petzl Quark erfüllt mit Schaft und Haue die Norm des Typ 2. Alle Zertifizierungen wie UIAA, CE oder DIN basieren aber auf den in der EN 13089:2015-06 Norm festgelegten Anforderungen und Prüfverfahren.

Rüdiger Bodmer, https://ich-liebe-berge.ch/neue-norm-eisgeraete/, 14.06.2015, letzter Zugriff am 21.02.2019.

Ich schließe daraus darauf, dass dies eines der stabilsten Geräte auf dem Markt ist. Zu wissen, dass das Gerät sicher ist, macht auch die Kletterei an sich sicherer. Wer seiner Ausrüstung vertraut, der kann sich ganz auf die Kletterei konzentrieren und macht dadurch hoffentlich weniger Fehler.

Prüfaufbau für Eisgeräte

Daten u Werkzeug

Maße: 49 x 22 x 2.5 cm (selbst gemessen)

Gewicht ohne Zubehör: 465 g (Herstellerangabe)

Gewicht mit Hammer und Fingerauflage: 560 g (selbst gemessen)

Haue: Stahl, geschmiedet (robust und schnitthaltig)

Schaft: Aluminium (stabil und leicht)

Griff: glasfaserverstärkter Kunststoff und Gummi (Grip und Kälteschutz)

Werkzeug: Dem Eisgerät liegen zwei Inbusschlüssel und ein Ring bei. Ich ergänze dieses Werkzeug selbst durch ein paar leichte und kleine Feilen.

beiliegendes Werkzeug

Feilen zum Nachschärfen

Zubehör und Modifikationen

Auswechselhauen: ICE, PUR´ICE, DRY,  PUR´DRY

Der Quark kommt standardmäßig mit der ICE-Haue. Diese habe ich bei meinem eigenen Gerät etwas modifiziert, indem ich nach der nach unten gezogenen Spitze den ersten kleinen Zahn weggefeilt habe. So lässt sich die Spitze auch beim Drytooling sicher platzieren, ohne das der erste kleine Zahn wie die Achse einer Wippe fungiert, die Spitze hoch hebt und das Gerät dadurch seinen Halt verliert. Auch schärfe ich die Haue regelmäßig nach, wobei ich sie nie messerscharf wetze. Es muss immer ein Grat von mindestens 0.5 mm bleiben, um die Materialabnutzung in Grenzen zu halten.

Die ICE-Haue ist mit 4 mm Stärke und einer 3.3 mm Spitze für hartes Eis geeignet, lässt sich aber auch gut fürs Mixedklettern verwenden. Die PUR´ICE ist 25 g leichter und für das reine Eisklettern gedacht. Mit einer 3 mm Spitze dringt sie noch besser ein und die nicht ganz so aggressiven Zähne ermöglichen ein leichteres Entfernen aus dem Eis.

Die DRY-Haue ist fürs Drytooling und extreme Eiskletterei gedacht. Von 4 mm bis 3.3 mm zulaufend dringt sie problemlos in hartes Eis ein und die aggressiven Zähne auf der Oberseite geben Halt bei Untergriffen in denen das Gerät in umgekehrter Position platziert wird. Die PUR´DRY, mit 140 g die schwerste, ist nur für die Geräte NOMIC und ERGONOMIC gedacht und mit einer durchgehenden Stärke von 4 mm besonders Verwindungssteif für extremes Drytooling gefertigt.

Die Hauen passen auf die aktuellen Modelle der Geräte SUM´TEC, QUARK, NOMIC und ERGONOMIC und können daher problemlos zwischen diesen hin und her getauscht werden.

der Kopf

modifizierte Hauenspitze

Zubehör und Modifikationen

Hammer/Schaufel: MARTEAU, PANNE, MINI MARTEAU

Ich selbst verwende den Hammerkopf, da ich stets ein paar Felshaken mit mir führe. Muss ich mal einen möglichst ausrüstungsarmen Standplatz bauen, um mich abseilen zu können, genügt oft eine Reepschnur mit Metallöse oder ein einzig Felshaken.

Die Schaufel habe ich bisher nicht vermisst. Auch wenn ich schon öfter unter schwierigsten Bedingungen, wie beispielsweise im März 2018 im Schneesturm auf dem Gipfel des Bishorns, einen T-Anker in den Firn gezimmert habe. Solange der Schnee und Firn so weich ist, dass man mit dem Pickel darein schlagen und ihn aufreißen kann, solange kann man mit der Klinge einen T-Anken in den Boden ritzen. Ist der Firn dafür zu fest, so bietet sich oft schon eine Einschraube an.

Für all jene, die jedoch keine Felshaken einsetzen, bietet sich wohl eher die Schaufel an. Natürlich kann das Eisgerät auch ohne Hammer oder Schaufel verwendet werden. Wer jedoch nach einem Kompromiss sucht, sein Eisgerät schützen, im Notfall einen Haken einschlagen und dennoch sein Eisgerät nicht durch ein Zusatzgewicht aus der Ballance bringen möchte, der kann es mit dem 20 g leichten Mini Hammer / Mini Marteau versuchen. Ist einem das Eisgerät nicht Kopflastig genug, so bieten sich die Zusatzgewichte / Masselotte (65 g) an.

Damit ich mein gutes Eisgerät nicht verliere, benutze ich eine elastische Fangleine. Petzl hat mit dem V-Link auch so eine im Sortiment. Wer jedoch gern mit Handgelänkschlaufe klettert, der schaue sich einmal den Clipper an.

Eisgeräte mit Handgelenksschlaufen stören mich persönlich einfach nur. Beim reinen Klettern hat man so zwar besseren Halt am Eisgerät und ermüdet nicht ganz so schnell. Muss man aber mal eine Eisschraube setzen, das Seil sortieren oder auch nur irgendwas anderes tun außer zu klettern, kann man das Gerät nicht mal eben über die Schulter hängen oder zur Seite legen. Einfach nur anstrengend und meiner Meinung nach nicht für Hochtouren geeignet. Gerade bei Kettereien, wo oft zwischen Eisgerät und blanker Hand gewechselt werden muss.

Hammerkopf u Felshaken

Fangriemen

Der neue Quark

Mit dem neuen Modell ab Juli 2018 hat sich einiges getan. Die Bindung zwischen Kopf und Schaft wurde verbessert, der hydrogeformte Schaft liegt jetzt noch besser in der Hand, wenn das Eisgerät in der Schaftmitte gehalten wird und die Fingerauflage am Schaftende kann eingeklappt werden, was die Verwendung als Stützpickel und dabei genauer das Versenken des Schaftes im Firn vereinfacht. Alles in allem hat Petzl hier noch einiges rausholen können.

Belastbarkeit an Griff oder an der Schaftendenöse nach unten: 150 daN

Eckdaten: Aluminium, Stahl, glasfaserverstärkter Kunststoff, CE, UIAA, 465 g ohne, 550 g mit Schaufel oder Hammer, UPV 220 €

Größenvergleich m Wanderstock

Resümee

Ich stand im letzten Jahr auf 15 meiner bisherigen 18 4000er mit dem Quark in der Hand und habe beschlossen, dass Ich auch zukünftig bei dem Quark bleiben und mir als Zweitgerät für steile Touren das neue Quark mit dem Minihammer zulege werde. Es ist sicher nicht der beste Stützpickel und auch als Steileisgerät ist es nicht das Nonplusultra. Aber es ist eines der vielseitigst einsetzbaren Geräte und damit für komplexe hochalpine Projekte genau das Richtige. Zudem stellt es keinen unbrauchbaren Kompromiss da. Es ist für alle Anwendungsbereiche relativ gut brauchbar. Und spätestens seit es mich auf meiner Freesolo Tour aufs Rimpfischhorn begleitet hat, traue ich ihm so einiges zu.

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Petzl Quark - das perfekte Eis-Tool für den Alpinisten mit breitem Anforderungsspektrum.
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13. März 2017
Petzl Quark - das perfekte Eis-Tool für den Alpinisten mit breitem Anforderungsspektrum.

Vorteile

  • Verarbeitung
  • Einfachheit
  • Gewicht
  • Haue und Schaufel/Hammer einfach wechselbar
  • als T-Anker nutzbar
  • Abdeckung fast aller Anwendungsbereiche

Nachteile

  • Trigrest teilweise unpraktisch und störanfällig
  • Schlagschwung

Die Bewertung

Das Petzl Quark ist ein sehr universelles Eisgerät, dessen Anwendungsbereich vom klassischen Alpinismus über Eisklettern bis hin zum Mixedklettern reicht. Es stößt erst beim sehr schweren Eisklettern an seine Grenzen, da das sehr leicht gefertigte Gerät dann etwas mehr an Schlagschwung verfügen könnte. Aber auch dafür hat Petzl vorgesorgt und mann kann die Schwungeigenschaften dadurch verbessern, indem man zusätzlich Hauen-Gewichte montiert.

Auch im Bereich Drytooling eignet sich das Produkt eher bedingt, was wohl auch an der eher am Gewicht orientierten Fertigung liegt und zuletzt auch an der Griffgestaltung, die sich nicht vorwiegend zum Greifen mit beiden Händen am Gerät eignet. Relativierend muss man sagen, dass das Gerät nicht für den extremen Einsatz beim Drytooling gemacht ist - was allein schon in dieser Gewichtsklasse nicht möglich wäre. 

Die Idee hinter dem Trigrest, einer zusätzlichen Griffmöglichkeit, ist hervorragend, jedoch wirkt dieses Bauteil nicht sonderlich solide. Außerdem ist es während des Gebrauchs mehrmal vorgekommen, dass sich das Trigrest bei Eiskontakt zu einer Seite wegdreht und dadurch die Funktion deutlich eingeschränkt ist. 

Besonders hervorzuheben ist die beinahe grenzenlose Universalität des Petzl Quark im Einsatz. Mit montierter Schaufel eignet sich das Gerät sogar im Hochtoureneinsatz, zum Bespiel zum Einrichten eines T-Ankers. Der Hammer bietet auf steilen Touren die Möglichkeit des Einsatzes von Normalhaken ohne zusätzlich noch einen Felshammer mitzuführen. Für den Einsatz im WaterIce-Bereich kann man die Schaufel und Hammer schnell und einfach abmontieren und verfügt so über ein perfektes Werkzeug ohne störende (und gefährliche!) Anbauteile. Nebenbei ist das Gerät so modular aufgebaut, dass es mit den anderen Tools von Petzl, Ergo und Nomic kompatibel ist. 

 

Das Petzl Quark ist der perfekte Allround-Begleiter am Berg! Die breite Anwendungspalette macht es möglich, mit nur einem Paar Eisgeräte eine Vielzahl an Bergsportaktivitäten abzudecken. Damit geht´s steil bergauf!

 

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von leichtem mixed Gelände über Steileis zum Hochtouren für alles zu gebrauchen
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8. Oktober 2016
von leichtem mixed Gelände über Steileis zum Hochtouren für alles zu gebrauchen

Vorteile

  • Allroundcharakter
  • Trigrest

Nachteile

  • Preis
  • Ösenform
  • zu kurzer Hammerkopf

Die Bewertung

Ich besitze seit 2 Jahren ein Paar Quarks mit je einem Hammer- und Schaufelkopf. Beide Geräte sind mit dem Trigrest ausgestattet. Ich klettere mit den Eisgeräten ohne Handgelenksschlaufe. Ich bin 1,85m groß.

 

Positiv: Wie so viele Hersteller auch, platziert Petzl mit dem Quark ein Hybridgerät zwischen kurzem Hochtourenpickel und schwach ausgeformten Steileisgerät. Genau auf diese Art(en) wird es von mir auch verwendet. Durch den aufgebogenen Schaftanschlag an der Unterseite wird sehr effizient verhindert, dass beim setzen des Gerätes egal ob Felshook oder Eis die Finger an der Wand angeschlagen werden. Durch den Trigrest habe ich das Gefühl das Gerät präziser platzieren zu können. Beim hochsteigen entlastet der Trigrest, sofern er richtig auf Handgröße (+Handschuh) eingestellt ist, den kleinen Finger da zusätzlich am Zeigefinger "gezogen" werden kann.

Die Hauenform dringt sehr gut auch in sprödes Eis ein, sodass die neu gekauften Hauen nicht erst nachgefeilt werden müssen. Schlägt Mensch seinem Quark doch einmal die "Nase krumm", lässt sich der Stahl gutmütig nachfeilen und die Feilreserve ist ausreichend groß.

Steilt der Gletscher etwas auf oder wird ein Hang traversiert eignet sich bei meiner Körpergröße das Eisgerät in moderatem Gelände gerade so und in steilem Gelände völlig ausreichend.

 

Negatives: Der Hammerkopf schließt direkt an den Schaft an und ist nicht hinterschnitten. Dadurch kann es schnell passieren, dass vor allem bei älteren Pickeltragesystemen von Rucksäcken (große Schlaufe) das Eisgerät herausrutscht. Das führt zwar nicht sofort zum Verlust des Gerätes, kann aber zu brenzligen Situationen führen.

Die Öse in der Mitte des Kopfes ist ein wenig zu eng um

1. das Eisgerät blind am Gurt zu befestigen bzw. vom Gurt lösen zu können und                                                                            

2. durch alle Karabiner zu schlüpfen

Der Preis für die Eisgeräte ist recht hoch, vergleicht man die Hybrideisgeräte der anderen Hersteller

 

Fazit: Die Petzl Quarks sind für alle zu empfehlen, die einen Allrounder suchen und weder eine Pickel-gehhilfe in wenig steilen Gletscherpassagen brauchen noch überhängende Dächer drytoolen möchten. Durch den Trigrest und den ausgeformten Schaft wird der Schwerpunkt der Quarks minimal Richtung klettern geschoben.

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Perfekter halt im Steileisbereich.
22. November 2015
Perfekter halt im Steileisbereich.

Vorteile

  • Leicht
  • Super Material/Verarbeitung
  • Gutes Handling

Nachteile

Die Bewertung

In Ausführung mit Hammer oder Schaufel zu haben.

Sehr ergonomischer und verstellbarer Griff.

 

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