Gehkomfort: Welche Schuhe braucht man auf langen Wanderungen?

Von Philip
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Das Wandern hat sich vom leicht angestaubten Volkssport von früher zum modernen Trendsport von heute gemausert. Egal ob Tageswanderung, Hüttentour, Weitwanderung oder Hochtour – das mehr oder weniger anspruchsvolle Durchstreifen der Natur erfreut sich größter Beliebtheit bei Jung und Alt. Ein Phänomen dieses Wanderbooms sind die 12- und 24-Stunden-Wanderevents, die in den letzten Jahren an Zahl und Teilnehmerzahl beständig zugenommen haben. Welche Ausrüstung man dazu braucht, haben wir bereits an anderer Stelle diskutiert.

Hier konzentrieren wir uns auf das richtige Schuhwerk für eine solche Wanderung – mit besonderem Augenmerk auf dem Gehkomfort.

Mit dem richtigen Schuh wird jede Tour zum Vergnügen.

Welchen Schuh braucht man für welche Tour?

Wandertour ist nicht gleich Wandertour und Wanderstiefel ist auch nicht gleich Wanderstiefel – so weit, so klar. Aber für welche Art von Wanderung braucht man welches Schuhwerk? Der deutsche Schuhhersteller Meindl hat hier Abhilfe geschaffen, und zwar in Form einer sechsstufigen Kategorisierung, die mittlerweile eine Vielzahl weiterer Schuhmarken übernommen haben. Wanderschuhe und -stiefel werden folgendermaßen eingeteilt:

Kategorie A: Leichtwanderschuhe – ideal für kleine Tagesausflüge und ausgedehnte Spaziergänge.

Kategorie A/B: Leichte Wanderschuhe – ideal für kleine Wanderungen in Mittelgebirgen, Voralpen und niedrigen Höhenlagen.

Kategorie B: Wanderschuhe – ideal für alle Wanderungen in niedrigen und mittleren Höhenlagen auf Wanderwegen und einfachem Terrain abseits befestigter Wege.

Kategorie B/C: (technische) Wanderstiefel – ideal für langes Trekking, grobes Terrain und technische Wanderwege u.a. Klettersteige.

Kategorie C: Technische Wanderstiefel – ideal für lange Trekking- und Bergtouren in mittleren und hohen Lagen sowie für technische Routen in Fels und Eis.

Kategorie D: Alpinstiefel – für Hochtouren, Mixed- und Eisklettertouren in hohen Lagen, komplett steigeisenfest und warm isoliert.

Folgt man dieser Klassifikation im Hinblick auf ein geeignetes Paar Wanderstiefel für ein 24 h Wanderevent oder eine nicht zu anspruchsvolle Weitwanderung landet man in der Regel bei Schuhen und Stiefeln der Kategorien A/B oder B. Schuhe dieses Typs weisen das richtige Verhältnis von Härte und Steifigkeit zu gutem Grip und Stabilität auf, das ein sicheres und dennoch bequemes Gehen auch abseits befestigter Wege ermöglicht. Je nach Anspruch der geplanten Wanderung bzw. des Events kann auch der Sprung zur Kategorie B/C sinnvoll sein.

Worauf man bei allen Wanderschuhen und -stiefeln – unabhängig der Kategorien und besonders auf langen Touren – achten sollte, ist der Gehkomfort. Das beinhaltet nicht nur einen passenden Schuh, der nicht drückt und in dem man sich keine Blasen läuft, sondern auch einen Schuh, in dem man weite Strecken ohne müde und schmerzende Füße zurücklegen kann. Dieser Gehkomfort wird gleich von einer Reihe verschiedener Eigenschaften des Stiefels beeinflusst.

Die Härte der Sohle kann ein erstes Indiz für den Gehkomfort sein. Eine harte, steife Sohle bietet in der Regel weniger Komfort als eine weiche. Zwar besitzen die meisten Leicht- und Leichten Wanderschuhe eine eher dünne und filigrane Sohle, die von der Gummimischung her jedoch oft dieselbe ist wie bei schweren Stiefeln. Das heißt auch hier gibt es Schuhe mit harter und mit weicher Sohle. Eine harte Sohle bringt höhere Kantenstabilität und Verwindungssteifheit und damit einhergehend auch ein größeres Einsatzspektrum, gleichzeitig aber auch weniger Grip und Komfort.

Auf guten Grip sollte man immer achten. Schließlich weiß man nie, wie es hinter der nächsten Biegung aussieht.

Viel wichtiger für den Gehkomfort und die Entlastung der Füße ist aber die Dämpfung durch die gepolsterten EVA- und PU-Zwischensohlen. Da diese meistens bei Schuhen der Kategorie A/B und B auch eher dünn ausgeprägt sind und gerade auf langen Wanderungen mehr oder weniger stark zusammengepresst werden, kann sich auch hier im Zweifelsfall der Wechsel zu einem Stiefel der Kategorie B/C anbieten.

Je größer die Sprengung, desto besser und natürlicher das Abrollen des Schuhs oder Stiefels.

Mit der entsprechenden großen Sprengung – dem Abstand zwischen Sohlenspitze und Boden im Ebenen – kann man unabhängig von Sohlenhärte und Dämpfung für ein rundes Abrollverhalten sorgen. Eine geringe Sprengung hingegen erschwert ein anatomisch natürliches Abrollen des Fußes.

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Mit der Wissenschaft zum Gehkomfort – ELICA Natural Stride System

Natürlich werden die großen wie kleineren Wander- und Bergschuhhersteller nicht müde, den klassischen Wanderschuh mit allerlei Technologie aufzurüsten, die das Gehen angenehmer macht. Die Italiener von AKU beispielsweise verfolgen dabei einen wissenschaftlichen Ansatz und Arbeiten mit eng mit der Universität von Verona und dem Centro Ricerca Sport Montagna e Salute (Zentrum für Bergsport und Gesundheit) zusammen, um die ELICA Natural Stride System Technologie zu entwickeln und testen zu lasten. Wie diese Technologie funktioniert wollen wir euch exemplarisch vorstellen.

Das ELICA System basiert auf den verschiedenen Rotationsachsen von Vorfuß und Ferse. Während der Vorfuß in Bewegungsrichtung nach vorne „rotiert“, „dreht“ sich die Fersenachse während der Bewegung um die vertikale Achse. Um beide Rotationsachsen während der Gehbewegung in Einklang zu bringen sind mehrere Faktoren nötig. Der spezielle AKU-Leisten gleicht die verschiedenen Inklinationen zwar aus, herkömmliche Sohlensysteme können diese allerdings nicht probat umsetzen. Daher werden auch die Lauf- und die Zwischensohlen entsprechend angepasst.

Unter der Ferse ist die Außenseite der Laufsohle um einige Millimeter nach außen verbreitert. Zudem sind die Dämpfungsmaterialien Polyurethan (PU) und EVA asymmetrisch jedoch anatomisch präzise im Fersenbereich verteilt. Unter dem Vorfuß ist die Laufsohle ebenfalls um einige Millimeter nach innen verbreitert. So ist gewährleistet, dass jeweils im Moment des Auftreffens des Fußes auf den Untergrund der Druck, unter Berücksichtigung der Fußachsen, optimal auf die komplette Fußfläche verteilt wird. Dies gilt auch insbesondere für den Bereich des Fußgewölbes, das bei herkömmlichen Macharten keine Kraft aufnimmt und diese auf die Außenseite des Fußes verlagert.

Das Ergebnis dieser asymmetrischen Technologie ist ein nachgewiesen entspannteres Lauf- und Gehgefühl. Die Ermüdung tritt erst später auf, was längere und aktivere Wanderungen und Trekkingtouren zulässt. Noch mehr Infos gibt's im Video.

Weg von der grauen Theorie: Das sagen unsere ProduktScouts

Damit wir uns selbst ein Bild machen können, wie (und ob) das ELICA Natural Stride System den Gehkomfort verbessert, war AKU so freundlich unseren ProduktScouts ein paar Modelle mit Technologie zur Verfügung zu stellen. Hier könnt ihr nachlesen, was sie davon halten.

Unsere ProduktScouts durften die ELICA Technologie testen. Hier kannst du ihre Erfahrungen lesen (klick auf das Bild).

Was sonst noch wichtig ist: Diese Faktoren spielen beim Gehkomfort auch eine Rolle

Neben derart ausgeklügelten Technologien sind es aber auch ganz einfache Dinge, die darüber entscheiden, ob man sich in seinem Schuh oder Stiefel wohlfühlt. Das geht schon bei der Form des Leistens los, der sich von Hersteller zu Hersteller und meistens von Modell zu Modell unterscheidet. Das Spektrum reicht von schmalen, den Fuß eng umschließenden Perfomance-Leisten bis zu eher breiten und weichen Leisten, die voll auf Komfort ausgerichtet sind.     

Daneben gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer wichtiger Eigenschaften, wenn es um den Komfort und Tragekomfort geht. Ganz offensichtlich ist hier natürlich das Gewicht zu nennen, denn je schwerer ein Schuh oder Stiefel, desto schneller ermüden die Füße beim Laufen. Ebenfalls zu achten ist auf die richtige Größe des Schuhs: Wanderschuhe oder -stiefel dürfen ruhig ein bisschen zu groß sein. Beim Wandern – gerade auf längere Strecken – schwillt der gut durchblutete Fuß immer ein wenig an. Und auch die richtige Wandersocke kann den Komfort deutlich erhöhen.

Hat beides seine Vor- und Nachteile: Leder und Micromesh

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Auch das Material des Schuhs spielt eine Rolle für den Komfort –  hier konkurriert dickes robustes Leder mit eher luftig leichtem Micromesh? Die synthetischen Materialien sind gerade im Sommer sehr gefragt, da sie wenig Gewicht auf die Waage bringen und außerdem einen guten Feuchtigkeitstransfer nach außen ermöglichen. Mit einer wasserdichten Membran kann optional das Eindringen von Wasser verhindert werden.

Besonders in der Kategorie A/B sind flache bzw. halbhohe Modelle sehr häufig vertreten. Abgesehen von der persönlichen Vorliebe, ist hier vor allem das Gelände ausschlaggebend. Mehr Stabilität für schwierigeren Untergrund weisen die halbhohen Modelle auf. Mit einem knöchelhohen Wanderstiefel können sie es zwar nicht aufnehmen, einen gewöhnlichen Turnschuh stecken sie locker in die Tasche. Eine Zehenkappe mit hohem Gummirand ist bei Wanderschuhen eigentlich Pflicht. Noch besser ist ein voll umlaufender Gummirand.

Mit einem höheren Schaft hat man in der Regel höhere Stabilität und ist für unterschiedlicheres Terrain gewappnet.

Jetzt, wo ihr wisst, worauf es bei Wanderschuhen und -stiefeln ankommt um einen möglichst hohen Gehkomfort zu erzeugen, seid ihr bestens aufgestellt für die ein oder andere längere Tour – oder natürlich das ein oder andere 24-Stunden-Hiking Event. Noch mehr Infos zur Ausrüstung für längere Touren findet ihr übrigens in unserer Checkliste. Und jetzt ab an den Berg oder in den Shop, wenn ihr nochmal zuschlagen müsst.

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Gewinnspiel - ist leider beendet

Ihr wollt auch in den Genuss höchsten Gehkomforts bei Wandern und Weitwandern kommen, dann macht bei unserem Gewinnspiel mit. Zusammen mit AKU verlosen wir ein Paar AKU Tengu Low GTX Wander- und Trekkingschuhe. Ihr müsst nur die richtige Antwort auswählen und schon seid ihr dabei:

a) Die ELICA Technologie bringt die verschiedenen Rotationsachsen des Fußes in Einklang und erzeugt so höchsten Gehkomfort.

b) Die ELICA Technologie setzt auf eine dämpfende Zwischensohle aus Memory Foam, die sich der individuellen Form des Fußes anpasst und so höchsten Gehkomfort erzeugt.

Klick auf den "ZUM GEWINNSPIEL"-Button und gewinne ein Paar AKU Tengu Low GTX Wander- und Trekkingschuhe. Einsendeschluss ist der 25.10.2018, 23:59 Uhr.
Mitarbeiter von AKU oder OUTSIDEstories dürfen leider nicht teilnehmen. Zudem musst du volljährig sein und aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz stammen. Alle Teilnahmebedingungen findest du hier.

Sponsored Post: Dieser Blog-Post wurde mit freundlicher Unterstützung von AKU erstellt. Siehe auch unser Blog-Verhaltens-Kodex.

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