HYDRO FLASK Wide Mouth 1,2L - Trinkflasche

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Gute Trinkflasche für den Alltag, nichts für Touren.
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14. Juli 2019
Gute Trinkflasche für den Alltag, nichts für Touren.

Vorteile

  • BPA Frei
  • Kein Plastik in der Flasche selbst
  • Gute Dämmfähigkeit
  • Robuste Beschichtung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Kohlensäure geeignet

Nachteile

  • Schwer
  • Teuer
  • Plastikdeckel
  • Voluminös

Die Bewertung

Hydro FlaskHydro Flask

Bewertung:

In der nachfolgenden Bewertung habe ich mich der Wide Mouth von Hydro Flask gewitmet. Wie immer, werde ich zuerst auf die technischen Daten des Produktes eingehen, bevor ich im späteren Verlauf die Pro und Contras des Produktes genauer erläutere.  

Technische Daten:

  • TempShield (doppelwandige Vakuum-Isolierung
  • BPA Frei
  • Flasche: 100% 18/8 lebensmittelechter Edelstahl
  • Deckel: 100% Polypropylen
  • Wide Mouth Trinköffnung 5,8cm
  • Maße: 22.1 x 9,1cm
  • Gewicht: 442g
  • Füllmenge 946ml / 32oz
  • hält 6h warm (laut Hersteller)
  • hält 12h kalt (laut Hersteller
  • Preis ca 45€

Zur Flasche:

Auf den ersten Eindruck macht die Flasche einen sehr robusten Eindruck. Besonders vermutlich auch durch ihr hohes Gewicht von einem knappen halben Kilo. Natürlich muss einem bewusst sein, dass man eine "Thermoskanne" in den Händen hält, welche nunmal eine gewisse Masse benötigt um eine gute Wärmedämmung zu erreichen. Was mir persönlich auf Anhieb sehr gut gefallen hat, war der Blick in die Flasche (wie auch unten zu sehen), denn da war kein Plastik zu sehen! Mit dem selben Blick wird einem auch direkt bewusst, woher der doch sehr hohe Preis der Flasche kommt. Edelstahl & kein Plastik = teuer.

Laut Hersteller ist ein lebensmittelechter Edelstahl in der Flasche verbaut, welcher durch seine Eigenschaften Geruchs und Geschmacksneutral sein soll. Das kann ich so  nur bedingt unterschreiben. Geschmacksneutral ist die Flasche ohne Frage, doch ein Getränk über ein Paar Tage in der Flasche stehen zu lassen (weil vergessen), ruft eine gewisse Patina in der Flasche hervor, die ich jetzt nicht unbedingt als Geruchsneutral beschreiben würde. Zwar ließ sich diese nach kräftigem Schrubben entfernen, der Geruch jedoch ist noch nicht ganz verflogen.  

Die große Weithals Öffnung der der Flasche, ermöglicht einen sehr angenehmen Trinkkomfort (Bild unten). Ebenso lässt sich die Flasche durch die große Öffnung sehr leicht befüllen und anschließend reinigen. 

Hydro FlaskHydro Flask

Was mich stört an der Flasche, ist dass der Hersteller nicht darauf verzichten konnte einen Plastikdeckel auf die sonst Plastefreie Flasche zu packen. (Deckel ist in dem unteren Bild zu sehen). Andere Hersteller schaffen es ja auch selbst Thermoprodukte mit Metalldeckeln zu versehen (siehe KleenKanteen). Als Plus Punkt sehe ich jedoch, dass dieser BPA frei ist, was auf der anderen Seite jedoch die meisten Hersteller mittlerweile angeben. Zu dem Bügel an dem Deckel, welchen Hydro Flas "Flex-Cap" nennt kann ich sagen, dass dieser zwar ganz schick aussehen mag und mit seiner Metallbefestigung an der Seite vielleicht auch recht stabil verankert ist, jedoch würde ich mir die Flasche im gefüllten Zustand nicht mit einem Karabiner an der Außenseite meines Rucksackes befestigen, da ich der Festigkeit nicht traue. 

Hydro FlaskHydro Flask

Zur Isolierung kann ich folgende Aussagen treffen. Da ich nicht über ein Thermometer verfüge, kann ich keine genauen Temperaturangaben machen, nach welcher Zeit in der Flasche welche Temperatur herrscht. In meinem ersten Test, habe ich heißen Tee in die Flasche gefüllt und diese für ca. 8h in den Kühlschrank gestellt. Nach dieser Zeit war der Tee zwar nicht mehr heiß, jedoch auch nicht eiskalt. Da ich diese Flasche hauptsächlich im Alltag nutze, kann ich die Aussage treffen, dass alle kalten Getränke, die ich morgens in die Flasche gefüllt habe, über den Tag hinweg immer noch angenehm kühl zu trinken waren. Des weiteren ist mir die Flasche äußerst positiv aufgefallen, als ich diese im Auto vergessen habe auf das die Sonne ordentlich gebrutzelt hatte. Nach einer Stunde holte ich die Flasche aus dem Wagen und das Trinken war nach wie vor sehr angenehm gekühlt. 

Fazit:

Eine schöne Flasche, welche eine sehr hohe Verarbeitungsqualität aufweist. Leider ist in der heutigen Zeit alles was nachhaltig produziert wurde leider auch meist recht teuer. Den Preis von Knapp 50€ finde ich ziemlich überzogen für das Produkt. Auf Tour würde ich diese Flasche niemals mitnehmen, da sie einfach viel zu schwer ist und ich eh so viel  trinke, dass mir der knappe Liter zu wenig ist. Ich werde die Flasche weiterhin im Alltag nutzen und mich je nach Wetterlage an warmen oder kalten Getränken erfreuen. 

Zusatzinfo: 

Für diejenigen, die sich diese Flasche zugelegt haben besteht die Möglichkeit, sich bei www.hydroflask.com zu registrieren, worauf das Unternehmen 5% des Nettoerlöses der Flasche an Wohltätigkeitsorganisationen spendet. Gute Sache!

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Leichte Alternative zu Thermoskannen
King Review
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ProduktScout
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10. Juni 2019
Leichte Alternative zu Thermoskannen

Vorteile

  • Große Öffnung
  • Gut zu haltende Außenbeschichtung
  • gute Isolierung
  • Gewicht
  • robust
  • Schraubverschluss mit Henkel

Nachteile

  • Trinkrand wird sehr heiß
  • kein Becher
  • teuer
  • zu breit für typische Flaschenhalter
  • nicht Spülmaschinenfest
  • nicht für den Gefrierschrank

Die Bewertung

Ich durfte die Hydro Flask Flasche die letzten Wochen testen. Großteils befüllte ich sie mit warmen Flüssigkeiten und nutzte die Wärmeerhaltung der Flasche. Aber auch die Kühl-Halte-Eigenschaften der Flasche testete ich.

Übersicht

Aufbau / Fakten:

  • Metallflasche (rostfreier Stahl)
  • Außen anti rutsch beschichtet
  • weite Öffnung (5,5 cm Durchmesser)
  • Metallrand (zum Trinken)
  • Kunststoffverschluss
  • Tragegriff am Verschluss (wegklappbar)
  • breite Flasche (zu groß für typische Flaschenhalter (ca. 8,8 cm Durchmesser)
  • BPA frei
  • 40 oz bzw. 1,18 Liter
  • limitierte lebenslange Garantie gegen Herstellfehler
  • doppelwandig isoliert
  • nicht Spülmaschinen fest
  • nicht für den Gefrierschrank geeignet
  • nicht für Mikrowellen geeignet.

Übersicht

Isolationstest: Heiß

Ich habe die Isolationsfähigkeiten der Flasche getestet, indem ich Wasser aufkochte, die Flasche damit komplett voll füllte und diese dann in den Kühlschrank stellte. Da ich leider nur ein Fiberthermometer zur Temperaturmessung hatte, ist die Zahlenlage etwas ernüchternd (dank eingeschränktem Messbereich). Ich lagerte daher ca. 1,2 Liter  ungefähr 95°C heißes Wasser bei 2-8°C im Kühlschrank. Ich testete die Wassertemperatur über 24 Stunden und öffnete dabei die Flasche nur 6 Mal, während der Messungen. Je öfter die Flasche geöffnet wird, desto schneller würde die Flüssigkeit auch auskühlen. Weiters öffnete ich die Flasche und führte die Messungen bei Raumtemperatur durch und nicht bei eisigen Temperaturen. Bevor ich zu den Ergebnissen komme noch ein paar allgemeine Punkte, die dabei aufgefallen sind. Nachdem ich das kochende Wasser eingefüllt hatte, wurde die Flasche überhaupt nicht heiß. Das weist schon einmal auf gute Isolationseigenschaften hin.

  • nach 2 Stunden: Wasser sehr heiß, Trinkrand sehr heiß, Flasche kühlschrankkalt, Deckel recht warm
  • nach 7 Stunden:  nach 2 Stunden: Wasser sehr heiß, Trinkrand sehr heiß, Flasche kühlschrankkalt, Deckel recht warm
  • nach 17 Stunden: Wasser gut warm (angenehme Trinktemperatur), Trinkrand kaum warm
  • nach 19 Stunden: Wasser gut warm (angenehme Trinktemperatur), Trinkrand kaum warm
  • nach 22 Stunden: Wasser 39,7°C
  • nach 24 Stunden: Wasser 37,5°C --> noch immer gut warm

Fazit: Die Flasche hält auch bei wenigen Plusgraden wirklich gut warm. Der Haupt-Wärmeverlusti ist leider über den Kunststoffdeckel, welcher anfangs auch gut warm wurde. Da die Flasche, im Vergleich zu einer Thermoskanne, keinen Trinkbecher dabei hat, ist es anfangs nicht ganz einfach daraus zu trinken. Wenn der Inhalt noch sehr heiß ist, kann man diesen so oder so kaum trinken, leider wird dann auch der Metallrand der Flasche, an dem man trinks, wirklich sehr heiß.

Von den Isolationseigenschaften finde ich die Flasche aber wirklich super. Sie ist doch um einiges leichter und handlicher als eine Thermoskanne und hält eine gewisse Zeit warm. Die perfekte Temperaturoptimierung wie bei einer Thermoskanne (am Vorabend Teekochen damit unter Tags dann die ganze Zeit eine trinkbare Flüssigkeit vorhanden ist) ist mit der Flasche nicht so möglich, da jede Temperatur über einen kürzeren Zeitraum als bei einer Thermoskanne gehalten wird. Für wirklich sehr kalte Tage in kombination mit einer langen Tour würde ich die Flasche daher nicht empfehlen.

Die Herstellerangaben sagen:

Flüssigkeiten bleiben bis zu 24 Stunden kalt oder dampfend heiß bis zu 6 Stunden.

Herstellerangaben

Da ich nur Testpunkte nach 2 Stunden und nach 7 Stunden hatte, nach den 7 Stunden das Wasser aber noch richtig heiß und absolut nicht trinkbar war, kann ich dieser Aussage bezüglich dem Warmhalten auf jeden Fall zustimmen.

Isolationstest: Kalt

Leider habe ich kein Thermometer, welches einstellige Plusgrade bzw. niedrige zweistellige Plusgrade messen kann. So nutze ich die Sommertage für einen subjektiven Isolationstest.

Ich kühlte die Flasche offen, inklusive Deckel, 2 Stunden im Kühlschrank vor, ehe ich kaltes Leitungswasser einfüllte. Dann ließ ich die Flasche offen über Nacht im Kühlschrank stehen. (Offen, damit die Flüssigkeit noch weiter abkühlen konnte). Am nächsten Tag nahm ich die Flasche mit ins Auto und lies sie dort verschlossen 13 Stunden stehen. Leider war es nicht gerade der heißeste Sommertag, aber die Durchschnittstemperatur war 32,5°C und die Höchsttemperatur bei 43,7°C (siehe Bild unten; gemessen indem ich meine Sportuhr auf die Flasche ins Auto legte und mitlaufen ließ).

Außentemperatur Kühlungs-Test
Außentempemperatur beim Kühl-Halte Test

Kältetest Ergebnis:

Den ersten Test machte ich nach 9,5 Stunden; hier waren auch die höchsten Temperaturen schon vorbei. Im Auto war es relativ warm; das Wasser in der Flasche erfrischend kühl.

Auch nach 13 Stunden war das Wasser noch sehr erfrischend.

Praxistest:

Das Trinkverhalten aus der Flasche ist, trotz der weiten Öffnung, sehr angenehm. Lediglich beim Trinken im Auto muss man etwas aufpassen, dass man sich nicht anschüttet.

Trinken

Ich habe die Flasche sowohl zu Hause, im Auto als auch beim Wandern, Klettern und am Strand getestet.

Wenn ich eine neue Flasche habe, wasche ich diese immer zuerst mit kochend heißem Wasser aus (das wird bei dieser Flasche auch empfohlen).

Von Anfang an konnte ich dann aber keinerlei Metallgeschmack oder andere komische Geschmäcker feststellen.

Die Flasche ist recht groß und breit, liegt aber dennoch gut in der Hand. Die anti-Rutsch-Beschichtung ermöglicht es auch, die Flaschen, wenn sie voll, schwer und außen nass ist, fest in der Hand zu halten.

Der Schraubverschluss macht einen sehr robusten Eindruck. leider wird der Metallrand oben wirklich sehr heiß und man kann lange nicht aus der Flasche trinken, wenn heiße Flüssigkeiten eingefüllt werden.

Gewinde

Der Kunststoffdeckel dichtet wirklich sehr gut. Die umklappbare Lasche, an der die Flasche aufgehängt werden kann, finde ich super. Sie wirkt sehr stabil und ich habe keinerlei Bedenken die volle Flasche daran aufzuhängen.

Verschluss

Der allgemeine Eindruck der Flasche ist sehr roust. Einerseits der Stahlkörper, aber auch das Schraubgewinde und der Deckel wirken langlebig und robust.

Auch wenn die Flasche nicht für den Geschirrspüler geeignet ist, ist die Reinigung, dank der weiten Öffnung sehr einfach.

Öffnung

Jetzt im Sommer war einige Hauptverwendung auch, in der Früh kaltes Wasser in die Flasche zu füllen und diese dann ins Auto zu legen. Nach einer eher heißen Wander- oder Klettertour freut man sich so oder so meist schon auf die Wasserreserven im Auto. Umso herrlicher war es, wenn diese dann auch noch erfrischend kühl sind!

Gerade im Auto fiel jedoch auf, das die Flasche leider nicht in den normalen Getränkehalter passt und ich musste sie immer irgendwo hinlegen.

Zusammenfassung:

Für mich ist die Hydro Flask das optimale Mittel zwischen "normaler" Trinkflasche und Thermoskanne. Daher kann ich sie jedem empfehlen der seine Getränke gerne gut temperiert haben will, dabei jedoch keinen Extremtemperaturen ausgesetzt ist, bzw. unendlich lange unterwegs ist. Für einen Halbtag oder auch einen Tag hält die Flasche die Temperatur ihres Inhaltes und ist dabei schmäler und leichter als eine Thermoskanne. Wem die Flüssigkeitstemperatur aber relativ egal ist, empfehle is eine "normale" Trinkflasche, da diese doch um einiges leichter ist.

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Hallo Melm, habe Deinen tollen ausführlichen Bericht über die Hydro Flask 40oz Wide Mouth entdeckt. Ich bin hier in Deutschland für die PR von Hydro Flask zuständig und möchte kurz kommentieren: Das Prinzip von Hydro Flask ist "eine Flasche fürs ganze Jahr" - ob heiß oder kalt. Dabei halten die vakuumisolierten, doppelwandigen Flaschen aus Lebensmitteledelstahl Kaltes bis zu 24Std. eisgekühlt, Heißes bis zu 12Std. lang heiß. Diese von Dir getestete Flasche ist daher keineswegs eine "leichte Alternative zu einer Thermoskanne" sondern eben eine "Ganzjahrestrinkflasche". Daher kann man sie auch nicht direkt mit der klassischen Thermoskanne vergleichen (wir hätten sonst auch einen Becher diazugeliefert). Wer also Ressourcen sparen möchte und nur noch eine Flasche überall mit hinnehmen will - und dabei Wert auf wohl temperierte Getränke hält, für den ist die Hydro Flask die perfekte Flasche. Sonnige Grüße
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Heißer Tee statt eingefrorenem Trinken, Luxus auf Hochtouren
King Review
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21. Mai 2019
Heißer Tee statt eingefrorenem Trinken, Luxus auf Hochtouren

Vorteile

  • hohe Isolationswirkung (nach 12 h noch 55 °C)
  • Verschluss schließt auch bei Überdruck gut ab
  • sehr robust, hält Stürze aus
  • isolierender Kunststoffgriff, kein kaltes Metall
  • kann mit Karabiner gegen Verlust gesichert werden
  • leicht zu reinigen, dank der großen Öffnung

Nachteile

  • hohes Gewicht (477 g)
  • der Deckel isoliert nicht optimal
  • ohne Tasse, Verbrennungsgefahr
  • Isoliert schlechter als emsa- u IKEA-Flasche
  • Silikonring aus Deckel kann verloren gehen
  • Dichtungsring schwierig zu entnehmen (Reinigung)

Die Bewertung

Diese Flasche soll heißes oder kaltes Trinken möglichst lange nahe an seiner ursprünglichen Temperatur halten. Doch ist es beim Bergsteigen schon ein enormer Vorteil, wenn einem das Trink- und Kochwasser nicht über Nacht in der Flasche gefriert. Natürlich kann man den Tag mit Schneeschmelzen beginnen, oder die Trinkflasche mit all den anderen Sachen, wie Kleidung, Innenschuhen, Gaskartuschen, Batterien, Akkus usw., die getrocknet oder warm gehalten werden müssen, in den Schlafsack tun. Doch ist das umständlich und kostet Zeit. Und selbst tagsüber ist mir mitten im Schneesturm schon das Trinken im Rucksack eingefroren. Andererseits kann man sich am Tee in einer Flasche, die so gut isoliert wie diese, auch ganz schnell mal die Zunge verbrennen.

Hydroflask am Gebirgsbach bei FieschHydroflask im Bachbett (Okertal, Harz)

Anwendungsbereich

Bergsteigen: Ich habe jetzt seit einigen Jahren eine Hydro Flask in meiner Ausrüstung für Winter- und Hochtouren. Seit dem ist mir nicht einmal das Trinken eingefroren. Somit geht weniger Zeit und Arbeit für die Wasserversorgung drauf. Zudem schätze ich mittlerweile den Luxus von ganztägig heißen Getränken bei ungemütlichem Wetter am Berg. Auch die Druckunterschiede durch die zurückgelegten Höhenmeter verkraftet die Hydro Flask. Bei einem Überdruck läuft nichts aus und bei einem Unterdruck lässt sie sich mit etwas Gewalt öffnen, wobei lediglich der Dichtungsring aus Silikon auf dem Deckel fallen und verloren gehen kann.

Wandern, Paddeln und Angeln: Wenn es draußen nicht allzu kalt und windig ist, brauche ich eigentlich nichts Warmes zu trinken. Beim Angeln stehe ich aber lange an einem Ort und bewege mich nicht allzu sehr. Hier kann einen ein heißer Trunk schon mal gut durch den Tag bringen. Zudem muss die schwere Flasche ja nicht umhergetragen werden. Auch bei Touren mit einem Boot oder einem festen Lager habe ich sie derzeit gerne dabei.

Strand: Bei besonders heißem Wetter kann die Hydro Flask wieder ihre Stärken ausspielen. Getränke bleiben in ihr natürlich ebenso länger kalt. Auch zwei schön kalte alkoholfreie Weizen finden in ihr vorrübergehend Platz und halten die Kohlensäure recht lange. CO2 ist nämlich im Kalten besser löslich und mit Überdruck kommt die Flasche auch gut klar. Und wird das Getränk mit Eiswürfeln ergänzt, bleibt es nahezu ewig kalt.

auf dem Grand Combinam Aletschhorn

Material

Die Flasche selbst ist aus doppelwandigem Edelstahl gefertigt. In der Kammer dazwischen ist ein Vakuum. Dieses isoliert hervorragend, ohne dabei etwas zu wiegen. Der Deckel ist aus Kunststoff. Nach einem harten Sturz auf steinigen Boden hat meine 1.2 L Flasche eine tiefe Delle und Kratzer am unteren Rand. Die ist jedoch nach wie vor dicht und funktionsfähig.

Gegenüber anderen Trinkflaschen ist eine doppelte Wand aus Edelstahl natürlich sehr schwer. Die 1.2 L Hydro Flask wiegt gegenüber der 1 L Kunststoff-Nalgeneflasche auf ihr Volumen bezogen das 2.5-fache.

Beschädigung nach Sturzunterschiedliche Versiegelung am Flaschenboden

Nutzen Kosten Rechnung

Es gibt die Hydro Flask in verschiedenen Größen. Da sich deren Formen aber nicht wirklich unterscheiden, ist das Oberflächen- zu Volumenverhältniss (A/V) bei den größeren Flaschen besser. Die Oberfläche ist nämlich die Grenzfläche zur Umgebung, an der ein Wärmeaustausch unterbunden werden soll. Je kleiner diese im Verhältnis zum Volumen ist, desto besser. Optimal dafür wäre eine Kugelform, sprich je niedriger und breiter die Flasche ist, desto besser.

Um den Effekt des A/V-Verhältnisses auf die Fähigkeit die Temperatur des Inhaltes möglichst lange aufrecht zu erhalten zu testen, habe ich einen Versuch mit der 1 L und der 1.2 L fassenden Hydro Flask durchgeführt. Meine Annahme damals beim Kauf der 1.2 L Variante war zum einen die, dass diese besser isolieren dürfte und zum anderen die, dass sich das Extragewicht eher lohnt, wenn das Gewichts zu Volumenverhältnis möglichst klein ist. Sprich, ich habe dann wenigstens einiges an trinkbarer Flüssigkeit, für das sich der Aufwand lohnt.

Die A/V-Verhältnisse: 1 L Variante: 77.75 m^2/m^3 --- 1.2 L Variante: 77.45 m^2/m^3

Die Gewichts zu Volumenverhältnisse: 1 L Variante: 502 kg/m^3 --- 1.2 L Variante: 450 kg/m^3

Letztlich hat das A/V-Verhältnis aber keinen relevanten Einfluss auf die Isolation und schwer sind die Flaschen auch beide. Zerbrecht euch also nicht zu sehr den Kopf über solche Details und schaut einfach, ob euch der Luxus die 477 g der Flasche wert ist. Achtet lieber auf Tipps wie diesen: Lagert die Flasche im Rucksack stets aufrecht, sodass die Flüssigkeit keinen Kontakt zum Deckel hat. Dieser ist die Schwachstelle an der Rundumisolation.

Zustieg zum Grand CombinRuhetag bei Visp

Daten

Gewicht: 477 g

Volumen: 950 mL

Oberfläche: 777.5 cm^2

am Grand Combin Camp 2am Grand Combin Camp 2

Versuch zur Isolation

Um das tatsächliche Wärmerückhaltvermögen zu bestimmen habe ich mal ein paar Versuche mit der Flasche gemacht. Dabei wurde sie jedes Mal mit sprudelnd kochendem Wasser befüllt, verschlossen und bei Raumtemperatur stehen gelassen. Die Temperatur der Füllung wurde regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg gemessen. Zu sehen ist tatsächlich, dass sich der Inhalt bei einer geringeren Außentemperatur schneller und bei einem größeren Flaschenvolumen langsamer abkühlt. Dieser Unterschied ist aber vernachlässigbar klein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Flasche heiße Getränke über einen sehr langen Zeitraum heiß bzw. warm hält. Das etwa 95 °C heiße Wasser hatte nach 6 h ca. 70 °C, nach 12 h um die 55 °C und nach 24 h immer noch an die 40 °C. Die Temperaturzeitprofile über 12 und 24 h siehst du hier:

Plot Temperatr ueber 12hPlot Temperatur ueber 24 h

Versuche zum Vergleich

Um das Wärmerückhaltvermögen der Hydro Flask einordnen zu können, habe ich einen Versuch zusammen mit Flaschen von emsa und IKEA durchgeführt. Dabei wurden alle Flaschen zeitgleich mit sprudelnd kochendem Wasser befüllt, verschlossen und für über 12 h im Kühlschrank stehen gelassen. Die beiden Flaschen von Hydro Flask schneiden dabei nicht schlecht ab, beträgt die Wassertemperatur nach über 12 h bei einer Umgebungstemperatur von 6 °C immerhin noch um die 50 °C. Jedoch hat das Wasser in der vergleichbar großen emsa-Flasche noch 67 °C und das der IKEA-Flasche sogar noch 70 °C. Sogar das in der 0.5 L emsa-Flasche ohne Tasse auf dem Deckel ist mit 54 °C noch wärmer. Ob einem da das Können der Hydro Flask ausreicht, muss ein jeder selbst beurteilen. Zudem haben die anderen Flaschen einen Becher dabei, der das Trinken ohne sich zu verbrennen deutlich erleichtert.

verschiedene nummerierte IsolationsflaschenPlot der Wassertemperatur vor und nach 12 h im Kuehlschrank

Grund für die vergleichsweise schlechte Leistung der Flaschen von Hydro Flask ist meiner Meinung nach der Deckel. Dieser ist deutlich breiter und flacher als der der anderen und wird merkbar warm. Eine so weite Öffnung erleichtert zwar das Befüllen und Reinigen, lässt aber auch die Wärme raus. Links ist der Deckel der Hydro Flask mit dem herausgenommenen Dichtungsring, rechts der der 1L IKEA-Flasche zu sehen.

Deckel der Hydroflask mit DichtungsringDeckel der IKEA-Flasche

Resümee

Zwischen einfachen Trinkflaschen aus Kunststoff und Metall auf der einen und Faltflaschen sowie Trinksystemen auf der anderen Seite hat die Hydro Flask einen festen Platz in meiner Ausrüstung gefunden. Doch ist es jedes Mal abzuwägen, ob die Vorteile der Isolation den Nachteilen des größeren Gewichst überwiegen. Meist entscheide ich das für jede einzelne Tour ganz spontan. Auf Touren ins Kalte und Nasse hat sie mich aber absolut überzeugt und hier möchte ich sie auch nicht mehr missen. Wer jedoch nach einer günstigen Alternative sucht, der muss nicht zwingend an etwas Schlechteres geraten.

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Servus Daniel, tolle Bewertung, vor allem die Langzeitwirkung der Isolation mit Diagramm, klasse. Aber für mich hinkt der Vergleich mit den Emsa, bzw. Ikea Thermoskannen. Und zwar genau deshalb weil du eine Thermoskanne mit einer Trinkflasche vergleichst. Die Hydroflask ist eine Trinkflasche die - gerade mit dem "Henkeldeckel" auch zum schnellen Mitnehmen, z.B. mit Karabiner am Rucksack befestigt - gedacht ist. Ein solcher Verschluß kann nicht die gleiche Isolation eines Verschluss einer Thermoskanne mit Trinkbecher als zusätzliche Isolation erreichen. Ich besitze z.B. eine Thermoskanne von der Firma Thermos, bei der ist der Tee nach 24 Stunden noch richtig heiß. Das können und sollen meine Trinkflaschen von Hydroflask bzw. Earthwell gar nicht leisten, aber wie gesagt die benutze ich auch für andere Einsatzbereiche. Sportliche Grüße vom Alpenrand

Hey felsenkraxler, danke für deinen Kommentar. Mein Blick auf die Flasche rührt sicher ein wenig daher, dass ich zuvor nie eine Thermoskanne auf Touren verwendet habe und die Hydroflask anfänglich für eine hielt. Ich hoffe es ist im Artikel deutlich geworden, dass ich den Deckel auch für einen Vorteil im Punkto Befüllen, Befestigen und Reinigen halte und mir die Isolationswirkung völlig ausreicht. Am Berg ist es zwar recht kalt, doch leere ich die Flasche meist eh über den Tag oder spätestens am nächsten Morgen. Und wenn man unterwegs aus der Flasche trinkt, ist zu heiß auch nicht gerade gut. Der Vergleich mit den Flaschen von emsa und IKEA ist jedoch für jene gedacht, die überlegen, das Extragewicht für eine isolierende Flasche in kauf zu nehmen und gerne einen Vergleich zu genau so schweren Thermoskannen hätten. Und da das Gewicht für mich als Bergsteiger immer das größte Argument ist, gleicht die Hydroflask aus diesem Blickwinkel nunmal den Thermoskannen. Liebe Grüße aus den hohen Norden
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Nie wieder eingefrorenes Wasser auf Hochgebirgs- und Wintertouren. 1.2 L Trinken bleiben hierin besonders lange warm oder kalt.
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26. April 2018
Nie wieder eingefrorenes Wasser auf Hochgebirgs- und Wintertouren. 1.2 L Trinken bleiben hierin besonders lange warm oder kalt.

Vorteile

  • gutes Innenvolumen zu Gewicht Verhältniss
  • isoliert wie nichts (Vakuum)
  • große Öffnung (schnelles Befüllen und Reinigen)
  • auch Deckel relativ gut isolierend
  • Kunststoffhänkel (tragen ohne Metallkontakt)
  • robust

Nachteile

  • wiegt nunmal mehr als eine Plastikflasche

Die Bewertung

Auf Hoch- und Wintertouren hatte ich oft das Problem, dass mein Trinken und Kochwasser für das Frühstück über Nacht eingefrohren sind. Im Schneesturm passiert das auch mal tagsüber im Rucksack. Und alles mit in den Schlafsack nehmen geht auf Dauer auch nicht. Dort sind ja schon die Kleidung und die Innenschuhe, die getrocknet werden wollen, zudem gelegendlich Gaskartuschen, Batterien und Akkus usw.

Seit ich diese Flasche in meiner Ausrüstung habe ist mir nicht einmal mehr das Trinken eingefroren. Man erhält damit den Luxus sich nicht um das Wasser kümmern zu müssen und hat zudem stets heißes Trinken. Ein unbeschreiblicher Luxus bei kaltem und schlechtem Wetter am Berg.

Dieser Luxus bringt aber den Nachteil des höheren Gewichts mit sich. Verglichen mit einer 1 L Kunststoff-Nalgeneflasche wiegt die Hydroflask auf ihr Volumen bezogen das 2.5-fache. Ob man dieses Extragewicht in Kauf nehmen möchte, muss ein jeder für sich entscheiden. Ich kann aber gerade bei mehrtägigen Touren und Übernachtungen bei Minusgraden nur dazu raten.

Für milderes oder gar warmes Wetter würde ich andere Flaschen und Trinksysteme empfehlen. Es gibt einige, die über eine große Öffnung zum schnellen Befüllen und gutem Reinigen verfügen. Alle samt leichter aber eben unisoliert. Wer jedoch auf kalte Getränke steht, hat mit der Hydroflask auch eine Flasche, die diese sehr lange kalt halten kann. Ein zwei Eiswürfel können das noch unterstützen.

Daten Gewicht: 540 g, Volumen: 1.2 L, Höhe: 27 cm, Durchmesser: 9 cm

Resumee Ich bin von dieser isolierenden Trinkflasche vollkommen überzeugt worden und möchte sie auf keiner Tour ins Kalte mehr missen. Doch hält sie fast zu gut warm. Wenn man sich morgens darin einen Tee aufbrüht kann man sich daran abends noch verbrennen. Tipp: Lagert sie im Rucksack aufrecht, sodass die Flüssigkeit keinen Kontakt zum Deckel hat. Dieser ist die kleine Schwachstelle an der Rundumisolation.

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