Ortlieb Back-Roller Urban QL2.1 - coffee

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Einfache robuste Gepäckträgertasche - tut was sie soll gut, aber nicht sehr viel mehr
23. November 2015
Einfache robuste Gepäckträgertasche - tut was sie soll gut, aber nicht sehr viel mehr

Vorteile

  • stabil und langlebig
  • einfach und funktional
  • reduzierter Preis
  • gute Ersatzteilversorgung

Nachteile

  • "Globetrotter" Print

Die Bewertung

Verwendung und Anspruch:

Ich bin Radpendler (ca. 40 km am Tag) und Reiseradler (insgesamt ca. 8000 - 10000 km Jahreskilometer). Ausrüstung und Material fürs Fahrrad muss in erster Linie robust und funktional sein. Die Ausrüstung muss bei geringer Pflege angemessen lang halten.

Optik und Verarbeitung:

Die Optik der Taschen ist meiner Meinung nur mäßig. Das Globetrotter-Design ist sehr markant. Für meinen Geschmack könnte die Preisreduktion für so viel Werbefläche größer sein.

Die Tasche an sich ist gut verabreitet. Die Verschweißungen halten und das Material ist unanfällig gegen Scheuern. Hängen bleiben an Ecken, einen Sturz, Gestrüpp und Weiteres konnten die Taschen schon erleben. Bis jetzt sind die Taschen seit gut zwei Jahren im Einsatz. große Abnutzungserscheinungen sind mir noch nicht begegnet. Geschohnt werden die Taschen definitiv nicht - bis 15 kg pro Tasche wurden sie verwendet.

Ein paar mangelhafte Verarbeitungsdetails/Konstruktionsdetails haben sie allerdings: die Schrauben an der Rückplatte sind nicht abgedichtet, hier kann feuchtigkeit eindringen. Die Haltestrebe des QickLock-Systems ist sehr weich. Wenn die Haltepunkte wegen des Gepäckträgers nah beinander montiert werden müssen biegen sich die Streben deutlich durch (bei starker Beladung). Hier könnte Ortlieb etwas mehr Steifigkeit investieren. Die Rückplatte ist ebenfalls nicht besonders Steif ausgeführt. Je nach Beladung stehen sie schlecht oder biegen sich durch. Nach meiner Anwendungszeit hat sich jetzt der erste Defekt bemerkbar gemacht: ein Schnappverschluss ist gebrochen und muss getauscht werden.

Handhabung und Datails:

Hier hat Ortlieb leider etwas zu viel gespart (und dafür auch den Punktabzug). Ein bisschen mehr aufgeteilte Stauräume könnten es schon sein. Oder zumindestens Möglichkeiten etwas nachzurüsten (Ösen, Schlaufen, Dasychain o.ä.). Der verzurren von weiterem Gepäck ist nicht wirklich möglich. Wenn man das mit modernen Rucksäcken vergleicht ist das schon sehr puristisch. Der Stauraum im Innern könnte auch Unterteilungsmöglichkeiten bieten. Hier ist geschicktes Packen gefordert, wenn man das Volumen gut nutzen will. Ein großes Teil herausnehmen heißt dann auch meistens am Ende komplett neu einräumen. Es geht gut, aber komfortabel ist es nicht.

Mit einer oft geschrieben und gesagten unwahrheit möchte ich noch aufräumen: "Wasserdichte Packtaschen".

Dies ist definitiv falsch (Ortlieb sagt das im Orginal auch nicht so...)! Die Taschen sind lediglich Spritzwassergeschützt. Ich bin anfänglich dem Irrglaube erlegen die Taschen wären einigermaßen Wasserdicht. Ich hatte sie auf einer Kanutour auf dem Isteren-See in Norwegen im Einsatz und wurde dort eines besseren belehrt. Nach dem kentern war der Inhalt der Taschen komplett nass (obwohl die Taschen nicht komplett schwammen oder unter Wasser gedrückt wurden). Für diesen Zweck sind die Taschen weder gemacht noch geeignet. Ich hätte allerdings auch zweifel, dass immer alles komplett trocken bleibt wenn es mal richtig gießt und die Tasche z.B. liegt. Bei Starkregen vor dem Zelt lassen würde ich sie zum Beispiel auch nicht wenn es nicht unbedingt sein muss. Da wäre in meinen Augen durchaus noch Verbesserungspotential.

Vom Stauraum sind die Taschen gut. Mit den 2 x 20l Stauraum kann man schon arbeiten. Wenn es nicht regnet können die Taschen auch höher beladen, und nur durch umklappen der Oberseite verschlossen werden. Für kürzere Touren reicht das Volumen gut aus um alles nötige zu verstauen. Auf kurzer Tour (3-4 Tage) haben wir zu zweit mit jeweils 2 x 20l + Zelt ganz gute Erfahrung gemacht. Für Isomatten (Thermarest Trail-Pro), Schlafsack (normaler Kunstfaser, kein superkleiner Daunenschalfsack), ein paar Klamotten, Kocher (Trangia) und Lebensmittel für 2 Tage reicht das Volumen aus. Das Zelt wird extern auf, dem Gepäckträger verzurrt.

Zusammenfassung:

Gut verarbeit, robust und langlebig. Schlicht und ohne viel Schnick-Schnack. Leider auch kaum Details die einen besonders erfreuen.

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