SIMPLON Steamer Alu - E-Bike

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"Der Kracher“, wer ein supersolides Bike für jede Tour braucht und selbst bergab sehr ausgewogene und souveräne Fahreigenschaften sucht.
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23. Mai 2018
"Der Kracher“, wer ein supersolides Bike für jede Tour braucht und selbst bergab sehr ausgewogene und souveräne Fahreigenschaften sucht.

Vorteile

  • Antriebstarker Shimano Motor/ guter Vortrieb
  • 150mm Federweg
  • Gutes Fahrwerk
  • perfekte Geometrie
  • Aufrechte Sitzposition
  • relativ leicht gehalten

Nachteile

  • Motorgeräusch laut
  • nicht potent genug für harten Enduroeinsatz
  • Reifenwahl für Endurotour fraglich

Die Bewertung

Simplon präsentiert mit dem getesteten Steamer-Alu ein neu entwickeltes und kompaktes Mountainbike mit Shimano Steps E8000 Mittelmotor-System. Dieser solle aufgrund kurzer Kettenstreben ein sehr agiles Fahrverhalten ermöglichen. Die Aluminium-Version konnte ich unter verschiedensten Bedingungen unter die Lupe nehmen und so auf Herz und Nieren testen.

Das Steamer war vor allem auf Hometrails rund um Stuttgart unterwegs. Darunter waren Waldautobahnen, Singletrails sowie der Woodpecker- Trail in Stuttgart. Außerdem wurde es auf etwas gröberem Gelände im Silvretta Montafongebiet sowie auf dem Weg zur Arbeit getestet.

Das Wetter war dabei nicht nur sonnig, sondern auch regnerisch bis nass-feucht. Nasse Straßen oder Waldwege waren ebenso Bestandteil meiner Touren, sowie feuchte Wurzelpassagen oder Steine.

Die Aluminium- Variante wird von der Bikeschmiede aus Vorarlberg, im Vergleich zur Carbonversion, deutlich günstiger angeboten. Die Komponenten des Steamer- Alu sind trotzdem überragend, mit hochwertigem Rock Shox- Fahrwerk und XT-Schaltgruppe, sowie Magura MT7 Bremsen. Ein Elektrofully mit diesem sucht man in dieser Preisklasse sonst meist vergebens.

Erster Eindruck

Beim Steamer sticht gleich ins Auge, dass der 500 Wh-Akku des Shimano Steps E8000 Antriebes sehr gut in die Linienführung des Unterrohrs eingebettet wurde. Die schwarz- weiße Farbgebung integriert den Akku ebenso geschmeidig und passt zum Endurodesign.

Die Tourgene machen sich vor allem in der Reach und Sitzposition bemerkbar. Sie geben dem Fahrer eine aufrecht- komfortable Position für Allmountain- Touren im Sattel.

Das Bike präsentiert sich sehr wertig und der semi- integrierte Rahmen passt zum Umlenkungsdesign des Dämpfers. Die Optik wirkt grundsolide und keinesfalls zu wuchtig.

Auffällig sind außerdem die kurz gehaltenen Kettenstreben von 440 Millimeter. Die Motorbauweise von Shimano ermöglicht es, diese in einem so verspielten Bike perfekt zu integrieren. Manuals oder Wheelies sind dadurch kein Problem. Auch in der Bergaufperformance klebt das Vorderrad am Boden und hebt keineswegs unkontrolliert ab, sodass man gegensteuern müsste. Auch das Hinterrad hält bergauf den Bodenkontakt und setzt die Kraft des Motors konstant um.

Motor und Antrieb:

Meine Daten aus den Testfahrten ergeben in etwa vergleichbare Werte mit anderen namhaften Testern (aus der Fahrradpresse). Eine Tour aus der Vielzahl der Ausfahrten ergab, dass der Akku unter Volllast (Boostmodus/ maximale Unterstützung) in etwa 35 Km hält. Dies entsprach einer ermittelten Höhenmeteranzahl von ca. 760hm (5 ½ mal Woodpecker Downhill Strecke). Dabei ist zu beachten, dass unter maximaler Unterstützungsstufe Geschwindigkeiten bis zu 25 Km/h bergauf erzielt wurden und diese in keinster Weise Laborwerte widerspiegelt. Wenn das Steamer im Eco- bzw. Trailmodus gefahren wurde, erhöhte sich die Reichweite natürlich deutlich.

Das von mir getestete Shimano Steps E8000 System hatte noch kein Systemupdate, was zur Folge hatte, dass die Geräuschentwicklung des Motors noch etwas größer war. Die Verbindung mit meinem Handy gelang mir bedauerlicherweise nicht. Trotz mehrfacher Versuche blieb das Pairing erfolglos. Offensichtlich hatte mein SAMSUNG S4 Probleme die Verbindung herzustellen, weil darauf ein veraltetes Betriebssystem installiert war. Ich vermute aber, dass durch ein neueres Betriebssystem keine Probleme auftreten sollten. Da das Shimano Update 4.1.0 mittels E-Tube-App installiert werden sollte, ist eine Verbindung zum Handy dringend notwendig.

Der XT- Antrieb präsentierte sich grundsätzlich zuverlässig. Matschpassagen oder schlammige Strecken konnte ich in dieser kurzen Zeit allerdings nicht testen. Mir fiel, durch die Belastung des Antriebs auf die Kette, ein sehr direktes und somit “hackendes“ Ganggeräusch auf. Vermutlich müsste der Umwerfer nach und nach präziser justiert werden. Mit einem Upgrade auf eine elektronische Schaltung von Shimano, wie dem Di12, ließen sich diese harten Schaltvorgänge eventuell lösen. Vermutlich passt diese Antriebsgruppe, zusammen mit dem elektrischem Antrieb präziser.

Up- and Downhill:

Das Gefühl wie eine Rakete mit 25Km/h den Berg förmlich hinauf zu fliegen, verdankt der Fahrer der unglaublich ausgewogenen aufrecht aber angenehmen Sitzposition. Im Vergleich zu einem enduro- orientierten Bike können Bergaufpassagen problemlos gemeistert werden und somit sind auch technische Uphillkurven kein Problem. Das Steamer behält Grip und Tempo dank dem Shimano Mittelmotor-System, immer sicher und stabil. Die Bikeschmiede aus Österreich richtet mit dem Steamer Alu den Fokus an alle Tourenfahrer, die sich aber nicht scheuen auch den Einen oder Anderen Trail unter die Räder zu nehmen. Wird es sehr technisch auf Vollgas Abschnitten mit Steinen oder Wurzelpassagen, sagt es dir jedoch ganz klar: “Gang runter schalten und Gas raus nehmen“! Es ist ein Fully, welches an die Allmountainfraktion gerichtet ist, die Grenzen aber ganz klar absteckt. Bergauf enorm entspannt, bergab verspielt mit Genussfahrten.

Reifen und Fahrwerk:

Fahrwerksabstimmung bedeutet bei allen Herstellern eine präzise Einstellung. So will auch das Steamer das Potenzial von den 150mm Federweg maximal nutzen. Rock Shox macht es durch die Skala einfach, die 30% SAG richtig einzustellen. Die Hersteller raten zwar, bei einem tourenorientierten Bike eher 25% anzupeilen. Jedoch fühlten sich 30% aus dem Endurobereich wesentlich entspannter an.

In Verbindung mit den 2.6 er Nobby Nic Reifen, die den nötigen Flex ebenso beitragen, ergab dieses Setup bei mir eine sinnige Kombination aus Kompromiss von Federweg und notwendiger Härte bei Bergaufpassagen. Da diese Kombination auf Touren absolut ausreichend ist, hatte ich es nicht als notwendig erachtet die Reifen zu wechseln. Aus persönlicher Vorliebe, bevorzuge ich für nasse Wurzeln oder Steinpassagen, dann doch die Safety-first Kombi von Continental (Baron/ Kaiser/ oder Trailking).

Handling:

Vor allem der spritzige Charakter des Bikes macht sich im Antritt bemerkbar. Der 70NM starke Akku schreit förmlich danach sein Potential zu entfalten. Dies bestätigt sich dann auch, wenn das Steamer mit 25 Km/h den Berg hinauf fliegt. Alle Tretimpulse werden vom Motor, auch bei niederen Drehmomenten, bereitwillig umgesetzt und in Energie umgewandelt. Diese Eigenschaften bestätigten sich dann auch der Abfahrt. Egal ob bei Richtungswechseln oder verspielten Fahrmanövern, das Steamer setzte alle von mir gesetzten Impulse direkt und bereitwillig um. Mit dem Steamer pusht man sich förmlich über den Trail.

Die Neuauflage der Lyrik filtert sämtliche Unebenheiten feinfühlig weg. Das Ansprechverhalten ist um Längen besser geworden und macht sich bei harten Schlagabfolgen deutlich bemerkbar. Ebenso der Rock Shox Dämpfer harmoniert sehr gut in der 21,5 Kg Sänfte.

Fazit:

Das Steamer ist schlichtweg “Der Kracher“. Wer ein supersolides Bike für jede Tour braucht und selbst bergab sehr ausgewogene und souveräne Fahreigenschaften sucht, kommt an Simplon Bikes nicht vorbei. Einzig die überwiegenden Allmountain-Gene trüben etwas den härteren Enduroeinsatz. Freeridebikes die das potentielle Fahrwerk besitzen aber nicht die geeigneten Tourenfully's wären vereinen sich im Steamer. Es bringt die geeigneten Komponenten für eine beeindruckende Performance in Verbindung von Qualität für Touren und Trails. Wer sich aber dessen bewusst ist, findet im Steamer eine Spaßmaschine die ihresgleichen sucht.

Der Viergelenker-Hinterbau und die Geometrie ergeben ein Bike, das gut am Boden klebt aber nicht durch besonders herausragende Performance auf Enduro-Trails glänzen wird. All Mountain ist ganz klar die Zielgruppe!!!

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