Zustiegsschuhe

Von c.w.
Wanderschuhe, leicht, Klettern, Ausrüstung, Outdoor, Fels, Berg, Ratgeber

Ein Bergsteiger- und Kletterer-Dorado: das Karwendelgebirge! Die Gipfel sind schrofig, die Wände oft steil, die Natur sich selbst überlassen. Zufahrten mit dem Auto sind aus keiner Himmelsrichtung möglich. Lange Wege bis zum Fuße des Gipfels sind die Regel. Für Wanderer und Bergsteiger kein Problem. Kletterer hingegen sind hier sehr stark auf die richtige Schuhwahl angewiesen. Bequem müssen sie sein, technische Anforderungen erfüllen und zugleich müssen sie leicht und kompakt sein, dass sie beim Klettern in den Rucksack oder gar mit an den Klettergurt passen. Zustiegsschuhe sind eine eigene Kategorie Bergschuhe, die viele Eigenschaften auf einmal erfüllen müssen.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon ein bestimmtes Paar Zustiegsschuhe im Sinn, die du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um den richtigen Zustiegsschuh. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Rock GTX and Rock Lite GTX

Es ist ja nicht so, dass man mit dem Auto „in die Berge“ fährt, sein Vehikel am Parkplatz abstellt und schon ragen die Kletterwände wie in der Halle senkrecht aus dem Boden. Teilweise bis zu mehrere Stunden und Höhenmeter Zustieg sind nötig, um zur eigentlichen Kletterwand zu gelangen. Meist sind es Wanderwege, teils auch alpine Routen, die erst den Zugang zur Kletterwand ermöglichen. Mit schweren Wander- oder auch Bergstiefeln sind solche Zustiege kein Problem, doch wenn es dann in den verschiedenen Schwierigkeitsgraden nach oben geht, zählt jedes Gramm, so dass Zustiegsschuhe hier auf ganzer Linie ihre Vorteile auspielen können.  

Wtf? – Zustiegsschuhe?  

Aber was genau sind denn jetzt eigentlich diese mittlerweile so häufig zitierten „Zustiegsschuhe“? - Zustiegsschuhe sind in der Regel Bergschuhe im Halbschuh-Design – doch sie können noch so viel mehr!  

  Rock GTX and Rock Lite GTX a

Sohle und Fußbett

Zustiegsschuhe besitzen eine feste, meist flache aber dennoch sehr griffige Sohle. Für besonders guten Halt, auch auf mittelschweren Kletterpassagen, sind die Sohlen mit einer besonderen Kletterzone ausgerüstet. Genau wie bei Kletterschuhen ist die Kletterzone glatt und komplett auf Reibung basiert. So lassen sich auch Kletterpassagen im unteren Schwierigkeitsgrad durchaus passabel meistern. Um einen guten und sensiblen Kontakt zum Untergrund zu gewährleisten sind die Sohlen und auch das darauf liegende Fußbett relativ dünn. Für technische Zustiege ist dies äußerst angenehm, jedoch darf man nicht von einer allzu großen Dämpfung ausgehen. Zustiegsschuhe sind für den Aufstieg konzipiert. Hier spielt die Dämpfung – im Gegensatz zum Abstieg – keine übergeordnete Rolle. Dennoch können gute und sinnvolle Lösungen aus PU- und EVA-Zwischensohlen eine angenehm dämpfende Kompromisslösung ergeben.  

   Approach ROCK GTX

Leder und Gummi schützen

Im oberen Aufbau des Zustiegsschuhs kommen häufig festes Leder und Gummi zum Einsatz. Beide schützen das Schuhinnere vor schroffem Fels. Vor allem die hochgezogene Gummikappe an den Zehen schützt vor starkem Abrieb und verleiht dem gesamten Schuh eine hohe Stabilität. Auch ein Gummirand an der Ferse erfüllt dieselben Schutzeigenschaften. Atmungsaktives Leder – oft in Kombination mit einer wasserdichten und atmungsaktiven Membran – lässt sich gut kompakt verstauen und bei Bedarf sogar zusammenrollen. So nehmen Zustiegsschuhe auch in einem gut gefüllten Kletterrucksack nicht allzu viel Platz ein.  

Special Merkmal: die Schnürung  

In der Tat unterscheiden sich Zustiegsschuhe von anderen Low-Cut Wanderstiefeln vor allem durch die Schnürung. Diese ist bei Zustiegsschuhen sehr markant, läuft sie doch wie bei Kletterschuhen üblich bis weit nach vorne auf die Zehen. So kann der Zehen- und Vorfußhalt ganz individuell angepasst werden. Ein Vorteil, der sich vor allem auf technischen Routen im unteren bis mittleren Kletterschwierigkeitsgrad sehr aus zahlt. Auch Klettersteige zählen zu den technischen Routen. Und auch hier zahlt es sich aus eine ordentliche Schnürung bis auf die Zehen zu haben. Tritte, Stifte und Leitern, ebenso wie felsiges Terrain wollen sicher passiert und betreten werden. Klobige Wander- und Bergstiefel können hierbei eher hinderlich sein – zumal sie den direkten Kontakt zum Untergrund nur sehr gefiltert widergeben.  

Anziehhilfe vs. Karabinerschlaufe  

Zustiegsschuhe haben in der Regel zwei Schlaufen – eine am Schaftrand über der Ferse, die andere an der Zunge. Beide Schlaufen kann man sowohl als Anziehhilfe oder eben auch als Karabinerschlaufe verwenden. Wer nur wenige Expressen und Friends mit sich durch die Wand führt, kann sich die Zustiegsschuhe so noch problemlos mit an den Gurt hängen.  

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Via Ferrata, Kraxelei oder Wandern

Zustiegsschuhe sind tatsächlich wahre Multisportler. Beinahe keine Bergsportart, bei der sie nicht Verwendung finden. Passionierte Sportklettersteiggeher setzen ebenso auf Zustiegsschuhe wie auch Leichtwanderer. Immerhin sind sie so anpassungsfähig und robust, dass sie jede Tour mitmachen. Allerdings darf man sie auch nicht überschätzen. Zustiegsschuhe ersetzen niemals einen echten Kletterschuh, bieten absolut keine Dämpfung für Trailruns und sind auch auf langen Trekkingtouren mit viel Gepäck Fehl am Platz. Ihr Terrain sind kurze aber dennoch technisch anspruchsvolle und knackige Zustiege im felsigen Terrain.  

Weitere Tipps direkt aus der Praxis kannst du dir bei unserer Community und den Produktscouts holen. In deren Produktbewertungen siehst du ganz schnell welche Schuhe toppen und welche floppen.

Erzähle uns doch gleich mal von deinen eigenen Erfahrungen und bewerte deine persönliche Ausrüstung.

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Titelbild: AKU Bilder: AKU

 

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