Wandersocken

Von c.w.
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Zu Weihnachten hängen sie über dem Kaminsims, den Sommer über tragen wir sie an den Füßen: Wandersocken. Längst sind die Zeiten vorbei als Wandersocken noch knielang, aus reiner Schurwolle, von Oma selbst gestrickt und zwingend rot waren. Moderne Wandersocken sind regelrechte High-Tech-Strümpfe. Klingt komisch, ist aber so! Im Zusammenspiel mit dem Fuß und dem Schuh, sind Wandersocken das textile Bindeglied zwischen Körper und Schuhwerk. Sie sind verantwortlich für Blasenbildung und tragen maßgeblich zum Schuhkomfort bei. Und beim Material ist heute sowieso alles möglich: von Natur pur bis High-Tech-Kunststofffaser – für Wandersocken wird jedes Garn versponnen.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon eine bestimmtes Paar Wandersocken im Sinn, die du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um die richtigen Wandersocken. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich. 

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Die Gretchen-Frage: Wolle oder Kunstfaser?

Wie so oft ist das perfekte Material oft eine reine Glaubensfrage. Die einen schwören auf die Kraft der Natur, die anderen vertrauen auf modernste Technologien. Gerade wenn es um Wandersocken geht, prallen hier zwei Welten auf einander. Betrachten wir aber zunächst die Wolle aus Naturprodukt als Ausgangsstoff für unsere Wandersocken: Wolle: Die gute alte Wolle – tatsächlich wirklich alt, wird sie doch schon seit rund 6.000 Jahren vom Menschen genutzt – ist ein nachwachsender Rohstoff und heute wieder moderner denn je zuvor. Vor allem die zumeist aus Neuseeland stammende Merinowolle erlebt gerade einen enormen Boom. Im Vergleich zu anderen Wollsorten ist Merinowolle geschmeidiger und softer auf der Haut. Damit kratzt sie nicht auf der Haut und erzielt einen angenehmen Tragekomfort. Besonders interessant ist Wolle aber wegen seiner natürlichen bakteriziden Eigenschaften. Der typische „Alte-Socken-Geruch“ entsteht durch die Ausscheidungen von Bakterien, die sich im feucht-warmen Fußklima bilden. Wolle kann diese Exkremente natürlich chemisch binden. Somit riechen Wandersocken aus Wolle erst nach mehreren Tagen intensiven Tragens. Auf Grund seiner natürlichen Struktur lässt sich Wolle besonders locker stricken. Somit bestehen Wollprodukte aus bis zu rund 70 Prozent Luft. Und da Luft ein idealer Isolator ist, halten Wollsocken je nach Dicke auch entsprechend warm bzw. lassen die Luft angenehm um den Fuß zirkulieren. Gleichzeitig ist Wolle hydrophob, nimmt also kein Wasser auf, und leitet Wasserdampf nach außen ab. Kunstfaser: Wandersocken aus Kunstfasern enthalten zumeist einen sehr hohen Anteil aus Polyamid, Elasthan und oft auch Polyester. Die Kunstfasern haben je nach Verarbeitung und prozentualer Zusammensetzung eine sehr leichtes Eigengewicht und eine enorm schnelle Trocknungszeit. Gleichzeitig nehmen sämtliche Kunstfasern kein Wasser auf und transportieren Feuchtigkeit in großen Mengen nach außen. Allerdings können sich geruchsbildende Bakterien sehr leicht an den Fasern festsetzen. Schon nach einmaligem Tragen entstehen so unangenehme Gerüche. In Verbindung mit weiteren Kunstfasern oder auch Seide (Naturstoff) entsteht ein kühlender Effekt, der sich perfekt für sommerliche Touren eignet. Kunstfasereinsätze werden auch gerne als Verstärkungen oder Polsterungen and neuralgischen Punkten wie Knöchel, Balle oder Ferse verwendet. Mischgewebe: Die häufigste Art moderne Wandersocken zu produzieren, beruht derzeit in der Verwendung von Mischgeweben: (Merino-)Wolle und Kunstfaser. Die Kunstfaser erhöht die Festigkeit und Lebensdauer der dünnen Merinofasern. Gleichzeitig unterstützen die meist Polyamidfasern die positiven Eigenschaften beider Faserarten. Elasthan macht die Wandersocken flexibel, dehnbar und halten sie am Bein.

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Dick oder dünn? Lang oder kurz?

Dicke Wandersocken halten die Füße bei kalten Temperaturen schön warm – vorausgesetzt der Schuh ist locker genug geschnürt, dass das Blut ordentlich zirkulieren kann. Dünne Socken hingegen eignen sich besonders bei sommerlichen Temperaturen. So weit so gut! Allerdings sind moderne Wander- und Bergstiefel mittlerweile so gut gepolstert, dass dicke Socken häufig dem Komfort des Schuhs entgegenwirken. Konträre Polsterungen an Schuh und Socken können unangenehm reiben, Druckstellen und Blasen erzeugen oder gar die betroffene Hautpartie aufscheuern. Um die passenden Wandersocken zu finden, sollte also der Bergstiefel stets zum Testen dabei sein. Kurze Wandersocken – egal ob dick oder dünn – sind an der Wade natürlich luftiger. Sind sie allerdings zu kurz, also reichen sie nicht über den Schaftrand, kann dieser Scheuerstellen an der Wade erzeugen. Dies ist vor allem bei Volllederschuhen besonders unangenehm. Daher sollten bei hohen Bergstiefeln auch vorzugsweise hohe Wandersocken getragen werden. Unter dem Aspekt der „Kompression“ (s.u.) ergeben sich hier auch wieder neue Möglichkeiten.

High-Tech in der Faser

Stützfunktion, Kompression, Antigeruchsbehandlung, Patches u.v.m. – moderne Wandersocken warten mit purem High-Tech auf. Besonders auffällig und in Sportlerkreisen weitverbreitet sind Kompressionsstrümpfe. Sie sind besonders eng anliegend und unterstützen durch Kompression der Wadenmuskulatur die natürliche Muskelpumpe. So wird vermehrt frisches Blut in die stark beanspruchten Waden- und Fußmuskulatur gepumpt und einer vorzeitigen Ermüdung entgegengewirkt. Unter hoher Belastung und bei langen Touren können Kompressionsstrümpfe so eine gute Entlastung bringen. Wer allerdings den ganzen Tag in geschlossen Schuhen steckt, der merkt schon beim Ausziehen, dass hier ein bissiger Geruch aufsteigt. Je nach Materialbeschaffenheit ist jedoch die Geruchsbildung verschieden stark ausgeprägt. Wolle riecht weniger bis gar nicht, während Kunstfasern relativ viel riechen. Abhilfe schaffen hier behandelte Socken mit z.B. Silberionen. Diese wirken bakterizid, töten also geruchsverbreitende Bakterien, und sorgen so für eine länger anhaltende „Frische“. Silberionen haben allerdings nur eine begrenzte Haltbarkeit. Vor allem durch mechanische Einwirkungen entweichen sie aus dem Material. Aber auch vielzählige Wäschen dezimieren die Anzahl der Silberionen.

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Gegen Blasen helfen die richtigen Wandersocken

Blasen entstehen durch Reibung. Es gibt viele Theorien, um Blasenbildung vorzubeugen. Die wichtigste ist jedoch die richtige Wandersockenwahl. Reibung im Schuh kann nur entstehen, wenn Schuh und Fuß keine Einheit bilden. Kann die Wandersocke diesen Spielraum nicht adäquat ausfüllen, ist die Blasenbildung quasi vorprogrammiert. Dickere oder dünnere Socken können Abhilfe schaffen. Auch die richtige Polsterwahl entscheidet viel über das Blasenpotential. Damit die Haut aber erst gar nicht reiben kann, empfiehlt sich ein zweites Paar Socken zusammen mit den Wandersocken. Am besten nimmt man hierfür dünne Söckchen aus Feinstrumpfhosenmaterial. Diese tragen sich beinahe unmerklich auf der Haut, sind dünn und atmungsaktiv und sind in vielen verschiedenen Variationen – Füßlinge bis Strumpfhose – erhältlich.

Welche Wandersocken in der Praxis tatsächlich überzeugen und wie unsere Community und Produktscouts dazustehen, das seht ihr in den Produktbewertungen. 

Erzähle uns doch gleich mal von deinen eigenen Erfahrungen und bewerte deine persönliche Ausrüstung.

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Titelbild: CEP Bilder im Text: Falke und CEP

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