Trekkingnahrung

Von c.w.
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„Essen hält Leib und Seele zusammen“ heißt ein deutsches Sprichwort. Und das stimmt! Neben einer ausreichenden Flüssigkeitsversorgung mit mindestens 2 Liter Wasser pro Tag, benötigt ein erwachsener Mensch rund 1.800 bis 2.000 Kilokalorien (kcal) Energie. Wer sich zudem noch viel bewegt, womöglich auch noch in große Höhen aufsteigt, dessen Energiebedarf kann schnell in die Höhe schießen. Je nach Konstitution, Alter, Gewicht und Tour liegt der Grundumsatz dann bei rund 600 kcal pro Stunde. Bei einer Tagestour (ca. 8h) werden so weit über 4.000 kcal verbrannt. Damit der Körper leistungsfähig bleibt, braucht er natürlich ausreichend Nachschub. Wie ihr unterwegs genügend Energie für die nächste Etappe tankt und wie ihre eure Trekkingnahrung richtig zusammenstellt, das erklären wir euch hier.

Der lange Weg der Nährstoffe

Eiweiß, Fett und vor allem Kohlenhydrate braucht der Körper für jeden Tag. In langen chemischen Prozessen werden diese Grundbausteine in Energie, d.h. bei Wanderungen und Bergtouren in Bewegung und Wärme, umgewandelt. Ähnlich wie bei einem Kraftwerk gilt auch hier: je höherwertiger der Brennstoff, desto effizienter die Energieausbeute. Besonders wertvolle Brennstoffe bekommt unser Körper aus langkettigen Kohlenhydraten, wie sie vor allem in Kartoffeln,  Schwarz- und Vollkornbrot sowie in Früchten stecken. Für langanhaltende Energie benötigt der Körper aber auch Fette – vor allem ungesättigte Fettsäuren dienen der optimalen Energieausbeute. Eiweiß dient dem Muskelaufbau und –erhalt und sollte nicht vernachlässigt werden. Insgesamt sollte ein gutes Trekkingmahl in etwa 60% Kohlenhydrate, 25% Fett und 15% Eiweiß beinhalten. Damit kommt man bei ausreichender Gesamtenergiezufuhr, gut gerüstet durch den Tag.

Tüte vs. Brotzeitbox

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Frisches Essen ist gesund! Allerdings wiegt frisches Essen relativ viel und nimmt im Rucksack viel Platz ein. Zudem ist es nicht sehr lange haltbar und kann während der Tour durchaus unappetitlich deformiert werden. Eine sehr gute Lösung: Trekkingnahrung aus der Tüte. Dabei handelt es sich zumeist um vollwertige Gerichte, die in aufwendigen Verfahren dehydriert und in luftdichten Tüten vakuumiert werden. Je nach Tüteninhalt liegt der restliche Wassergehalt nur zwischen 0 (Pulverform) und ca. 20 Prozent. Damit können sich – auch auf Grund der Verpackung – keine Keime bilden und das Essen verdirbt nicht während der Tour. Frisches Essen – vor allem Obst, Gemüse, Weichkäse oder gar Frischwurst – aus der Brotzeitbox sollte hingegen spätestens am nächsten Tag verzehrt werden. Die Geschmacksvariationen der Trekkingnahrung sind beinahe so vielfältig wie die Speisekarten in guten Restaurants. Über den tatsächlichen Geschmack muss allerdings jeder für sich selbst urteilen – denn über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Natur pur vs. künstliche Zusätze

Bis noch vor ein paar Jahren war es Gang und Gäbe, den Trekkingmahlzeiten jede Menge künstliche Stoffe (Emulgatoren, Geschmacksverstärker, Aromen, etc.) beizufügen. Heute geht der Trend dazu über immer weiter auf Natur pur in der Tüte zu setzen. Das schmeckt man vergleichsweise tatsächlich – sehr zum Vorteil für alle verwöhnten Gourmets. Selbst die Haltbarkeit leidet nur in den allerseltensten Fällen unter dem Wegfall der künstlichen Konservierungsstoffe. Und über einen Vergleich zu billigen Tütensuppen aus dem Supermarkt brauchen wir nicht zu diskutieren. Spätestens beim Nährwert schlägt die Trekkingnahrung die Supermarktalternative um Meilen.

Was ist eigentlich drin?

Das Trockenfutter, wie die Trekkingnahrung aus der (meist silbernen) Tüte auch gern genannt wird, ist in der Regel so abgestimmt, dass mit einem relativ niedrigen Packgewicht (variiert zwischen 300 – 450 Gramm) ein maximaler Nährwert erzielt werden kann. Gemüseeintöpfe, Fleischeintöpfe, Nudel- und Reisgerichte, ja sogar rein vegane Gerichte sind möglich, vermengt mit einer kleinen Menge heißem Wasser können sie so schnell mal bis zu 500kcal und mehr erreichen. Auch die Nährwertproportionen, wie vorhin schon beschrieben, werden dabei sehr gut eingehalten. Sie sind damit perfekt für lange, strapazierende Touren geschaffen. Selbst exotische und ausgefallene Variationen sind möglich: zu einem guten Essen gehört ein Gläschen Wein – kein Problem, den gibt es als Pulverextrakt. In Wasser aufgelöst ergibt das einen netten Abend. Auch Desserts lassen sich mühelos aus dem Kocher zaubern – heißes Wasser drauf, umrühren, fertig!

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Und für zwischendurch?

Frisches Obst für zwischendurch ist die Königslösung. Doch das hält sich auf mehrtägigen Trekkingtouren meist nicht länger als einen Tag. Trockenfrüchte sind hier eine adäquate Alternative. Sie stellen ausreichend „gesunden“, also langkettigen und damit hochenergetischen, Zucker bereit und liefern so lang- wie auch kurzfristig Energie. Auch Nussmischungen à la Studentenfutter treiben den Wanderer weiter voran. Wesentlich konzentrierter kommen Energie- und Müsliriegel. Sie sind klein und leicht, in der Variationsvielfalt enorm mannigfaltig und von der kurzzeitigen Energieausbeute durchaus ansehnlich. Allerdings kann man hier sehr schnell in die Zuckerfalle tappen. Energieriegel mit einem hohen Zuckeranteil, sind sehr süße, aber nicht unbedingt langanhaltende Energiespeicher. Optimal sind Riegel mit einem hohen Frucht- und/oder Getreideanteil. Hier steckt die eigentlich wichtige Energie drin.

Salz und Pfeffer müssen trotzdem mit!

Trekkingnahrung als solches ist eine tolle Sache. Klein und leicht verpackt, ideal dosiert und schnell zubereitet, findet es viele Anhänger auf langen, autarken Touren. Doch wenn man die Chance hat ein paar frische Zutaten unterwegs zu bekommen, dann macht es sich bezahlt, ein paar Gewürze selbst dabei zu haben. Allein Salz – wichtiges Elektrolyt, gerade bei schweißtreibenden Touren – und Pfeffer können manchmal schon (Geschmacks-)Wunder wirken. Wer dann auch noch Milch- und evtl. sogar Eipulver dabei hat, kann richtig glänzen. Und sollte man der Verlockung nicht widerstehen können und sich ein Steak braten wollen, auch hierfür gibt es Ölkapseln fertig abgepackt in Speisegelatine. Einfach die Ölkapsel in die heiße Pfanne oder den heißen Topf legen, warten bis sich die Gelatine aufgelöst hat (kann geschmacksneutral mitgegessen werden!) und schon kann das Brutzeln beginnen.

„Lebensretter“ Schokolade

Mieses Wetter, dicke Luft im Zelt, Verlaufen – was nun? Ein kleines Stück Schokolade setzt viele Glückshormone frei und macht eine verhagelte Tour wieder zum heiteren Erlebnis. Natürlich darf man sich auch ein Rippchen nach dem geschafften Gipfel oder nach der Tagesetappe gönnen. Und wer dann auch noch Nuss-Nougat-Creme zum Frühstück aufs Brot oder den Keks zaubert, dem gehören die Herzen der Mitwanderer. Trekkingnahrung hat seinen eigenen Geschmack, daher hat unsere Community schon mal fleißig getestet.

Welche Geschmäcker unsere Produktscouts bevorzugen und was ihr Fazit zu den Einmalpackungen ist, das könnt ihr in den Produktbewertungen auf www.outside-stories.de nachlesen.

Wenn du selbst die Geschmackserfahrung machen möchtest, dann kannst du hier die exotischsten gleich selbst nach Hause oder in den Rucksack bestellen:  

Bergzeit   Bergfreunde   Globetrotter

 

Bilder: Christian Wanner

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