Skitourenstiefel

Von sabine

Wenn die Gipfel wieder weiß sind, und die Schneedecke dick genug. Da juckt‘s dann doch schon langsam in den Füßen: Ab auf die Bretter und eine Traum-Line in den frischen Powder ziehen. Aber bequem muss es gehen. Der Aufstieg wie auch der Abstieg sollten nicht in Qualen enden und Schmerzen oder Blasen dürfen den Skitag nicht versauen. Mit dem richtigen Skitourenschuh fällt und steht die perfekte Tour. Daher geben wir euch ein paar Tipps, die ihr beim Kauf von neuen Skitourenstiefeln beachten solltet.

Leicht, leichter, ultraleicht…

Kaum vorstellbar wie weit die moderne Skitechnik bereits ist. Mittlerweile gibt es Skitourenstiefel, die gerade noch so an der 1.000 Gramm-Marke kratzen, während durchschnittliche Skitourenstiefel immer noch gut 3.000 – 3.500 Gramm wiegen. Doch beide Gewichtsklassen haben ihre Vor- und Nachteile. Je leichter ein Tourenstiefel ist, umso mehr Abstriche muss man bei Tegelberg2Wärmeleistung und Komfort in Kauf nehmen. Bei den schwereren Modellen ist hingegen das Gewicht an sich ein limitierender Faktor. Man muss sich daher schon vor dem Kauf darüber im Klaren sein, welche Art von Tour man machen möchte.

Klassische Allrounder

Klassische Allround-Skitourenstiefel bieten sowohl im Aufstieg wie auch in der Abfahrt den besten Kompromiss. In ihrer Gewichtsklasse punkten sie meist durch ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht, Komfort und Wärme. Wer sich also im Aufstieg nicht von der Zeit treiben lassen möchte und auch in der Abfahrt bequem und ohne größere Performanceverluste den Powder genießen möchte, findet hier eine breite Range an geeigneten Modellen.

Abfahrtsorientiert

Wer nur kurze Aufstiege in Kauf nehmen möchte, dafür aber lange Abfahrten bevorzugt, der findet in den robusten Freeridestiefeln die perfekte Auswahl. Sie sind etwas schwerer als die Allrounder, glänzen dafür mit einem sehr hohen Komfort und einer exzellenten Wärmeleistung. Selbst für Aufstiege sind sie gut geeignet. Allerdings macht sich ihr Gewicht auf Dauer spürbar bemerkbar. Auf der Abfahrt hingegen brillieren die Freeridestiefel, da sie eine ausnahmslose Kraftübertragung zwischen dem Körper, insbesondere den Beinen und Füßen, und den Skiern herstellen.

Foto: benshares auf unsplash.com

Aufstiegsorientiert

Diese Skitourenstiefel richten sich tatsächlich an die Experten. Sie gehen nicht nur Skitouren im klassischen Sinne, sie rennen quasi den Berg hoch und versuchen neue Zeitrekorde aufzustellen. LogischeTegelberg8rweise ist dabei jedes Gramm Zusatzgewicht mehr als hinderlich. Deshalb stellen die race- oder aufstiegsorientierten Skitourenstiefel die Speerspitze des Ultraleichtgewichts dar. Der Komfort muss dabei nicht unbedingt auf der Strecke bleiben: Thermoplastische Innenschuhe ermöglichen einen perfekten, sehr individuellen Sitz. Diese Anpassung sollte man aber ausschließlich von Fachleuten, am besten direkt im Laden, vornehmen lassen. Bei der Abfahrtsperformance machen vor allem die neuen Hightech-Materialien den Unterschied. Dennoch sollte man beachten, dass zu einem sehr leichten Stiefel möglichst auch entsprechend leichte Skis benutzt werden sollten, da der Kraftaufwand sonst sehr schnell sehr exponentiell anwachsen und somit der Abfahrtsspaß auf ein Minimum schrumpfen kann.

1,2 oder 3 Schnallen?

Je mehr Schnallen der Tourenstiefel aufweist, desto individueller und komfortabler lässt er sich justieren. Dennoch stellt jede zusätzliche Schnalle ein ebenso zusätzliches Gewicht dar. Ein schnürbarer Innenschuh gibt zusätzlichen Halt, ersetzt aber keine vollwertige Schnalle, die letztendlich den notwendigen Kraftschluss zwischen Fuß und Außenhülle erzeugt. Auch neue Systeme, die auf einem Drehverschluss basieren, leisten gute Dienste und lassen sich ebenso individuell einstellen. Gleichzeitig sind sie um ein paar Gramm leichter als herkömmliche Schnallensysteme. Für den perfekten Kraftschluss in Höhe des Schien- und Wadenbeins ist ein zusätzlicher Powerstrap mit Klettverschluss unverzichtbar.

Weich oder hart?

Je weicher ein Skitourenstiefel ist, desto bequemer kann man damit aufsteigen. Einige Modelle sitzen mittlerweile so gut wie ein fester Bergschuh. Das ist natürlich ein großes Plus für den Komfort. Allerdings ist die Kraftübertragung bei weicheren Modellen – zumeist Racemodelle – nur bedingt optimal. Man benötigt viel Kraft im unteren Fuß und kann die Skis teilweise nur mit sehr viel Kraftaufwand kontrollieren. Mit einer perfekten Skitechnik kann man dieses Manko allerdings sehr gering halten. Härtere Skitourenschuhe hingegen lassen etwas Aufstiegskomfort vermissen, brillieren hingegen auf der Abfahrt. Sie verzeihen auch mal einen Fehler und durch den sehr guten Kraftschluss, benötigt man vergleichsweise weniger Energie beim Drehen. Zumeist fallen sie allerdings um einige Gramm schwerer aus als ihre weicheren Mitstreiter.

Passt meine Bindung?

Moderne Skitourenschuhe sind mittlerweile mit fast allen gängigen (modernen) Bindungssystemen kompatibel. Während Skitourenstiefel generell mit allen Skitourenbindungen zusammenpassen, gibt es dennoch Koppelungsprobleme mit Alpinbindungen. Tourenstiefel weisen meist eine große Sprengung (Höhendifferenz zwischen Laufsohle und Boden am vorderen Fußende – ähnlich eines Laufschuhs) auf, wodurch sie Auslöseprobleme in Sicherheitsbindungen verursachen können. Das steigert das Unfall- und Verletzungspotential, weshalb von diesen Kombinationen abgeraten wird. Allerdings gibt es spezielle Bindungen, bei denen die Bindungsplatte umgestellt werden kann. So kann man denselben Ski sowohl mit Touren- wie auch Alpinskistiefeln fahren. Diese Variante findet man heute zumeist bei Freeridebindungssytemen.

Foto:  kalenemsley auf unsplash.com

PinTech oder konventionell

Der Trend zu immer leichteren Materialien macht auch im Bindungsbereich nicht Halt. So setzen die neuen PinTech Bindungen neue Maßstäbe. Allerdings müssen auch die Skitourenstiefel diesem Trend Rechnung tragen. Daher empfiehlt es sich, dass neue Tourenstiefel bereits für eine Pin-Tech Bindung die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Sie benötigen daher die Pinaufnahmen in der Schuhspitze wie auch in der Ferse. Wer noch eine konventionelle Bindung fährt, benötigt diese Aufnahmen natürlich nicht zwingend, kommt aber bei neuen Skitourenstiefeln kaum mehr daran vorbei. Ein großes Zusatzgewicht bilden diese Metalleinsätze nicht, wobei gleichzeitig die leichten Pinbindungen dieses evtl. minimale Mehrgewicht wieder weg machen.

Die Haltbarkeit

Neue Skitourenstiefel haben ihren Preis. Daher sind sie allein schon aus dieser Sicht keine Wegwerfprodukte. Dennoch sollte man beachten, dass vor allem leichte Tourenstiefel nicht mit der Haltbarkeit eines robusten Freeriders mithalten können. Erst recht nicht, wenn sie häufig im Einsatz sind und oft am Limit eingesetzt werden. Wer einen gesteigerten Wert auf dTegelberg10ie maximale Performance legt, muss diesen Kompromiss eingehen. Gleichzeitig stellt man aber beim aufmerksamen Lesen dieses Artikels fest, dass eigentlich alle Modelle „Kompromisslösungen“ sind.

 

Welche Erfahrungen andere Skitouren-Fans mit ihren Skitourenstiefel gemacht haben findest du auf outside-stories.de

 

Header-Foto: Outdoor Research; Photo Grant Gunderson; Athlet Jessica Baker & Dorian Densmore

 

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