Skischuhpflege

Von c.w.
Ratgeber: Skischuhpflege

Es ist schon schwer genug den passenden Skischuh zu finden, der nicht drückt, warm ist und alle Anforderungen an Gewicht, Leistung und Preis erfüllt. Umso wichtiger ist es auch diesen Skischuh regelmäßig zu pflegen. Immerhin sollte der richtige Skischuh mehrere Jahre lang halten! Wie ihr eure Skischuhe richtig pflegt und sie damit über Jahre hinweg gut konserviert, das erfahrt ihr in unserem Ratgeber: Skischuhpflege.

Schon zu spät für eine umfassende Skischuhpflege? Kein Problem! Wir liefern dir mit unseren Produktbewertungen alle wichtigen Argumente rund um den perfekten neuen Skischuh. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Nur gut gepflegte Skischuhe halten lange.

Wasserdicht und null atmungsaktiv!

Eigentlich sind Skischuhe wasserdicht. Und genau das ist ihr Problem: sie sind wasserdicht. Klar, es kann zwar kein Wasser von außen nach innen dringen und das ist auch sehr gut so, aber es kann auch keine Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen. Und genau hier setzt das große Problem an.

iiiiihhhhh… Feuchtigkeit erzeugt Geruch!

Unser menschlicher Körper ist ein wahres Wunderwerk, das allerdings nur bei einer konstanten Temperatur von ca. 37 Grad optimal funktioniert. Durch Bewegung erhöht sich die Körpertemperatur um mehrere Grad. Um ihn zu kühlen produzieren wir Schweiß. Durch die Verdunstung entsteht ein kühlender Effekt und der Mensch kann konstant seine Bewegung fortführen. Soweit die Theorie. In der Praxis ist dies jedoch – gerade im Winter – etwas anders. Viele Lagen Bekleidung verhindern, dass der Schweiß direkt von der Haut verdunsten kann und wird von den vielen Schichten absorbiert. Das Resultat: feuchte Bekleidung.

Denselben Effekt erhalten wir natürlich auch in Skischuhen. Unter Bewegung beginnen die Füße zu schwitzen und geben die Feuchtigkeit über die Socken direkt an das Skischuhfutter weiter. Wegen der undurchdringlichen Kunststoffhülle ist hier Endstation. Es findet keine Verdunstung statt. Der Schweiß sammelt sich im Skischuh.

Da Schweiß nicht nur rein aus Wasser, sondern auch aus Lipiden, also Fettpartikeln und Proteinen (Eiweißen) besteht und diese durch Hautbakterien zersetzt werden, entsteht ein durchaus wahrnehmbarer Geruch. Je größer die Schweißmenge, desto größer ist natürlich auch die Bakterien- und Geruchsbildung. Vor allem wenn man am Ende eines Skitages die Skistiefel auszieht, merkt man diesen körpereigenen Prozess der Geruchsbildung.

Weg mit der Feuchtigkeit!

Skischuhe immer über Kopf trocknen, damit das Wasser herausfließen kann.

Um jetzt schnellstens diesen Geruch aus den Stiefeln zu bekommen, muss der sofort getrocknet werden. An einem warmen, trockenen Ort geschieht dies am besten. Auch Zeitungspapier kann helfen, die restliche Feuchtigkeit effektiv aus dem Skischuh zu ziehen. Wenn man seine Skischuhe in einem großen Skikeller mit vielen Paaren zu trocknender Skistiefel deponiert, kann es durchaus sein, dass nicht die ganze Feuchtigkeit verdunstet ist, da die Raumfeuchtigkeit sehr hoch ist. Noch schlechter verläuft die Verdunstung bei falscher Lagerung. Skistiefel sollten zum Trocknen immer über Kopf aufgehängt oder gestellt werden, dass warme Luft hinein zirkulieren und Wasser herauslaufen kann.

Je nach Schweißmenge, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit, kann der Trocknungsprozess weit mehr als 12h dauern. Für passionierte Skifahrer undenkbar, will man doch am nächsten Tag sofort wieder mit frischen Stiefeln auf der Piste sein.

Wärme für wohligen Geruch

Kleine elektronische Helferlein machen das Leben leichter und den Skischuhgeruch erträglicher!

Eine effektive Lösung sind hier Skischuh-Heizungen. Sie werden direkt in die Stiefel eingeführt. Durch ihre Wärme, die direkt in die Stiefel geleitet wird, verdunstet die Feuchtigkeit wesentlich schneller und effektiver als bei einer herkömmlichen Trocknung. Das Resultat: perfekt trockene Skistiefel in kürzester Zeit. Und damit können sich auch keine neuen Geruchserreger in der warm-feuchten Umgebung des Skischuhs bilden und die Nase belästigen.

Tipp: Übermäßiger Geruchsbildung kann man mit UV-Licht begegnen. So werden Bakterien und Gerüche schon im Ansatz vermieden.

Abgelatschte Sohlen erneuern

Bereits ein kleiner Werkzeugkoffer ist ausreichend, um Großes zu vollbringen.

Die Verbindung zwischen Ski und Schuh erfolgt durch die Bindung, in die der Skischuh fest eingespannt ist. Damit die Kontaktfläche des Skischuhs stets optimal mit den Backen der Bindung in Kontakt steht, müssen die Reibungsflächen an der Fußspitze und an der Ferse intakt sein. Sind diese durch häufiges Anstoßen an Steinen, Randsteinen oder anderen harten, rauen Flächen abgenutzt müssen sie ersetzt werden. Viele Hersteller bieten hier erneuerbare Sohlenflächen bzw. Fersen- und Zehenkappen. Vor allem für Freeride- und Skitourenschuhe sind solche Ersatzteile für beinahe jedes Fabrikat und jedes Modell erhältlich.

Alpin- und Racingschuhe sind bislang nur spärlich mit Ersatzteilen bestückbar. Dennoch sparen diese kleinen aber durchaus wichtigen Teile den Kauf eines komplett neuen Skischuhs.

Sohlen auskratzen

Sauber ausgekratzte Sohlen verlängern ebenfalls das Skischuhleben. Kleine Steinchen (Rollsplitt, etc.) setzen sich gerne in den Zwischenräumen der Sohlen fest und „zerschneiden“ sie von unten. Gleichzeitig verhindern festgetretene Steinchen, dass die Rillen der Sohlen Halt auf dem Schnee geben. Sie sind somit auch ein Sicherheitsrisiko und gehören nach jedem Skitag entfernt.

Kontrolle ist besser als Nachsicht!

Bei jeder Skischuhpflege lohnt es sich auch seine Skischuhe etwas genauer anzusehen und sie auf mögliche Risse in der Schale zu kontrollieren. Besonders ältere Modelle – ca. 8+ Jahre – sind stark gefährdet. Mit der Zeit sind die Inhaltsstoffe, vor allem Weichmacher, der Skischuhschale flüchtig. Man erkennt das an stark verfärbten Stellen: ehemals schwarze Stellen werden hell, ehemals weiße Flächen werden gelblich. Haben sich die Weichmacher erst einmal verflüchtigt, kann ein Skischuhbruch unangekündigt jederzeit auftreten – bereits unter kleinen Belastungen. Hier hilft dann tatsächlich nur der Neukauf!

Nach dem Trocknen schließen

Skischuhe müssen stets geschlossen gelagert werden. Am besten an einem trockenen, warmen und dunklen Ort.

Sind alle Skischuhteile – Innenschuh, Schale, Schnallen – trocken, muss der Skischuh geschlossen werden, damit er sich nicht verformt. Dazu werden die Schnallen und auch evtl. Straps leicht geschlossen – erste bis zweite Raste. Ist der Skischuh bis auf die letzte Raste geschlossen, kann es passieren, dass der Skischuh so eng wird, dass man nicht mehr einsteigen kann. Gerade bei der Lagerung über einen langen Zeitraum (z.B. Sommermonate) sollte man hierauf penibel achten.

 

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Titelbild: OUTSIDEstories

Bilder:  OUTSIDEstories

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