Schneeschuhe

Von Philip
Ratgeber: Schneeschuhe

Schneeschuhe gibt es schon seit sehr langer Zeit. Der griechische Philosoph Strabon (63 – 24 v. Chr.) wusste bereits, dass die Bewohner der Kaukasus-Regionen sich mit Hilfe flacher Lederflächen behände über den Schnee bewegten. Bei den Ureinwohnern Skandinaviens und so ziemlich jedem Indianerstamm der USA gehörten sie einst zu den normalen Fortbewegungsmitteln, bei den Inuit in Kanada und Grönland sind sie es noch heute.

Den Höhepunkt ihrer Verbreitung genießen die Schneeschuhe heutzutage – nicht mehr als unerlässliches Fortbewegungsmittel, sondern als Sportgerät für den Winter. Auch von der klassischen Tennisschläger-Optik ist gegenwärtig nicht viel übrig geblieben. Moderne Schneeschuhe genügen den vielseitigsten Ansprüchen vom gemütlichen Spaziergang bis zur anspruchsvollen Wanderung. Welche unterschiedlichen Typen es gibt und worauf ihr beim Kauf achten müsst, haben wir uns mal näher angesehen.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon ein bestimmtes Paar Schneeschuhe im Sinn, die du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um den perfekten Schneeschuh. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

 

Zwei Typen: Kunststoff vs. Metall

Der auffälligste Unterschied bei den verschiedenen Schneeschuhmodellen ist sicherlich die Materialauswahl. Dabei gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Metall oder Kunststoff. Beides hat Vor- und Nachteile, beides hat seine Daseinsberechtigung.

Die Metallrahmen-Schneeschuhe besitzen einen sehr leichten, aber dennoch stabilen vollumlaufenden Rahmen aus einem Metallrohr, der mit einem leichten und reißfesten Material, zum Beispiel Hypalon bespannt ist. Der größte Vorteil dieses Typs ist – neben seinem geringen Gewicht – seine große Fläche, weshalb er besonders bei weichem und tiefem Pulverschnee seine Stärke voll ausspielt. Je alpiner es wird, desto größer werden jedoch die Probleme der Rohrrahmen-Schneeschuhe, da sie in steilerem Gelände auf zusammengepresstem, harschigem Schnee oftmals nur wenig Halt bieten. Harsch- bzw. Steigeisen finden sich meist nur direkt unter der Bindungsplatte.  
Hier kommt der Kunststoffdeck-Schneeschuh ins Spiel. Gefertigt aus robustem und kälteresistentem Kunststoff verfügt dieser Typ Schneeschuh im Idealfall über am Kunststoffrahmen angebrachte Harsch- bzw. Steigeisen. Sie bieten auch bei festem Schnee und Eis noch guten Grip und sind so für alpines Schneeschuhwandern prädestiniert. Nachteile hingegen weisen sie aufgrund ihrer geringen Auflagefläche bei weichem und tiefem Powder auf.
Einen Sonderfall stellen die Schneeschuhe mit Flachrahmenkonstruktionen (kein Rohr!) aus Aluminium dar. Durch die flache Struktur des Rahmens können hier problemlos Zacken und Harscheisenleisten verarbeitet werden, so dass dieser Typ trotz Rahmenkonstruktion über eine ausgezeichnete Griffigkeit verfügt. Je nach Größe der Auflagefläche kommt man damit auch im Powder bestens voran.  

Welcher Schneeschuh passt zu mir? Worauf muss ich achten?

Welchen Schneeschuh man sich letztendlich zulegt, hängt – wie oben bereits angedeutet – in erster Linie davon ab, welche Art von Schneeschuhtour man vorhat: eher gemütlich und ebenerdig mit dem bespannten Alu-Rohr-Schneeschuh oder eher alpin mit dem Kunststoffschneeschuh oder der Flachrahmenkonstruktion. Daneben sollte man bei der Kaufentscheidung Folgendes beachten:

Das Gewicht bestimmt die Größe

Die perfekte Größe eines Schneeschuhes hängt weder von der jeweiligen Schuhgröße noch von der Körpergröße ab. Der alles entscheidende Faktor ist das Gewicht, das der Schneeschuh letztlich zu tragen hat. Hier gilt: Je schwerer, desto größer! Dabei sollte man nicht vergessen, dass man neben dem eigenen Körpergewicht unter Umständen, zum Beispiel auf mehrtägigen Touren, auch noch weitere Lasten zu transportieren hat.

Laufeigenschaften und Komfort

Das Laufen mit dem Schneeschuh sollte so natürlich wie möglich funktionieren – im Idealfall merkt man nicht einmal, dass man Schneeschuhe trägt. Dieses Ideal ist leider nur schwer zu erreichen, denn durch die notwendige, breite Auflagefläche (proportional zum Gewicht) wird auch der Gang automatisch breiter. Die meisten Hersteller bemühen sich deshalb um eher schmal geschnittene Modelle, viele haben auch kleinere und schmalere Damenversionen im Sortiment, die auch für Kinder und Jugendliche in Frage kommen.

Je nachdem wie steil die geplanten Touren sind, sollte man unbedingt darauf achten, dass der neue Schneeschuh über Steighilfen verfügt. Das sind hochklappbare Metallbügel unter der Ferse, die bei Steigungen hinzugenommen werden und für einen ebenen Stand am Hang sorgen. Sie verringern die Mühen des Anstiegs enorm und bescheren ein deutlich komfortableres Gehgefühl.

Bindung - Wem der Schuh passt

Bei Schneeschuhen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bindungssysteme, von denen manche besser und manche schlechter sind. Der alles entscheidende Faktor ist der feste Sitz des Schuhs im Schneeschuh. Ob das nun mit einem, zwei oder drei Riemen erreicht wird, ist im Prinzip nebensächlich. Wichtig ist neben dem guten Halt auch noch die nötige Flexibilität des Fußes, die zum Beispiel beim Traversieren, für ein deutlich angenehmeres Fortkommen sorgt. Das Handling sollte nicht außer Acht gelassen werden, d.h. man sollte sich überlegen, ob man den Schneeschuh fein genug einstellen kann und ob man ihn auch mit zwei dicken Handschuhen oder kalten Fingern ohne Probleme verstellen kann.

Grip

Besonders bei Schneeschuhwanderungen im alpinen Terrain kommt der Griffigkeit der Schneeschuhe höchste Bedeutung zu. Neben vielzackigen Harscheisenleisten am Rahmen oder, parallel dazu, weiter innen liegend, sollte man unbedingt auf Steigeisen Wert legen, die bei den meisten alpin ausgerichteten Modellen im Zehenbereich unter der Bindungsplatte zu finden sind. Hier kommt es auf Härte und Flexibilität zugleich an, um am Berg optimalen Halt zu erzeugen.

Ein guter Schneeschuh kann ein jahrzehntelanger Begleiter sein und Qualität ist nicht billig. Die Preisspanne bei Schneeschuhen reicht von knapp 100 bis circa 300 Euro. Deshalb  empfiehlt es sich, sich vor einem Kauf umfassend über die verschiedenen Optionen und die unterschiedlichen Modelle und Hersteller zu informieren - gerade wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, wohin die Reise gehen soll. 

Die beste Auswahl für Schneeschuhe bekommst du natürlich auch gleich von uns geliefert:

 

Hat dir unser Post gefallen? Dann gib uns dein Like auf Facebook:

images (3)

 

Titelbild: MSR / Christian Wanner

Bilder: Atlas, Tubbs, MSR, MSR / Christian Wanner

Bewertungen aus der Community

Ratgeber

Hat dir unser Post gefallen? Hier gibt's mehr von OUTSIDEstories:

Facebook Instagram Google Plus