Outdoorbrillen

Von c.w.
Ratgeber Ausrüstung Sonnenbrille Outdoorbrille Sportbrille

Outdoorsport mit null Sicht macht keinen Spaß – und ist obendrein auch noch gefährlich! Vor allem wenn die Sichtbehinderung durch Sonnenblendung entsteht. Zum einen ist die Sicht stark eingeschränkt, zum anderen kann die unsichtbare UV-Strahlung nachhaltige Augenschäden verursachen. Die passende Outdoorbrille schafft hier die nötige Abhilfe – nicht nur bei starker Sonneneinstrahlung. Immerhin schützt eine Outdoorbrille auch zuverlässig gegen herumschwirrende Insekten, aufgewirbelten Staub und kleine Steinchen sowie tiefhängende Äste. Und obendrein sorgt sie noch für den nötigen Durchblick.

Besonders für Brillenträger ist eine Outdoorbrille die womöglich einzige Alternative zur Alltagsbrille auf dem Trail, am Berg oder auch auf dem Wasser. Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon eine bestimmte Outdoorbrille im Sinn, die du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um die richtige Outdoorbrille. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.  

Der Einsatzzweck heiligt die Brille (oder so ähnlich)

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Kaum zu glauben: Sonnenbrille ist nicht gleich Sonnenbrille. Allein bei den verschiedenen Einsatzwecken gibt es enorme Unterschiede. Ausdauersportler, also Jogger, Biker oder auch Wanderer (bis in mittlere Höhenlagen) kommen am besten mit einer Outdoorbrille aus, die nach allen Seiten hin quasi „offen“ ist. So kann man auch unter dem Brillenrand durchschauen und evtl. kleinere Hindernisse noch rechtzeitig genug wahrnehmen. Für Sportarten in großen Höhen ebenso wie fürWassersportarten (Kanufahren, Segeln, etc.) empfehlen sich quasi „geschlossene“ Outdoorbrillen.

 Auswahl Alpina 2014

So kann kein Sonnenlicht hinter die Brillengläser fallen, die das Licht ungefiltert in das Auge reflektieren. Gerade in zunehmender Höhe ist es besonders wichtig die Augen vor den aggressiven UV-Strahlen zu schützen. UV-Strahlung wird von der Atmosphäre reflektiert, jedoch mit zunehmender Höhe wird unsere Atmosphäre dünner und damit der natürliche UV-Schutz geringer. Dementsprechend größer muss der UV-Schutz bei Outdoorbrillen für Bergsteiger, Kletterer und (Ski-)Hochtourengeher sein.

Das Glas – eine Klasse für sich

Die Verglasung einer Outdoorbrille ist das A und O. Dennoch suchen wir hier vergeblich den Werkstoff Glas. Outdoorbrillengläser bestehen zu 100 Prozent aus Kunststoff, genauer Polycarbonat, einem sehr harten und widerstandsfähigen transparenten Material. Im Gegensatz zu Glas kann Polycarbonat nicht splittern, ist einmalig leicht und gleichzeitig enorm robust gegen Abrieb, Stöße und Schläge – auch von kleinen Partikeln wie Steinchen oder Staub. Um einen ganzheitlichen Augenschutz zu bieten, sind alle guten Outdoorbrillen der Kopfform angepasst, d.h. auch die Brillengläser sind gewölbt bzw. gebogen. Dadurch hält sich auch der Mythos, dass Brillengläser von Outdoorbrillen nicht für Sehstärken eingeschliffen werden können. Das ist falsch! Bis +- 4 Dioptrien können die Polycarbonatgläser der Sehstärke von einem Optiker angepasst werden. Alternativen hierzu folgen weiter unten im Text.

Für einen ausreichenden Sonnen- und UV-Schutz sind die Gläser oder auch Filter in fünf verschiedene Klassen eingeteilt: Klasse 0: Lichtdurchlässigkeit 80 bis 100 Prozent Klasse 1: Lichtdurchlässigkeit 43 bis 80 Prozent Klasse 2: Lichtdurchlässigkeit 18 bis 43 Prozent Klasse 3: Lichtdurchlässigkeit 8 bis 18 Prozent Klasse 4: Lichtdurchlässigkeit 3 bis 8 Prozent Wer viel in den Bergen, auf Schnee, Eis oder auch auf dem Wasser unterwegs ist, sollte mindestens auf eine Verglasung der Klasse 3 zurückgreifen. ACHTUNG: je dunkler die Sonnenbrille, desto weniger ist sie für den Straßenverkehr geeignet – andere Verkehrsteilnehmer, Schilder und Lichter können nur zu schwach wahrgenommen werden. Gletscherbrillen der Klasse 4 haben keine Verkehrszulassung!

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Farben und Formen

Sportlich sehen sie aus, haben einen großen Stylefaktor und sind doch nicht immer tragbar: bunte Gläser! Speziell bei Sport- und Outdoorbrillen haben die verschiedenen Glasfarben bestimmte Eigenschaften:

Gelbe/orange Gläser: hellen die Umgebung auf – speziell bei trüben Sichtverhältnissen

Graue Gläser: dunkeln die Umgebung ab, senkt jedoch auch die Kontrastrate

Braune Gläser: dunkeln die Umgebung ab bei guter Kontrasttreue

Je nach Modell sind die Gläser austauschbar und so den Umständen entsprechend anpassbar. Ebenso wichtig wie die Glasfarbe ist auch die Glasform. Je breiter die Wölbung, desto unschärfer oder auch verzerrter können die Randbereiche erscheinen. Große Logos auf den Gläsern sind ein No Go, da sie die Sicht partiell behindern!

Polarisierung und Filtrierung

Jede Farbe hat ihre eigene Lichtwellenlänge. Polfilter in den Gläsern können so bestimmte Wellenlängen verstärken oder abschwächen. So erreicht man je nach Filter höhere Kontraste, weniger Reflexionen und somit ein klareres Bild trotz hoher Sonneneinstrahlung. Verspiegelte Brillen reflektieren bereits einen Großteil des einfallenden an der Glasfront. Auch dies verstärkt den Effekt eines klaren Abbilds der Umwelt.

Foto: Sebastian Schleicher

Outdoorbrillen in Sehstärke

Brillenträger kennen das Problem: wenn es ins Gelände geht müssen entweder die Kontaktlinsen rein, oder meist unpassende Sonnenbrillen in Sehstärke aufgesetzt werden. Doch mittlerweile ist es kein Problem mehr Outdoorbrillen in Sehstärke zu bekommen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Direktverglasung:

Bei der Direktverglasung werden die Outdoorbrillengläser direkt in der entsprechenden Sehstärke eingeschliffen. Je nach Krümmung der Brillengläser ist dies bis zu einer Sehstärke von bis zu +- 4 Dioptrien möglich. Wechselgläser benötigen dann jedoch ebenfalls dieselbe Sehstärke. Das Anpassen der Brille bzw. der Gläser sollte von einem Optiker vorgenommen werden.

  1. Adapter:

Mit dem Adapter können auch höhere Dioptrienzahlen erreicht werden, ohne dass die Brillenverglasung extreme Randstärken annimmt. Die geschliffenen Glasteile nehmen im Gegensatz zur Direktverglasung nicht die komplette Brillenbreite ein, sondern nur einen partiellen Teil.

  1. Clip-In:

Bei der Clip-In Variante werden nur spezielle Clips in Sehstärke hinter die Filter geklemmt. Diese können bei Bedarf mühelos gewechselt. Die Clips werden am Nasensteg befestigt und deckenallerdings nicht den kompletten Sichtbereich ab.

Zu guter Letzt: Passform und Belüftung

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Wie so oft kommt es natürlich auch bei einer guten Outdoorbrille auf die optimale Passform an. Zum einen muss sie den Kopf gut umschließen. Sie soll ja schließlich auch nicht bei der erstbesten Erschütterung von der Nase rutschen. Und zum anderen sollte sie am Kopf anliegen, dass sie sowohl keine Sonnenstrahlung von hinten an die Gläser lässt und dennoch die Wimpern nicht das Glas touchieren. Je näher die Outdoorbrille am Gesicht sitzt, umso leichter kann diese beschlagen. Gerade bei Vollrahmenbrillen mit Schweißpads kann dies leicht passieren. Daher empfehlen sich Brillen mit einer guten Belüftung sowie einer Anti-Fog-Beschichtung. Damit die Outdoorbrille in jedem Fall auf der Nase bleibt sollte ein Kopfband am Bügel befestigt sein. ACHTUNG: wer die Brille unter einem (Kletter-)Helm trägt sollte diesen zur Anprobe dabei haben, um evtl. Druckstellen vorzubeugen.

Welche Outdoorbrillen es unseren Produkttestern in der Praxis angetan haben und welche Erfahrungen die Community damit gemacht hat, das könnt ihr direkt in den Produktbewertungen erfahren. 

Erzähle uns doch gleich mal von deinen eigenen Erfahrungen und bewerte deine persönliche Ausrüstung.

Outdoorbrillen online kaufen? – Kein Problem, hier findest du eine riesige Auswahl:

Bergzeit   Bergfreunde   Sport Schuster   Globetrotter

Beitragsbild: Scott / Bilder im Text: Scott und Alpina

 

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