Familienzelte

Von c.w.
Zelt, Familienzelt, Camping, Ausrüstung, Outdoor

Sommerferien. Kofferraum auf, Gepäck rein, Kinder einladen, Partner festzurren und auf geht’s zum wohlverdienten Familiencamping! Doch die Sache hat einen kleinen Haken: denn das Familiencamping steht und fällt mit dem perfekten Familienzelt. Groß muss es sein, viel Platz für Gepäck und Campingzubehör muss es bieten und vor allem Schutz vor Hitze und besonders Regen.

Ganz schön viel für ein Zelt! Damit die Qual der Wahl beim Kauf im Outdoorladen eures Vertrauens oder auch beim Onlinekauf nicht zur Tortur wird, stellen wir euch hier die wichtigsten Fakten zu Familienzelten zusammen.

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Wildnis oder Campingplatz?

Die Qual der Wahl haben die Familienoberhäupter schon bei der Suche nach dem geeigneten Standort. Es gibt durchaus Familienzelte, die, wenn sie im Rucksack zum Transport richtig aufgeteilt werden, durchaus für längere Tragestrecken geeignet sind. Allerdings muss man sich hier immer des etwas eingeschränkten und auf Trekkingtouren optimierten Raumangebots bewusst sein. Die Apsiden bieten in der Regel genug Platz für Schuhe und Rucksäcke, eine gemütliche Campingküche oder gar eine wettergeschützte „Terrasse“ lässt sich damit nicht einrichten. Je nach Platzbedarf bekommt man bei den Ultraleichtzelten ein mobiles Heim für bis zu vier Personen. Und mit bis zu ca. 5kg Packgewicht kann man Ultraleichtfamilienzelte auch noch gut auf zwei Rucksäcke aufteilen – klar, der Trekkingrucksack muss dann natürlich das entsprechende Volumen besitzen (ca. 65+ Liter). Wer hingegen sein Familienzelt eher als Basecamp denn als „mobile home“ nutzt, kann auf wesentlich geräumigere vier Wände zurückgreifen. Je nach Zelttyp (s.u.) finden hier bis zu acht Personen gut Platz. Für lange Tragestrecken oder gar Rucksacktouren eignen sich diese Zeltpakete mit Gewichten von ca. 10 – 25kg jedoch nicht. Einmal aufgestellt, sollten sie den ganzen Urlaub auf demselben Fleckchen Erde stehen bleiben. Der ganz große Vorteil eines solchen (beinahe schon) riesigen Zeltes ist, dass man eigentlich den gesamten Hausstand darin unterbringen kann – Campingstühle und –tische, Campinggepäck, Kochnische, etc. – eben entsprechend der jeweiligen Zeltgröße. Und mit bis zu 1,80m Giebelhöhe können sich sogar Erwachsene ganz bequem in den großen Familienzelten an- und umziehen.

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Baumwolle, Polyester, Nylon, Polyurethan (PU), Silikon & Co.

Erinnert man sich zurück an seine Kindheit – gut zumindest meine, vor gut 25+ Jahren – dann hat man schnell das Bild von kastenförmigen bunten Hauszelten vor Augen. Diese bestanden damals aus schwerem und festem Baumwolltuch. Auch heute sind diese – wenn auch in komplett neuem Design – wieder auf dem Vormarsch. Zelte aus Baumwollmaterial haben nur eine geringe Wassersäule von ca. 600 – 1000mm. Das reicht bei ordnungsgemäßer und fester Abspannung sehr gut aus, um auch einen Gewitterregen trocken zu überstehen. Das Prinzip dahinter: Regenschirm – je höher die Spannung, desto besser die Regenabweisung. Allerdings sind diese Baumwollzelte relativ schwer und benötigen durchaus eine relativ lange Aufbauzeit. Wenn sie dann aber erst einmal stehen, sind sie der King vom ganzen Zeltplatz. Wesentlich leichter – in jeder Hinsicht – sind da die modernen Familienzelte aus Polyester und/oder Nylon. Durch die flexiblen Aluminiumgestänge lassen sie sich ähnlich wie Leicht- und Ultraleichtzelte einfach und schnell aufstellen. Farbige Markierungen an den Gestängeösen erleichtern die Orientierung und mit ein bisschen Geschick ist das Zelt mit vier Händen in wenigen Minuten bezugsfertig. Großzügige Apsiden – entweder in der Mitte vom Zelt als Mitteleingang, oder vorne und hinten, ebenfalls jeweils als Ein- und Ausgang nutzbar – optimieren das Platzangebot. Hier finden, abhängig von der Zeltgröße, ohne weiteres das Familiengepäck, Campingmöbel und manchmal sogar Fahrräder darin Platz. Gegen Wind und Wetter sind diese Polyester-/Nylonzelte von innen meist mit einer PU-Schicht versigelt und von außen mit Silikon imprägniert. Das hält sie in einem gewissen Rahmen atmungsaktiv, Regen kann jedoch – bei entsprechender Abspannung – nicht eindringen. Die Wassersäulen liegen hier zwischen ca. 2.500 und 10.000mm.

Lüftung und Trocknung

Je mehr Personen in einem Zelt nächtigen, umso mehr Kondenswasser entsteht. Dieses kondensiert am Zelthimmel und kann sich bei entsprechend großer Menge zu Tropfen bilden und auf die Schlafenden „herabregnen“. Viele missinterpretieren dies als undichtes Zelt – aber Entwarnung: es ist nur das eigene Kondenswasser, das mangels Belüftung nicht aus dem Zelt entweichen konnte. Wichtig ist daher darauf zu achten, dass möglichst alle Belüftungsöffnungen in der Nacht geöffnet sind. Und je mehr Belüftungen das Zelt besitzt, desto trockener und angenehmer ist die Nacht. Baumwollzelte bieten hier übrigens das luftigere Vergnügen – sie sind weniger Kondenswasser anfällig. Dafür trocknen sie nach einem Regenguss nur sehr langsam. Familienzelte aus Kunststofffasern trocknen wesentlich schneller, da sie sich nicht mit Wasser regelrecht vollsaugen.

Tipp:

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Verpacke dein Zelt niemals nass. Es wird garantiert schimmeln. Wenn es gar keine Möglichkeit zum Trocknen vor Ort gibt, dann muss es spätestens zu Hause komplett gelüftet und getrocknet werden! Übrigens: viele Zelte kann man sogar in der Waschmaschine waschen. Allerdings müssen alle Abspannleinen zuvor komplett entfernt werden! Anschließend muss es auf der Wäscheleine komplett durchgetrocknet werden! Trockner ist tabu! Das Außenzelt sollte anschließend mit entsprechendem Imprägniermittel nachimprägniert werden.

Innenkabinen

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Innenkabinen haben viele Vorteile. Sie bieten einem Zelt ein bisschen Privatsphäre, sorgen für klare Trennung zwischen Schlaf- und Lagerstätte, halten Kondenswasserbildung zurück und schützen von unten gegen Nässe ohne einen separaten Zwischenboden. Allerdings kann man bei Bedarf die Kabinen einfach aushängen und so die Innenfläche des Zelts vergrößern. Das bedeutet mehr Platz für Gepäck oder mit einer separaten Unterlegfolie auch mehr Platz für Personen. Das macht diese Zelte sehr flexibel in der Nutzung.

Heringe

Zeltheringe gibt es wie Fische im Meer – in allen Farben, Formen und Größen. Da Familienzelte meist nicht besonders aerodynamisch sind und gleichzeitig eine große Windangriffsfläche bieten, ist zusätzlich zum Kauf des Zeltes zu einem Extrakauf von entsprechend großen Zeltheringen zu raten. Einfache „Zeltnägel“ sind für kurze Ultraleichtwanderungen sicherlich von Vorteil und eignen sich auch gut um die Innenkabinen zu fixieren, sollten aber bei Familienzelten nicht in den Warenkorb kommen. Sehr gut eignen sich die schweren T-Profil Zeltanker aus Stahl. Die sind zwar schwer, dringen dafür zuverlässig und tief in den Boden ein und widerstehen auch stärkeren Böen. Voraussetzung für eine stabile Abspannung ist jedoch, dass auch wirklich alle Leinen zum Einsatz kommen.

Mit welchen Familienzelten unsere Community bereits den Campingplatz gerockt hat und wovon sie tatsächlich überzeugt sind, das erfahrt ihr in den Produktbewertungen auf www.outside-stories.de.

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Bilder: Coleman

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