Biwaksäcke

Von c.w.
Ratgeber: Biwaksäcke

Zwischen der Hochtouren- und der Bushcrafting-Ausrüstung liegen zwar Welten, doch eines haben beide gemeinsam: den Biwaksack! Dient der Biwaksack während der Hochtour doch eigentlich nur als Notfallbehausung oder zum Verwundetentranpsort, ist er beim Bushcraften die nonplusultra Ultra-Leichtgewichtsbehausung. Die Ansprüche an einen Biwaksack sind daher genauso vielzählig wie seine Einsatzmöglichkeiten. Was einen wirklich guten Biwaksack auszeichnet, das seht ihr hier in unserem Ratgeber: Biwaksäcke.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon einen bestimmten Biwaksack im Sinn, den du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um den perfekten Biwaksack. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Mit einem Biwaksack ist (fast) jeder Ort ein geeigneter Schlafplatz

Bin Im Wald Auf Krieg…: B.I.W.A.K.

Keine andere Einrichtung scheint so viele (sinnlose?) Abkürzungen zu haben wie das Militär. So ist es nicht verwunderlich, dass das Wort „Biwak“ oftmals als Abkürzung für „Bin Im Wald Auf Krieg“ missverstanden wird, zumal Soldaten in Übungen und Manövern oftmals in „Biwaks“ schlafen müssen. Allerdings fällt diese Ethymologie in die Kategorie Märchen, auch wenn sie lustig klingt. Erfunden hat den Biwaksack der österreichische Skipionier Mathias Zdarsky bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, der im ersten Weltkrieg Truppen durch die Alpen führte und sie auf Skiern und im alpinen Gelände ausbildete.

Wasserdicht oder atmungsaktiv?

Wenn die Nacht klar ist, kann man sich einen Biwaksack durchaus auch mal sparen. Gerade Daunenschlafsäcke sind sehr anfällig gegen Feuchtigkeit. Bei trockener Kälte braucht man daher nicht immer einen Biwaksack.

Bei Biwaksäcken stellt sich grundsätzlich die Frage: atmungsaktiv oder wasserdicht? Das liegt vor allem an der Funktion und der Bauweise von Biwaksäcken.

Im Grunde ist ein Biwaksack die Erweiterung des Schlafsacks. Er ist eine zusätzliche Hülle, die über den Schlafsack angebracht wird, um ihn vor Wind, Regen, Funkenflug und Schmutz zu schützen. Allerdings ist hier das physikalische Prinzip der Verdunstung und der Wasserdampfaufnahme bzw. -ableitung ein zentrales Problem!

Während wir schlafen gibt unser Körper, um die Körpertemperatur konstant auf 37 Grad Celsisus zu halten, Schweiß ab (ca. 0,5 Liter +-). Gleichzeitig kondensiert die warme Luft der Körpertemperatur auf der Außenhülle des Schlafsacks und produziert zusätzliche Feuchtigkeit. So kann es passieren, dass bis zum nächsten Morgen der Schlafsack bereits klamm und feucht ist. Sperrt man ihn zusätzlich in eine wasserdichte Hülle, wie z.B. einen wasserdichten Biwaksack, kann auch die Feuchtigkeit nicht mehr von Oberfläche verdunsten, sondern bleibt im Inneren des Biwaksacks. Ergo: Der Schlafsack saugt sich mit Feuchtigkeit voll, es wird kalt und unangenehm. Daher ist die Wahl des Biwaksacks – je nach Einsatzzweck – enorm wichtig!

 

Der Wasserdichte

Wasserdichte Biwaksäcke sind einfach und kostengünstig zu produzieren. Sie bestehen zumeist aus einer Nylonhülle, im Optimalfall mit Ripstopfäden, und haben auf der Innenseite eine Polyurethanbeschichtung (PU). Wirklich gute wasserdichte Biwaksäcke haben zudem noch eine wasserabweisende DWR (Durable Water Repellent) Imprägnierung auf der Außenseite.

Wasserdichte Biwaksäcke eignen sich besonders als ultraleichte Lösung für Notfallbiwaks oder zum Schutz vor einem plötzlichen Wetterumschwung. Zudem halten sie nicht nur Wasser ab, sondern auch Wind, wodurch sie eine zusätzliche Isolierschicht (wenn auch nur in geringem Maße) darstellen. In der Regel ist ein Biwaksack auch stabil genug, um damit einen Verwundeten zu bergen oder ihn zu transportieren. Auf Hoch-/Gletschertouren oder auch bei Skitouren gehört ein Biwaksack daher in jeden Rucksack. Und mit ca. 100 bis 250 Gramm ist solch ein Biwaksack nicht wirklich merklich schwer.  

 

Der Atmungsaktive

Bei atmungsaktiven Biwaksäcken muss man unterscheiden zwischen rein atmungsaktiven und atmungsaktiv-wasserdichten Biwaksäcken. Erstere sind aus einfachen aber robusten Materialien wie Baumwolle oder Kunstfasergemischen hergestellt. Sie schützen den Schlafsack vor allem vor Schmutz und, je nach Materialwahl, auch gegen Funkenflug und Wind.

Atmungsaktiv-wasserdichte Biwaksäcke sind mittlerweile echte „Hightech-Tüten“. Das Außenmaterial besteht aus einem Kunstfasergewebe (Nylon, Polyethylen oder Polyester), während auf die Innenseite eine Membran laminiert ist. Durch diese Konstruktion kann Feuchtigkeit, also Wasserdampf, von innen nach außen diffundieren, während Wasser von außen nicht nach innen gelangen kann. Durch den höheren osmotischen Druck des Wasserdampfes wird er durch die Membran nach draußen transportiert und kann dort verdunsten.

In klimatisch gemäßigten Zonen funktioniert die Osmose am besten zwischen ca. 7 und 20 Grad Celsius. Bei Temperaturen um den oder auch unter dem Gefrierpunkt gefriert das Kondenswasser und das Eis bildet so eine undurchdringliche  Barriere für den Wasserdampf. In schwülwarmen Gebieten kann sich der Osmosedruck hingegen umkehren, so dass der Wasserdampf der Umgebungsluft durch die Membran ins Innere diffundiert. Allerdings braucht man in solchen Gegenden (z.B. tropischer Regenwald) selten einen Biwaksack.

 

Sack vs. Zelt

Einen wirklichen Schutz vor den Elementen bieten Biwaksäcke nur dann, wenn sie vollständig geschlossen sind. Funktionell ergeben sich hieraus zwei grundlegend verschiedene Formen von Biwaksäcken: der Biwaksack als tatsächlicher „Sack“ oder das Biwakzelt.

Der BiwakSACK

Wie in eine zweite Haut wird der Schlafsack in den Biwaksack hinein geschoben. Ein Reißverschluss – meist seitlich, asymmetrisch verlaufend von ca. der Hüfte Richtung Kopf – erleichtert die Schlafsackintegration. Der Reißverschluss dient gleichzeitig auch zur Belüftung, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Während des Schlafens muss der Reißverschluss am Kopfende ein paar Zentimeter weit geöffnet bleiben, um nachts gut atmen zu können. Weitere Belüftungsmöglichkeiten, etwa am Fußende, dienen zur Entlüftung und geringeren Kondensfeuchtigkeitsbildung.

Durch diverse Haken und Ösen-Konstruktionen, kann das Kopfteil so justiert werden, dass die Biwaksackhülle nicht das Gesicht berührt, Wasser aber trotzdem nicht ins Innere läuft.

Gute Biwaksäcke sind groß genug, dass neben dem Schlafsack auch die Isomatte mit hinein passt. So ist auch diese gegen widrige Umwelteinflüsse gut geschützt.

Das Material auf der Unterseite sollte stärker und robuster sein, als das auf der Oberseite. Zudem ist es oft komplett wasserdicht – in jegliche Richtung. Wasserdampf kann dann nur über die atmungsaktive Oberseite entweichen.

Ab bereits 100 – 200 Grammbekommt man durchaus brauchbare Biwaksäcke.

 

Das BiwakZELT

Im Grunde ist ein Biwakzelt eine minimalistische Form des Einmannzelts. Es ist gerade einmal so groß, dass Schlafsack und Isomatte hineinpassen. Selbst Rucksack und Schuhe müssen meist draußen bleiben.

Der große Vorteil jedoch ist, dass ein Biwackzelt im Gegensatz zum Biwaksack wesentlich geräumiger und „luftiger“ ist und zudem auch eine bessere Belüftung aufweist. Vor allem im Kopfbereich genießt man eine große Freiheit, da ein Gestängebogen ein regelrechtes, kleines Zelt darüber aufspannt.

Gleichzeitig verringert sich auch die Kondenswasseraufnahme des Schlafsacks, da dieser nicht in unmittelbarem Kontakt zur Außenhülle des Biwaksacks steht (theoretisch).

Durch Heringe und Abspannleinen fixiert avanciert ein Biwakzelt gerne auch mal zum kleinen „Basecamp“. Allerdings benötigt es in der Aufbauzeit ein weniger länger als der einfache Biwaksack. Dafür ist man bei Schietwetter den Elementen – subjektiv – nicht ganz so stark exponiert.

Das Gewicht liegt zwischen ca. 500 – 800 Gramm. Moderne Ultraleichtzelte (nicht Biwakzelte!) sind hiervon nur noch wenige Gramm entfernt und warten mit einem weitaus größerem Komfort auf. Allein in den Innenraum-Dimensionen kann ein Biwakzelt hier nicht mithalten. Selbst beim Preis liegen sie schon nahe beieinander.  

Wettersturz? Dann nichts wie hinein ins Biwakzelt. Hier drin ist man vor dem Gröbsten sicher. (Vorsicht bei Blitzschlag!)

Special-Features

Ein Biwaksack schützt nicht nur vor Wind und Wetter. Dank integrierter Mosikonetze hat man auch vor fiesen kleinen Krabblern und Stechgetier seine Ruhe.

Zudem kann man mit einem Biwaksack seine Ausrüstung wasserdicht verpacken und so z.B. einen Fluss, See oder jegliches anderes Gewässer durchqueren. Bei langanhaltendem Dauerregen eignet sich ein Biwaksack auch wunderbar als Packliner, also als Packsack für in den Rucksack, oder gar als Ersatz-Rucksackregenhülle.

 

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Titelbild: Outdoor Research

Bilder:  Exped | Silvan Schüpbach, Outdoor Research

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