Bikehelme

Von Philip
Ratgeber: Bikehelme

…mit dem Kopf durch die Wand!“ – Naja, lieber nicht – das tut zum einen sicher sehr weh und zum anderen geht davon die Wand kaputt! Selbst wenn der Kopf gut durch einen Helm geschützt ist, heißt das noch lange nicht, dass der Kopf keine Verletzungen davon trägt. Genauso verhält es sich auch bei Bikehelmen. Sie schützen vor schwerwiegenden Verletzungen, verhindern jedoch nicht den Unfall. Welche Anforderungen ein guter Bikehelm erfüllen muss, das wollen wir euch hier einmal aufzeigen.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon einen bestimmten Bikehelm im Sinn, den du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um den perfekten Bikehelm. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Sicherheit aus dem Labor

Alle für den Straßenverkehr zugelassenen Bikehelme müssen den Prüfungen der DIN 1078 bestehen. Darin wird vornehmlich das Dämpfungsverhalten des Helms mittels eines speziellen Prüfkopfes getestet. In drei Testreihen mit verschiedenen Testgeschwindigkeiten darf der Prüfkopf beim Aufprall nicht das 250-fache der Erdbeschleunigung überschreiten (zum Vergleich: in Achterbahnen ist die höchste zulässige Beschleunigung das 6-fache des eigenen Körpergewichts = ca. 6G). Sehr gute Bikehelme dämpfen so stark, dass sie auch bei einem Aufprall mit „nur“ rund 20km/h den Wert von 82G (82-fache Erdbeschleunigung) nicht überschreiten. Das ist vergleichsweise ein hervorragender Wert.

Physik bis ins kleinste Teilchen…

Das Verheerende bei einem Fahrradunfall sind die dabei auftretenden Beschleunigungskräfte. Bei einer negativen Beschleunigung von ca. 20km/h auf 0km/h in wenigen Sekundenbruchteilen wirken auf einen Körper extrem hohe Kräfte von mehreren Kilo-Newton. Bei einem frontalen, ungebremsten Aufprall des Kopfes auf einen harten Untergrund z.B. Beton kann dies tödlich sein. Bikehelme vermindern durch ihre Schaumstoffhülle die Aufprallkräfte enorm. Sie wirken quasi wie eine Knautschzone und leiten die Kräfte ins Innere des Bikehelms ab. Dadurch können diese Kräfte nicht mehr auf den Schädel wirken.

Micro-Shell vs. Hard-Shell

In der Herstellung von Bikehelmen gibt es derzeit zwei grundlegende Bauarten:

1. Micro-Shell Helme
2. Hard-Shell Helme
Beide haben ihre Berechtigung während beide aber auch gleichermaßen sowohl Vor- wie auch Nachteile haben. Micro-Shell Helme bestehen aus EPS (expandierter Polystyrol Hartschaum bzw. Styropor) und sind mit einer dünnen Kunststoffschicht überzogen. Sie sind meist sehr luftig und sehr leicht und eignen sich daher auch für sportlich ambitionierte Biketouren. Durch ihre glatte Oberfläche gleiten sie auf dem Untergrund. Das schützt vor weiteren Verletzungen, da sich der Helm nicht so leicht am Untergrund verhaken kann. Auch Hard-Shell Helme bestehen aus EPS im Inneren, sind aber außenherum mit einem dicken Kunststoffmantel umgeben. Sie ähneln in ihrer Form sehr stark Inline-Skater- und Skateboard-Helmen und haben so einen wesentlich größeren Style-Faktor. Durch die sehr harte äußere Schale werden Stürze weniger gut gedämpft als bei Micro-Shell Helmen. Dafür gleiten sie auf dem Untergrund wesentlich besser und beugen hier Verletzungen noch besser vor. Auch gegen mechanische Einwirkungen wie z.B. Äste oder Ähnliches schützen sie besser. Dafür ist die Belüftung auf Grund der großen geschlossenen Fläche stark eingeschränkt.

Alles hängt von der Passform ab

Schon oft haben wir geschrieben, wie wichtig die perfekte Passform ist. Bei diesem sicherheitsrelevanten Teil ist die perfekte Passform das A & O. Wenn der Bikehelm nicht ordentlich passt kann er im Falle eines Falles nicht richtig wirken und das kann fatale Folgen haben! Druckstellen während des Tragens sind dabei das kleinste Problem – sind aber durchaus lästig und bisweilen auch schmerzhaft. Eine Anprobe in der richtigen Größe ist daher Pflicht. Zur optimalen Passform gehört auch der korrekt angelegte Kinnriemen. Dieser muss fest sitzen, damit der Helm nicht vom Kopf gerissen wird oder verrutscht.

Jedes Gramm für Sicherheit!

Durchaus gute Bikehelme – gerade Micro-Shell Helme – bekommt man schon zwischen 200 und 300 Gramm. Das sind gerade einmal zwei bis drei Tafeln Schokolade. Hard-Shell Helme  rangieren beim Gewicht zwischen ca. 350 bis 450 Gramm. Durch ihr robustes Äußeres und dem Einsatz in härterem Gelände ist dieses Gewicht auch durchaus gerechtfertigt. Oft werden Hard-Shell Helme auch als Fullfacehelme angeboten – dann liegt das Gewicht jedoch wesentlich höher. Der Schutz ist allerdings auch um ein Vielfaches besser (lohnt sich aber meist nur für Downhillbiker oder den Race-Einsatz).

Nach fünf Jahren tauschen

Egal ob der Helm bereits einen Sturz miterlebt hat oder nicht – nach ca. fünf Jahren sollte ein Bikehelm erneuert werden. UV-Licht und natürliche „Alterungsprozesse“ entziehen dem Material die nötige Stabilität und können im Notfall nicht mehr die eigentliche Leistung bringen. Daher muss ein Bikehelm nach fünf Jahren durch einen neuen getauscht werden. Nach einem Sturz – das versteht sich von selbst – muss ein Helm ebenfalls sofort erneuert werden, auch wenn äußerlich keine Spuren zu sehen sind!

MIPS und Polsterung

Weit verbreitet in vielen Bikehelmen ist mittlerweile das MIPS-System. Es reduziert die Rotationskräfte während des Aufpralls um bis zu 50 Prozent und kann so schwerwiegenden inneren Verletzungen vorbeugen. Austauschbare und waschbare Innenpolster halten den Helm angenehm weich immer an Ort und Stelle ohne Druckstellen zu hinterlassen.

Welche Bikehelme es unseren Produkttestern in der Praxis angetan haben und welche Erfahrungen die Community damit gemacht hat, das könnt ihr direkt in den Produktbewertungen nachlesen.

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Eine erste Auswahl an Bikehelmen findest du bei unseren Partnern:

 

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Titelbild: Triple2 

Bilder im Text: Joakim Andreassen für Sweet Protection

 

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