Bergfotografie #3

Von c.w.
Bergfotografie | Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Technik #3

Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Technik

Durch Handy- und Digitalfotografie ist es heute ein Kinderspiel schnell gute Bilder zu zaubern. Betrachtet man dann jedoch zu Hause die eigenen Aufnahmen, stellt man leider oft fest, dass die bewusst erinnerte Wirklichkeit oft nicht mit den Bildern der Kamera übereinstimmt. Warum ist das so? Wie kann man sichergehen auch selbst bald wie ein Profi Bergbilder zu schießen? – Dr. Günter Zöhrer, Doktor der Philosophie und seit über 30 Jahren Fotograf, gibt eine umfangreiche Einführung in die Welt der Fotografie. Und wie sich schon gleich im ersten Teil zeigen wird, nicht immer macht die teuerste Ausrüstung auch gleich die besten Bilder!

In insgesamt fünf Teilen stellt euch Dr. Günter Zöhrer seine Welt und seine Philosophie der (Berg-)Fotografie vor. Wer selbst einmal in den Genuss eines Fotoseminars kommen möchte kann sich direkt mit „Foto Doc Günter“ in Verbindung setzen. Alle Infos hierzu erhaltet ihr am Ende dieses Blogposts. 

Sonnenuntergang beim Seekarkreuz (Silberkopf) ober Lenggries, Mangfallgebirge, Bayern

TEIL 3: Die Kraft des Sehens – Bergfotografie als zeitlose Meditation 


Nachdem wir in den letzten beiden Artikeln über das was in der Bergfotografie wichtig ist und welches Equipment sich empfiehlt, gesprochen haben, kehren wir jetzt wieder in einen Bereich zurück, der die Fotografie mehr aus menschlichen Maßstäben betrachtet als aus zwingender technischer und optischer Präzision. Was kann Bergfotografie – und im Grunde eigentlich jede Art von Fotografie – noch? Der bereits erwähnte Aspekt des sich selbst Findens und die Natur ohne Bewertung zu achten, führt uns in den Bereich einer einfachen Lehre, die, hat man ihre Stärke verstanden, in jeder Lebenssituation angewandt werden kann. Es geht um die Kraft des Sehens, die während der bewussten Fotografie in einem selbst entsteht. Aber wie kommt einem diese Kraft zu? Nun ja, das ist ja das Besondere daran. Die meisten Menschen, die in die Berge gehen, erleben diese Kraft am eigenen Körper nur schauen sie nicht bewusst darauf. Sie spüren es, da sie sich gut fühlen, begeistert und zufrieden sind, Ausgeglichenheit besitzen und auch mit Konflikten besser umgehen können. Diese Kraft versiegt oft nach ein paar Tagen, wenn man wieder im Alltag verhaftet ist und einem Probleme und Stress in den Weg stellen. Aber das sollte es nicht sein. Die Fotografie dient dazu, sich der Kraft des Sehens bewusst zu werden, sodass sie zu einer Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsschulung wird, um genau diese positiven Gefühle zu erfahren. Und das „Wie“ ist genau dasselbe, dass auch in schwierigen Situationen im Alltag angewandt werden kann. Gegenwärtigkeit darüber was ihr im Außen wahrnimmt und sich dabei auch in eurem Inneren abspielt. Es ist die Annahme von allem was ist in dem einzigen Moment in dem wir Leben: dem Jetzt. Es geht nie um das was in 5 Minuten, 3 Stunden oder 5 Tagen ist. 

 

Don't forget: Kreativität!


Es geht ausschließlich um diesen einen Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft. Auch im Büro, zu Hause, auf der Autobahn oder sonst wo im Leben. Aus der Annahme des Jetzt, oder anders ausgedrückt aus dem Loslassen von gedanklichen Widerstand und Hingabe dessen was ist, entsteht Gleichgewicht zwischen Innen und Außen. Durch die Anwendung dieses Prinzip ist man resistent gegen negative Einflüsse. Ein Resultat daraus ist zum Beispiel Kreativität, die inspirierende Energie des Erschaffens, die sich durch die Fotografie ausdrückt. Aber Kreativität ist nicht das Foto, Kreativität lässt das Foto entstehen und dazu gehört der Einsatz der menschlichen Sinne, vor allem in der Natur. Ich denke viele Künstler aller Kunstformen sind sich dieses Prinzips bewusst, denn sie leben ihre Kunst intensiv und empathisch. Sicher kennt ihr das Gefühl sich einem Tun voll und ganz zu widmen und dabei die Zeit zu vergessen. Nichts dabei ist anstrengend und ihr seid vollkommen auf das Tun ausgerichtet. Ausnahmslos konzentriert auf das was man tut, durch Klarheit und Begeisterung im Jetzt verankert, die Betätigung mit seinem ganzen Körper erfahren, das ist Gegenwärtigkeit. Und genau das funktioniert wunderbar bei der Fotografie in der Präsenz und Schönheit der Berge. 

 

Erst spüren, dann fotografieren!


Wichtig bei der Bergfotografie ist, dass das Foto dabei keine wesentliche Rolle spielt, sondern nur ein Ergebnis dessen ist, was sich rundherum davon abspielt. Dazu gehören mehrere Faktoren, denn ein Fotograf ist ja in mehrerlei Hinsicht mit der Erfahrung in der Natur verbunden. Der körperlichen und seelischen Bewegung beim Erwandern der Fotolocation, dem physischen und psychischen Erleben vor Ort, dem bewussten fotografieren des Motivs und der nachfolgenden Bildentwicklung und Bildbearbeitung zu Hause. Diese vier Faktoren tragen dazu bei, dass jener besondere Moment des Erlebens der Natur wiederholt und die dabei empfundenen Gefühle und Empfindungen verinnerlicht werden. Daraus entwickelte ich eine spirituelle Sichtweise der Fotografie und das bewusste Erkennen der eigenen Kraft des Sehens, die in den vier Fotozeiten – Gehzeit | Ruhezeit | Kreativzeit | Emotionszeit – beschrieben werden. Darin geht es um die einfachen Prinzipien von Gehen, Ruhen, Gestalten und Fühlen. Es geht also zuerst mal um die Natur und das Spüren und erst am Schluss um das Foto. Aber dazu mehr in meinem Folgenden Artikel über die vier Fotozeiten.

 

Fotografie als Entschleunigung! In den Fotoseminaren von „Die Kraft des Sehens“ steht der Mensch im Mittelpunkt. Fotografie wird in meditativer Form dazu benutzt, die Schönheit der Natur und sich selbst darin wahrzunehmen. Anhand der von Dr. Günter Zöhrer entwickelten 4 Fotozeiten – Gehzeit | Ruhezeit | Kreativzeit | Emotionszeit – soll die Natur gewürdigt und eine spürbare Gegenwärtigkeit erzeugt werden. Die 4 Fotozeiten beruhen auf den menschlichen Grundfunktionen Bewegen – Ruhen – Erschaffen und Fühlen. Bewusste Wahrnehmung im Außen und respektvolle Achtsamkeit im Inneren führen uns zum einzigen Punkt in dem wir alle Leben. Dem Jetzt. Und nur das Jetzt kann auch Fotografiert werden. Es gibt keinen Druck ein besonderes Foto machen zu müssen, was zählt ist das Erlebnis in der wunderbaren Natur der Berge. Ob schönes oder schlechtes Wetter, das Foto darf entstehen und kommt erst am Ende des kreativen Prozesses. 


 

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Titelbild & Bilder im Text: Dr. Günter Zöhrer

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