Bergfotografie #1

Von c.w.
Bergfotografie | Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Technik #1

Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Technik

Durch Handy- und Digitalfotografie ist es heute ein Kinderspiel schnell gute Bilder zu zaubern. Betrachtet man dann jedoch zu Hause die eigenen Aufnahmen, stellt man leider oft fest, dass die bewusst erinnerte Wirklichkeit oft nicht mit den Bildern der Kamera übereinstimmt. Warum ist das so? Wie kann man sichergehen auch selbst bald wie ein Profi Bergbilder zu schießen? – Dr. Günter Zöhrer, Doktor der Philosophie und seit über 30 Jahren Fotograf, gibt eine umfangreiche Einführung in die Welt der Fotografie. Und wie sich schon gleich im ersten Teil zeigen wird, nicht immer macht die teuerste Ausrüstung auch gleich die besten Bilder!

In insgesamt fünf Teilen stellt euch Dr. Günter Zöhrer seine Welt und seine Philosophie der (Berg-)Fotografie vor. Wer selbst einmal in den Genuss eines Fotoseminars kommen möchte kann sich direkt mit „Foto Doc Günter“ in Verbindung setzen. Alle Infos hierzu erhaltet ihr am Ende dieses Blogposts. 

TEIL 1: Fotografie und Berge – Was wichtig ist

Kennt Ihr die umwerfenden Fotografien von Profis, die anscheinend immer nur draußen sind, um das perfekte Foto zu machen? Habt Ihr auch Lust draußen zu sein und solche Fotos zu machen? Falls ja, dann seid ihr genau richtig um in den Bergen zu fotografieren. Und ich meine mit Fotografieren nicht einfach nur draufhalten und abdrücken, nein, ich meine diese Momente, die Ihr dort oben erlebt und bewundert, mit Enthusiasmus einzufangen und als Foto und bedeutendes persönliches Erlebnis mit nach Hause zu nehmen. 

Turmfalk und Lalidererfalk bei Sonnenaufgang. Auch wenn das Spektakel nur 5 Minuten dauerte, es bleibt unvergesslich. Karwendelgebirge, Tirol.

Was man wirklich benötigt

Für besondere Fotos, die Euch selbst begeistern, braucht Ihr aber zuallererst andere Dinge außer einer Kamera, einem Objektiv und Glück mit dem Wetter. Da kommt an erster Stelle das Bedürfnis nach Ausgeglichenheit und dem Kontakt zur Natur. Es geht darum, dass Ihr gerne in die Natur der Berge geht, um dort auch innerlich loslassen zu können. Die Freude an der Bewegung und das Erfahren der Natur ist ein ganz wichtiger Aspekt, um die Bergfotografie leben zu können. Das heißt, das was man tut, soll man gerne und bewusst tun und vor allem auch dann, wenn aus irgendeinem Grund gar kein Foto entstehen würde. Dann besitzt Du die Gabe, Dir die ganze Schönheit der Berge bewusst zu machen. 

Oft ist es gar nicht nötig weit zu gehen. Der Ausblick bei der Ruine Hohenwaldeck über dem Schliersee während der Blauen Stunde ist einmalig.

Welche Bedeutung hat die Zeit

Bewusst Zeit lassen. Werdet still, schaut, atmet bewusst, hört die Ruhe. Spürt den Wind, spürt die Wärme der Sonne hört das Rauschen des Baches oder die Stille der Nacht! Ein Mensch, der auf einen Berg rauf und wieder runter rennt, kann das was um ihn herum ist, nicht ausgiebig wahrnehmen. Fotografieren bedeutet häufig nur einfache Dinge zu tun wie sehen, lauschen, riechen und warten. Ohne den Auslöser zu drücken. Dabei wird man ruhig und kommt vom Stress der Alltagswelt runter. Es wird dadurch nicht nur den Kopf frei, die Bergfotografie befreit den ganzen Körper vom Schmutz der Gewohnheit. Vor allem auch das Innere des Köpers, der mental-geistige Bereich, wird gereinigt. Es ist fast so wie eine kleine aber feine Meditation in der Gegenwart der Berge. Und wenn man in diesem zeitlosen Warten ist, beginnt man wirklich zu sehen. Mit dem ganzen Körper. Und dieses Sehen verwenden wir um zu fotografieren, denn ab diesem Zeitpunkt werden die Fotos ganz wunderbar. Für Dich selbst! 

Höher, Schneller, Weiter?

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Bergfotografie ist, dass man nicht die höchsten Gipfel, steilsten Routen und gefährlichsten Wege gehen muss. Nein, es reicht, wenn man einen Platz aufsucht, der leicht zu erreichen ist. Womöglich ist das nicht einmal ein Gipfel. Oft entstehen die schönsten Fotos an Orten, die für viele Wanderer sogar nur zweite Wahl wären. Hier müsst Ihr Euch darauf einlassen, auf das was möglicherweise passieren könnte, zu warten und euch überraschen zu lassen. Die Veränderung des Lichts wie etwa in den Abendstunden, hat dramatische Auswirkungen auf die Landschaft. Es sind nicht umsonst die schönsten Foto-Zeiten des Tages - die goldene Stunde, die rosa Stunde und die blaue Stunde. 

Was gibt es schöneres wenn am frühen Morgen die Gipfel um dich herum zu leuchten beginnen. Ein Blick über den Schinder hinweg ins Karwendelgebirge, Tirol.

Ruhe und Stille

Zum Fotografieren ist es auch von Vorteil, wenn man sich einen Platz sucht, an dem man vorzugsweise alleine ist, und nicht im Getümmel von vielen Menschen. Es sollte dort ruhig sein, damit man selbst zur Ruhe kommt, und die Natur fühlen kann. Eine schöne Metapher dafür ist, dass Euch das, was ihr da draußen fotografieren wollt, zuhört und euch selbst wahrnimmt. Es spricht zu Euch mit Farben, Formen, Geräuschen, Wärme, Kälte und Gerüchen. Meist ist es sogar sehr spannend einen solchen Ort zu suchen. Und das geschieht oft schon im Vorfeld zu Hause, indem zum Beispiel Kartenmaterial durchstöbert wird. Hinzu kommt das studieren von Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten, womöglich auch jene Position am Horizont zu bestimmen, wo die Sonne untergeht. Dann noch das Wetter checken, die Positionen des Mondes, der Sterne oder sogar der Milchstraße. Und es ist nicht gesagt, dass nur schöne Fotos bei Sonnenschein entstehen. Nebel, Wind und sogar Regen können viel dazu beitragen, dass Ihr wunderbare Momente (er)fühlt und ihr dieses Gefühl auf ein Foto bannt. Wenn ihr bei schlechtem Wetter draußen seid, dann habt ihr die Möglichkeit, Teil der Natur zu werden und dieses Ereignis, zum Beispiel Wind, am eigenen Körper zu erleben, zu fühlen. Wenn ihr wieder im Schutz einer Hütte seid, fühlt ihr Euch großartig, weil ihr die Natur bewusst und intensiv erlebt habt. Es ist das abenteuerliche Entdecken der Vielfalt der Natur, das einen selbst präsent werden lässt. So präsent wie es die Berge sind, denn von ihnen kannst Du es lernen. Und diese Klarheit lässt Euch immer besondere Motive finden, die ihr auf Fotos festhaltet und mit nach Hause nehmt. 

Ein mystisches Licht über den grünen Wiesen des Riffel in den Ennstaler Alpen, Gesäuse, Steiermark.

Respekt und Achtung für die Schönheit der Natur

Für die Bergfotografie ist es von Vorteil, dass es Euch wichtig ist, in den Bergen zu sein und dass ihr dort jeden Moment schätzt und achtet. Nicht nur im Außen, vor allem auch im Inneren eures Selbst. Der Kontakt und die Wahrnehmung der Natur und eures Köpers bestimmt euer Foto. Das ist der erste wichtige Teil der Bergfotografie, der über das Equipment und die Art eurer Fotografie bestimmt. 

 


Fotografie als Entschleunigung! In den Fotoseminaren von „Die Kraft des Sehens“ steht der Mensch im Mittelpunkt. Fotografie wird in meditativer Form dazu benutzt, die Schönheit der Natur und sich selbst darin wahrzunehmen. Anhand der von Dr. Günter Zöhrer entwickelten 4 Fotozeiten – Gehzeit | Ruhezeit | Kreativzeit | Emotionszeit – soll die Natur gewürdigt und eine spürbare Gegenwärtigkeit erzeugt werden. Die 4 Fotozeiten beruhen auf den menschlichen Grundfunktionen Bewegen – Ruhen – Erschaffen und Fühlen. Bewusste Wahrnehmung im Außen und respektvolle Achtsamkeit im Inneren führen uns zum einzigen Punkt in dem wir alle Leben. Dem Jetzt. Und nur das Jetzt kann auch Fotografiert werden. Es gibt keinen Druck ein besonderes Foto machen zu müssen, was zählt ist das Erlebnis in der wunderbaren Natur der Berge. Ob schönes oder schlechtes Wetter, das Foto darf entstehen und kommt erst am Ende des kreativen Prozesses. 


 

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Titelbild & Bilder im Text: Dr. Günter Zöhrer

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