Alpinski

Von c.w.
Ausrüstung Ratgeber Alpinski Skifahren Ski Wintersport

Jeder Skifahrer träumt von meterhohem, unverspurtem Pulverschnee. Epische Videos unterstreichen das Sehnsuchtsgefühl nach dem „weißen Gold“. Doch nur die wenigsten wagen sich tatsächlich in die weiße Hölle und tummeln sich dafür auf den perfekt glatt gewalzten Pisten in den zig Skiorten der Alpen und Mittelgebirgen. Der Run auf die Pisten ist ungebrochen und die Skihersteller bringen Jahr für Jahr neue Modelle auf die selbigen. Seit rund 20 Jahren macht es die Industrie, dank der Carvingtechnik, selbst blutigen Einsteigern relativ leicht das Skifahren zu erlernen. Doch die breite Range an Skiern macht es selbst für passionierte Skifahrer nicht gerade einfach das passende Modell für sich zu finden. Wir geben ein paar Tipps, die den Skikauf leichter gestalten.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon ein bestimmtes Paar Ski im Sinn, das du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um die perfekte Lawinenausrüstung. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Kurz oder lang; dick oder dünn?

Bevor Carving-Ski erfunden wurden (1992), galt generell, dass ein Alpinski mindestens so lang sein muss wie sein Fahrer. Besonders sportlich ambitionierte Skifahrer legten hier sogar nochmal bis zu einem halben Meter und mehr drauf – Skier mit 2,15m oder länger waren keine Seltenheit. Heute sind Skier mit einer Länge von mehr als 1,80m schon reine Exoten. Carving- und Rocker-Technik machen es möglich. Somit können bei heutigen modernen Skiern sorglos kürzere Modelle gefahren werden. Prinzipiell gilt als Richtmaß nach wie vor die eigene Körpergröße. Allerdings zieht man davon eher 5cm ab. Für Anfänger reichen bisweilen sogar Skier, die nur bis ca. zur Schulter oder Nase reichen.

Durch die Taillierung  (Verhältnis von Schaufel, Ski-Mitte und Ski-Ende) erreicht man bereits durch einen kleinen Krafteinsatz leicht gedrehte Schwünge. Gleichzeitig sorgt die breite Schaufel und das ebenfalls ähnlich breite Ski-Ende für einen optimalen Auftrieb – selbst in weichem und lockerem Schnee. Je breiter und länger ein Ski ist, desto höher ist auch sein Auftrieb. Allerdings wächst auch mit jedem Zentimeter mehr Länge der Kraftaufwand, der zum Drehen benötigt wird. Dafür erhält man mehr Laufruhe, was gleichzeitig in den Entlastungsphasen für Kraftreserven sorgt.

Tip-Rocker, Tail-Rocker oder Rock’n’Roll?

Ok, gut Rock’n’Roll gibt es höchstens beim Après-Ski. Tip- und Tail-Rocker hingegen erleichtern die Schwungeinleitung  je nach Ausprägung enorm. Bei der Rocker-Technik ist die Vorspannung im Ski so gewählt, dass die Schaufel (engl. Tip) bereits einige Zentimeter vor der eigentlichen Aufbiegung vom Untergrund aufsteht. Die gleiche Technik gibt es auch am Ski-Ende (engl. Tail). Somit ergibt sich eine sehr geringe direkte Kontaktfläche zwischen Ski und Untergrund wodurch sich der „lange“ Ski quasi wie ein „kürzerer“ fährt. Vorteile hat man hierdurch vor allem im tiefen, weichen Schnee, wo Rocker-Skier ihre volle Berechtigung haben. Für den reinen Pisteneinsatz machen Rocker-Skier nur bedingt Sinn, da sie auf harten und bisweilen auch eisigen Pisten nur einen unzureichenden Kantengrip aufbringen. Reine Pistenskier sollten daher nur verkürzte Rockerspannungen aufweisen. Viele Modelle verzichten auch bewusst auf den Tail-Rocker, um einen gleichmäßigen Druck auf die Kante bringen zu können.

Hart oder weich?

Die Frage nach dem Flex des Ski-Kerns spielt eine zentrale Rolle beim Skikauf. Durch den Flex, also quasi die Elastizität des Skis, definiert der Fahrer sowohl sein skifahrerisches Können wie auch sein Gewicht. Weiche Ski – etwa mit einem Schaumkern (ähnlich wie Bauschaum aus dem Baumarkt) – eignen sich vor allem für Anfänger. Der weiche Flex verzeiht gerne auch mal kleinere Fehler, da er Kräfte eher absorbiert, als sie auf die Kanten zu übertragen. Allerdings sind Schaumkern-Skier in ihrer Haltbarkeit eher begrenzt. Genussskifahrer setzen daher mehr auf mittlere bis harte Härtegrade. Vor allem Holzkerne – die traditionelle Art Ski herzustellen – liefern hier gute Resultate. Je nach Art des Holzkerns variieren der Flex des Skis, sowie sein Gewicht. Je härter der Ski ist, umso sportlicher sind seine Abfahrtseigenschaften, da die Kräfte sehr direkt auf die Kanten und somit auch auf den Untergrund weitergegeben werden. Damit erzielt man sehr hohe Geschwindigkeiten, benötigt aber ebenso eine entsprechende Grundkondition, um den Ski zu kontrollieren. 

Ab durch die Stangen! Ab ins Gelände!

Während sich die einen im Stangenwirrwarr des Slaloms und Riesenslaloms verirren, bevorzugen die anderen die offenen Weiten der unberührten Tiefschneehänge abseits der gepflegten Pisten. Wer ein Faible für beide Varianten hegt, der braucht auch mindestens genau so viele Paar unterschiedliche Skier. Slalom-Racer sind sehr kurz (ca. Brusthöhe) und extrem tailliert, um möglichst kleine Radien ziehen zu können. Etwas länger und mit einer ähnlich starken Taillierung kommen Riesenslalom-Skier. Weniger tailliert, dafür aber generell eher lang (ca. Kopfhöhe) sind Abfahrtsskier. Sie liegen meist sehr geschmeidig auf der Piste – selbst bei hohen Geschwindigkeiten. Die Drehradien sind natürlich wesentlich größer, was aber auf Grund des Einsatzgebietes nicht weiter hinderlich ist. Allmountainskier sind vergleichsweise etwas breiter als reine Abfahrtsskier und machen daher auch abseits der präparierten Pisten eine vernünftige Figur.

Freerideskier weisen meist gar keine Taillierung mehr auf, sind dafür aber stark gerockt. Könner und Experten jagen damit meist nur neben den Pisten zu Tal und finden auch bei Waldabfahrten immer eine  geschmeidige Lücke zwischen den Bäumen hindurch. Auf harten und eisigen Pisten beginnen sie schnell zu flattern und schlagen und sind sehr kraftraubend, da die Kantenauflage nur sehr gering ist. 

Schwere Skier sind schwerer zu fahren!?

Ja und Nein – schwere Skier sind natürlich für Untrainierte und Anfänger schwerer zu drehen. Allerdings haben schwere Skier einen wesentlich stabileren Zug im Schwung. Dafür muss man sich bei längeren Tragestrecken (vom/zum Auto etc.) etwas mehr plagen. Auf eisigen Pisten baut man allerdings sehr schnell einen guten Grip auf. Auf weichen Pisten und im Tiefschnee ist der Auftrieb hingegen weniger optimal. Aber auch (zu) leichte Skier haben ihre Tücken. Während sie im Tiefschnee angenehm obenauf schwimmen, greifen sie auf harten und eisigen Pisten evtl. nicht perfekt. Man kann leichte Skier bequem und lässig auf der Schulter transportieren und auch ganz einfach Schwünge mit ihnen drehen, allerdings hat das am Ende auch seinen Preis – während die Haltbarkeit zumeist eher sehr gering ist! Objektiv ist der individuell perfekte Ski meist nur schwer festzustellen, da sehr viele subjektive Faktoren vom Können über das Gewicht bis hin zum Einsatzmix mit in die Kaufentscheidung mit hineinspielen.

Welche Skier diese Saison besonders empfehlenswert sind und welche Erfahrungen unsere Community und Produktscouts damit gemacht haben, das könnt ihr direkt in den Produktbewertungen erfahren. 

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 Titelbild: Schöffel      

 

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