5 Schneeschuh-Wanderungen: Matrei in Osttirol

Von Philip
5 Schneeschuh-Wanderungen: Matrei in Osttirol
Foto: TVB Osttirol / Petr Blaha

Mitten im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern liegt Matrei in Osttirol. Unweit des Großvenedigers (3.657m) auf der einen und des Großglockners (3.798m) auf der anderen Seite ist die Marktgemeinde mit gut 4.600 Einwohnern der perfekte Ausgangspunkt für Touren aller Art in den Ostalpen.  Im Winter stehen hier neben dem klassischen alpinen Skibetrieb und einsamen Skitouren vor allem Schneeschuhwanderungen auf dem Programm. Fünf davon haben wir euch direkt einmal rausgesucht, vielleicht ist ja was für euch dabei. Und als Neujahrsschmankerl verlosen wir zwei Übernachtungen für zwei Personen im Hotel OUTSIDE in Matrei (Osttirol). Wie ihr mitmachen könnt verraten wir am Ende dieses Posts.

Schneeschuhe sind übrigens seit über 2.000 Jahren im Einsatz. Damals noch ein unverzichtbares Fortbewegungsmittel, sind sie heutzutage vielmehr ein Sportgerät mit dem man Berge und Natur auch im tiefsten Winter erkunden und genießen kann. Das sich auch die Ausrüstung, die man auf einer solchen Tour dabei hat bzw. haben sollte, verändert hat, liegt auf der Hand. Was alles ins Gepäck gehört, könnt ihr unserer Checkliste nachlesen.

 

OUTSIDEstories Tipp 1: Böses Weibele (2521m)

Trotz seines abschreckenden Namens gilt das Böse Weibele (2521m) als einer der beliebtesten Hausberge der Lienzer. Kein Wunder, liegt er doch direkt im Westen der Stadt und lockt mit seiner nicht zu steilen Südwestflanke auch weniger versierte Bergfreunde auf den Plan (übrigens: nicht mit dem Bösen Weibel im Nordosten von Lienz verwechseln). Und auch im Winter lockt der dem Bösen Weibele vorgelagerte Hochstein (2057m) mit seinen drei Liften Sportler an den Berg. Wer allerdings den Anstieg von Süden her in Angriff nimmt, kann sich dennoch auf einen ruhigen Start in die Tour freuen. Der Ausgangspunkt ist Bannberg (1262m, 35 Autominuten von Matrei entfernt), das man Richtung Norden entlang der im Winter gesperrten Passstraße verlässt. Nach einiger Zeit biegt man links auf einen mit Wanderschild markierten Forstweg. Von hier geht es über Kreuzerkaser, Soldererkaser, Lanerkaser und Gollerkaser hinaus aus dem Wald und hinein ins alpine Panoramavergnügen. Kurz nach der Gamperlehütte hält man sich wiederum links und folgt auf erst welligem und erst zum Schlussanstieg hin wieder steilerem Gelände dem Bergrücken bis zum Gipfel des Bösen Weibele. Der Ausblick ist gigantisch und die Atmosphäre ebenfalls. Den Rückweg bestreitet man auf dem gleichen Weg wie beim Aufstieg und genießt noch einmal die wahnsinnige Aussicht.

Gemütlich Schritt um Schritt durch den Schnee stapfen und die Natur genießen - Schneeschuhwanderungen sind die entspannte Alternative zum hektischen Wintersport.

Die Tour ist nicht zu steil und daher von der technischen Seite her auch für Anfänger geeignet. Allerdings sollte eine ordentliche Kondition und je nach Schnee- und Lawinenlage Kenntnisse in Navigation und Beurteilung der Lawinensituation vorhanden sein.

 

OUTSIDEstories Tipp 2: Kleiner Zunig (2.442m) via Zunigalm (1.885m)

Ausgangspunkt für die Schneeschuhtour auf den kleinen Zunig (2.442m) via Zunigalm (1.855m) ist entweder die Kirche St. Nikolaus im Ortsteil Ganz oder der Wanderparkplatz im Ortsteil Guggenberg. Von beiden gelangt man über den Wanderweg Nr. 92 zum eigentlichen Aufstiegsweg, dem Wanderweg Nr. 90. Über kleine Pfade im Wechsel mit der breiten Forststraße geht es stetig durch den Wald bergan. Nach rund 2,5 Stunden erreicht man die Zunigalm. Bereits von hier hat man einen herrlichen Blick auf das Virgental und die Venedigergruppe.

Hinter der Zunigalm geht es dann in südlicher Richtung weiter bergan. Man folgt dem Steig in Richtung Malerblick, von wo aus man ein perfekten Blick auf Österreichs Höchsten hat: den Großglockner. Weiter auf dem Steig 317A gelangt man bereits wenige Höhenmeter weiter (ca. 2.260m) zum Dolomitenblick. Hier hält der Name, was er verspricht: idealer Aussichtspunkt, um einen Blick auf die Dolomiten zu erhaschen.

Wandern vor prächtiger Kulisse: Im Hintegrund ragt der höchste Berg Österreichs, der Großglockner (3.798m) empor.

Auf den letzten 200 Höhenmetern vom Dolomitenblick zum Gipfel wendet sich der Steig von Süd-Ost nach Südwest. Der Gipfel ist bereits sichtbar. Nach wenigen, kleinen Serpentinen hat man das Gipfelkreuz aus Holz erreicht.

Für den Abstieg empfiehlt sich ein Abstecher zum Zunigsee. Hierfür überschreitet man den Gipfel in westlicher Richtung und läuft quasi in Direttissima auf den See (ca. 2.100m) zu. Über den Wanderweg Nr. 317 geht es zurück in Richtung Zunigalm, auf die man noch ein Abstecher machen kann oder sie einfach rechts liegen lässt und direkt oberhalb des Ganzbaches ins Tal absteigt. Bei ca. 1.540m quert der Weg den Ganzbach und verläuft nun über eine Forststraße hinab nach Guggenberg. Im weiteren Verlauf zweigt dieser Weg (Nr. 92) auch nach Ganz zur Kirche St. Nikolaus ab.

 

OUTSIDEstories Tipp 3: Wetterkreuzhütte (2106m)

Die nächste Schneeschuhwanderung beginnt zunächst im Auto (alternativ fährt alle 60 Minuten ein Bus). Man fährt von Matrei  Richtung Westen ins Virgental. Das Ziel der anschließenden Wanderung: die Wetterkreuzhütte auf 2106 Metern. Oberhalb der Baumgrenze gelegen, bietet sie (bei gutem Wetter natürlich) einen tollen Blick auf die Virgener Nordkette und die Venedigergruppe. 

Jeder Anstieg ist schwer. Aber hat man die Baumgrenze erstmal passiert, wird man meist mit einer herrlichen Aussicht belohnt.

In Virgen angekommen, beginnt die eigentliche Schneeschuhtour. Man orientiert sich nach Süden und verlässt die Gemeinde auf dem Forstweg Richtung Isel. Den Fluss erreicht und überquert man nach ca. 150 bis 200 Metern.  Dem Forstweg weiter folgend, muss man sich nach kurzer Zeit bereits entscheiden, wie anspruchsvoll es weiter gehen soll. Entweder man bleibt auf dem Forstweg (Wanderweg 79B) bis hinauf zur Wetterkreuzhütte oder biegt rechts auf die Direttissima zur Hütte ab (Wanderweg 78, ab der nur im Winter geöffneten Würfelhütte dann Wanderweg 79). Entscheidet man sich für die gemütlichere Variante, geht es in langen und breiten Serpentinen über die Motschendaberalm bis zur Politzenalm, wo sich beide Wege wieder treffen. Mittlerweile ist man auf 1871 Metern angekommen und muss sich erneut entscheiden, wie man die letzten 230 Höhenmeter zurücklegen will. Bleibt man auf dem Forstweg und erreicht man sein Ziel nach zwei weiteren großen Schlenkern. Der Nolzer Wald liegt jetzt unter einem, die Baumgrenze ist passiert und man genießt die Aussicht. Im Nordwesten, ein gutes Stück hinter dem Virgental erhebt sich der Großvenediger, der höchste Berg der Gemeinde Matrei. Zurück ins Tal geht es wieder auf einem der beiden beschriebenen Wege, vielleicht ja auf dem noch nicht begangenen. Rund fünf Stunden und ca. 16 Kilometer später setzt man sich wieder ins gemütlich warme Auto und fährt zurück Richtung Matrei.  

 

OUTSIDEstories Tipp 4: Bunzkögele (2.430m)

Vom Wanderparkplatz Glanz (Glanzer Berg) schwingt man sich auf den Adlerweg und folgt ihm in zwei weit ausholenden Serpentinen letztlich in Richtung Westen/Steiner Alm. Bei ca. 1.920m (Wegkreuz) geht der Adlerweg in einen schmaleren Steig über, den man bereits nach wenigen Wegmetern nach rechts in Richtung Nord-Ost hinauf zum Bergrücken verlässt.

In einem steilen Aufschwung geht es hinauf auf die hohen Ausläufer der Edelweißwiese. Bei rund 2.200m trifft man auf den Bergrücken, der sich direkt in Richtung Gipfel des Bunzkögeles (2.430m) zieht. Schnell gewinnt man an Höhe und sieht auch schon sehr bald die Kuppe des Bunzkögeles. Gut 500 Meter tiefer liegt jetzt die Steiner Alm. Vom Gipfel hat man einen grandiosen Blick nach Süden und auf die Venedigergruppe – dem Wahrzeichen der Region.

Konditionsstarke Schneeschuhgeher können ihren Weg entlang des Grates zur Bretterwandspitze (2.884m) fortsetzen (Achtung: Lawinengefahr!). Abwärts geht es ab dem Bunzkögele auf dem steilen Süd-Ost Bergrücken zum Falkenstein (1.711m). Von hier aus geht es in westlicher Richtung zurück Richtung Parkplatz. An einer Abzweigung des Abstiegspfades hält man sich rechts, um nicht zu tief unter dem Parkplatz zu landen. Einkehrmöglichkeiten gibt es auf dieser Rundtour nicht.   

 

OUTSIDEstories Tipp 5: Matreier Tauernhaus / Gschlösstal

Manchmal muss es gar nicht hoch hinaus gehen. Auch auf Schneeschuhtouren im Tal hat man seinen Spaß.

Die letzte Schneeschuhwanderung beginnt am Matreier Tauernhaus – 15 Kilometer nördlich von Matrei und bequem erreichbar über die Felbertauernstraße. Mit einer Länge von knapp 3 Kilometern ist der Rundweg in ungefähr einer Stunde zu bewältigen.  Man folgt im wesentlich dem Lauf des Tauernbachs, weshalb auch keine großen Höhenunterschiede auftreten und die Tour sich auch für Leute mit geringer Kondition oder kleiner Kinder bestens eignet. Erster Wegpunkt ist die Wohlgemuthalm, wo man der Abzweigung nach links folgen und nach etwa 100 Metern der Tauernbach überquert und sich langsam auf dem Rückweg Richtung Tauernhaus macht. Optional kann man dem Weg auch weiter geradeaus Richtung Berghaus Außergschlöss am Eingang des Gschlösstals folgen (2 Kilometer), von wo man eine tollen Blick auf die umliegenden Gipfel, besonders den Großvenediger hat.

Insgesamt legt man auf dieser eher gemütlichen Schneeschuhwanderung 151 Höhenmeter zurück (ohne die optionale Verlängerung), weshalb hier auch weniger der sportliche Anspruch als vielmehr das Genießen der Natur im Vordergrund stehen. Was es im Nationalpark Hohe Tauern an Flora und Fauna zu bewundern gibt (z.B. Bartgeier), kann in der Nationalpark-Info am Matreier Tauernhaus erfragt werden und wird später mit dem nötigen Quäntchen auch entdeckt.

 

Übernachtungstipp: Naturhotel Outside

Das Naturhotel Outside bietet Entspannung pur. Genau das richtige nach der Bergtour.

Hat man sich Matrei als Basis für den Winterurlaub ausgesucht, fehlt jetzt nur noch die konkrete Schlaf- bzw. Übernachtungsmöglichkeit - zum Beispiel das Naturhotel Outside. Hier stehen einem nicht nur die hauseigenen Bergwanderführer zur Seite, sondern es wird auch für das leibliche Wohl gesorgt. Und zwar nicht nur durch das kulinarische Angebot in gleich drei Restaurants, sondern auch durch das umfangreiche Wellnessangebot. Mehr dazu findet ihr in unserem Hoteltipp.

 

GEWINNSPIEL

Wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid und euch vorstellen könnt, den Nationalpark Hohe Tauern selbst einmal zu erkunden, dann habt ihr Glück. Denn wir verlosen zwei Übernachtungen für zwei Personen im oben genannten Naturhotel Outside, direkt in Matrei. Beantwortet uns einfach die folgende Frage und schon seid ihr dabei:

„Welchen Gipfel im Tauern Nationalpark würdet ihr gerne einmal besteigen?“

Schreibt eure Antwort einfach in die Kommentare unseres Facebookposts Das Gewinnspiel läuft vom 01.01.17 bis zum 31.01.2017. Danach geben wir den Gewinner bekannt. Die genauen Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

Titelbild: TVB Osttirol / Petr Blaha

Bilder im Text: TVB Osttirol / Petr Blaha; TVB Osttirol;  Tirol Werbung / Heinzlmeier Bert & Monika Höfler; Tirol Werbung / Heinzlmeier Bert & Monika Höfler; Naturhotel Outside / Andre Schoenherr

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